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Thomas öffentliches Tagebuch

The world of a photographing lute enthusiast


Facebook - ein Massenmedium?
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Im Perlentaucher schlägt Rüdiger Wischenbart vor, Facebook als Massenmedium zu betrachten, um den Problemen mit "Hatespeach" - allgemein der Kontrolle von Inhalten auf der Plattform zu begegnen. Dabei verkennt Wischenbart aber, dass Facebook (oder andere solche Angebote) eben Plattform ist. Hier haben wir ein Konstrukt, dass eine Firma jemandem die Möglichkeit bietet, sich öffentlich zu äussern.
Die Plattform nun für die Inhalte in Haftung zu nehmen ist nu insofern legitim, als sie die Funktion eines Hausherren übernimmt und man sich beispielsweise auch nicht gefallen lassen muss, zu Besuch bei einem Freund Beleidigungen über sich ergehen zu lassen. Da spricht man den Hausherren an und erwartet, dass er Ordnung in seinem Haus herstellt. Justiziabel für die Beleidigung kann aber nicht der Hausherr sein. Man kann ihn bestenfalls dafür sanktionieren, die guten Sitten nicht durchgesetzt zu haben.
Facebook also als ein Massenmedium analog TV oder Zeitungen zu begreifen versteht die Rolle des Unternehmens innerhalb des Kommunikationsprozesses falsch. In einem klassischen Medium (TV, Zeitungen, Rundfunk) gibt es den Sender einer Mitteilung, den Autor als aktiven Teil innerhalb des Kommunikationsprozesses. Und es gibt den passiven Empfängern.
Auf Facebook ist der Sender so gut wie nie Facebook, sondern es handelt sich um Privatpersonen oder Unternehmen, die eine Mitteilung senden. Auf die Printmedien übertragen würde der Vorschlag von Wischenbart bedeuten, man  würde das Papier für den Inhalt des Artikels verantwortlich machen, der auf ihm gedruckt wurde.

"Hatespeach" lässt sich juristisch wohl noch ganz gut fassen. Es entspricht der guten alten Beleidigung.
Aber was "alternative Wahrheiten" betrifft wird es schon schwierig. Dummheit kann man schlecht verbieten - und jeder Versuch in diese Richtung gerät in den Verdacht von Zensur und "Denkverboten". Das kann man nicht wollen.
Problematisch ist ja eigentlich nicht, dass Leute dumm sind und sich auf Facebook trauen, ihren Unsinn öffentlich zu machen. Sondern der Erfolg, den einige dieser Dummschwätzer haben, bloss weil sie laut sind und entsprechendes Beharrungsvermögen haben: Der Orangene oder die AfD sind bekannte Beispiele.
Wenn nun Werbemassnahmen wie die von Cambridge Analytica im amerikanischen Wahlkampf zur Diskreditierung der Kandidatin Clinton erfolgreich waren muss man sich über Werbung unterhalten, nicht über den bösen Russen (oder wen auch immer), der diese Werbung bestellt hat.

Das Internet hat eine neue juristisch spannende Ebene gebracht, die heute noch kaum geschützt wird: Wir bewegen uns im Internet international, die Rechtsprechung gilt aber gemäss dem Sitz des jeweiligen Anbieters, im Fall von Facebook sind das Irland und/oder die USA. Jedenfalls Nationalstaaten, deren Rechtsprechung ich in der Schweiz nicht kenne. Hier greift ein Rechtsempfinden - was sehr falsch sein kann! - oder oft auch das Gefühl, sich in einem rechtsfreien Raum zu befinden - was das Benehmen einiger Internet-Heinis erklärt, aber falsch ist.
Es gilt demnach, nationales Recht in diesem internationalen Kontext anwendbar zu bekommen - die Rechtsprechung entsprechend zu verfeinern:
Für die Plattform (Software) und die Werbung (die kommerziellen Kunden von Facebook) müsste das im internationalen Unternehmensrecht vorgesehene Prozedere gelten (also im Prinzip alles wie es jetzt ist), während die von Privatpersonen oder Werbekunden veröffentlichten Inhalte das Recht des jeweiligen Empfängerlandes gelten müsste. Warum nicht des Senders? Weil in dem Fall die Sender sich den am wenigsten regulierten Standort aussuchen können und eine Regulierung nicht stattfinden würde. Werde ich also von einem Posting aus China oder den USA beleidigt, dann gilt in meinem Fall schweizer Recht. Wird auf meiner Timeline Werbung angezeigt, die nach chinesischem oder amerikanischem Recht legal ist, nach schweizer Recht aber nicht, dann kann der Werbende belangt werden.

Bleibt der Kampf gegen Dummheit im Netz: Die Blasen, die sich bilden gab es schon immer: Liberale umgaben sich mit Liberalen, Sozialisten mit Sozialisten - oder jeweils verwandten Geistern. Das gleiche gilt für Homöopathen, Esoteriker, Trump, Pegidioten, AfDler und ähnliches Gesocks. Der Unterschied ist die Sichtbarkeit - im Internet können sich die Leute, die sich sonst mit ihrem Aluhut in den Keller setzen würden mit Gleichgesinnten austauschen. Was den Philatelisten, Lautenisten und anderen Exoten sehr willkommenes Mittel gegen die Einsamkeit ist soll auch für die politischen Exoten gelten - solange sie von der Meinungsfreiheit gedeckt werden.
Schlechtes Benehmen ist teilweise Sache des Hausherren (dafür gibt es die Hausordnung - terms of use), teilweise der Gerichte.
Dummheit dagegen wird nicht mit Zensur oder Regulierung bekämpft, sondern mit Bildung.





Eine andere Sicht auf das Urheberrecht
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Auf dem Bildblog las ich vom Versuch eines deutschen Fotographen, den Abmahnwahnsinn, den das deutsche (und in ähnlicher Ausrichtung weitverbreitete) Urheberrecht (Copyright) bei Anwendung im Internet verursacht, auf die Schweiz anzuwenden. Dieser Versuch scheiterte grandios.
Spannend fand ich in diesem Zusammenhang vor allem, dass eine andere Sicht auf das Urheberrecht möglich ist. Gefreut hat mich, dass sie hier in der Schweiz geltendes Recht ist.
Der Abmahnwahn entsteht dadurch, dass sich düstere Charaktere zusammentun und sich die Unmöglichkeit zunutze machen, das Lizenzwirrwarr im Internet zu kennen und zu verstehen. Einzig rechtssichere Möglichkeit, im Internet zu publizieren ist - nichts zu publizieren. Ich bekam bei der Verwendung von Kompositionen seit jahrhunderten verstorbener Musiker schon Urheberrechtshinweise. So weit ich weiss steht "Happy Birthday" immer noch unter Urheberrecht, genauso Songs wie das Kufsteinerlied, welche von den meisten als (schlechtes) Volkslied angesehen würde. Daneben gibt es feine Unterschiede in den Fristen, je nachdem wo man sich auf dem Globus befindet. Weiterhin gibt es Länder, die es Erlauben, die Urheberschaft abzutreten, was dazu führt, dass einige amerikanische Künstler ihre eigene Musik nicht auf ihrem YouTube-Kanal vewerben dürfen.
Der gesamte Zustand wird weithin als unbefriedigend empfunden. Künstler verspüren den Wunsch, das Internet als Plattform zu verwenden und Geld damit zu verdienen (das hatte ursprünglich wohl mit Tauschbörsen a la Napster zu tun und den schwindenden Umsätzen der Musikindustrie) während viele Nutzer meinen, das Internet sei ein mehr oder weniger rechtsfreier Raum - man merkt das auch an vielen Kommentaren, bei denen sich Benutzer gross und nicht an die einfachsten Anstandsregeln gebunden fühlen. Wahrscheinlich, weil sie glauben, sie seien anonym unterwegs.
Das Problem mit Immaterialgut ist normalerweise über Lizensierungen gelöst. Problematisch an dem ganzen Thema sind Feststellung und Durchsetzung - was ist ein solches Gut? kann man noch beantworten. Aber ein John Dowland oder Basti Bach werden Rechte an ihren Kompositionen kaum mehr einklagen können. Dort haben wir schon ein erstes Problem: was soll der Unsinn mit der Vererbbarkeit von Rechten an geistigem Eigentum? Ist der Geist, der das Werk schuf erloschen kann es kein Eigentum mehr geben, oder?
Dann gibt es aber so etwas wie Aufnahmen - Schallplatten oder CDs von Konzerten. Die Interpretation von Werken kann als Kunst gelten. Schafft die Fixierung dieser Kunst aber ein eigenständiges Kunstwerk? Das ist schon heikler, oder? Also als konkretes Beispiel: Wenn ich Yesterday von den Beatles spiele (auf der Laute) ist klar, dass Lennon/McCartney die Komponisten waren (bzw. deren Rechtsnachfolger - die Rechte an den Kompositionen hatten sie an Michael Jackson verkauft. wer sie jetzt inne hat weiss ich nicht. Nach Deutschem Recht könnten sie meines Wissens nur die Verwertung verkaufen. Im Amiland wohl alle Rechte. Was M.Jackson dort erworben hatte ist also anhand der Presseberichte, die ich kenne, nicht klar). McCartney lebt noch, John Lennon ist nun seit fast 40 Jahren tot. Schon hier könnten Fristen zum Zuge kommen, der gewöhnliche Sterbliche würde das Lied, was wohl eines der bekanntesten Popsongs überhaupt ist, einem Volkslied gleichstellen. Ist es aber nicht - wenn ich es spiele brauche ich die Genehmigung. Aber von wem? Die Beatles haben die Rechte an M.Jackson verkauft, der ist auch tot. Und was soll das überhaupt? Dafür wurden dann Verwertungsgesellschaften gegründet, in Deutschland die GEMA. Bei denen muss man sich melden, wenn man Musik öffentlich darbietet. Meldet man sich nicht wird unterstellt, dass man betrügt (noch ein kritischer Punkt).
Meine Interpretation ist nun auch ein eigenes Kunstwerk, das ebenfalls dem Urheberrecht unterliegt und so weiter. Letzten Endes bedeutet das, jedes Stück Code, jede Musik, die irgendwo erklingt, jeder Text, den man zitiert - kurzum jedes Immaterialgut - wird in irgendeiner Form mit Rechten behaftet sein.

Nun gab es schlaue Köpfe, die meinten man könne einfach auf seine Rechte verzichten und es entstanden Unmengen an "Creative Commons"-Lizenzmodellen. Im oben erwähnten Rechtsstreit ging es um ein solches Foto, bei dem die Verwendung unter Bedingungen gebührenfrei gestattet wurde.
Das ändert aber nichts an dem Problem.
Es fügt den Möglichkeiten nur eine weitere hinzu - und angesichts der internationalen Dimension und den schier unendlichen Möglichkeiten kommt es immer zu Einzelfallbetrachtungen. Es muss jeder Einzelfall betrachtet werden - und das verletzt meiner laienhaften Meinung nach ein Rechtsprinzip, wonach ein Gesetz allgemein zu sein hat. So etwas wie das Lex van der Lubbe sollte es in einem Rechtsstaat nicht geben.

Wie also mit Urheberrechten umgehen?                                                                                                                                                                                

Eine neue Berner Übereinkunft muss her!
Ich finde, ein "Copyright Office" sollte eingerichtet werden, bei dem jedes Werk registriert werden kann, welches man urheberrechtlich schützen will. Dort eingetragene Werke erhalten eine Markierung wie das Copyright-Zeichen + einem Datum.
Dieses Recht sollte zeitlich beschränkt in Bezug auf die Eintragung sein, also die "Eintragung 2018" bedeutet dann, das Werk ist beispielsweise 2043 frei. Die bisherige Reglung ist Unfug!
Für die Eintragung kann eine Gebühr erhoben werden
Derjenige, der es unterlässt, eine vorhandene Eintragung zu kennzeichnen ist für die missbräuchliche Verwendung geschützter Werke verantwortlich

Eine solche Regelung würde für alle Rechtsicherheit bedeuten, dem Abmahnunsinn würde gestoppt und für komerzielle Anbieter keinen Nachteil bedeuten. Im Wesentlichen bleibt für Plattenlabels, Softwarehersteller etc. alles, wie bisher.



Salins du Midi/Salin de Giraud
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Arles ist flächenmässig ein grosses Städtchen. Neben der eigentlichen Stadt und dem grössten Teil der Camargue gehört auch der Weiler Salin de Giraud zu dieser Stadt. Hinter dem Weiler findet sich eine langgestreckte Landzunge, die die Salinen vom Mittelmehr trennen. Eine fast unwirkliche Gegend mit interessanten Farben.
Dieser Landstrich versprach, für ein paar interessante Fotos gut zu sein, wenn ich schon ansonsten überall vor verschlossenen Türen stand.

Ein schmales Strässchen führt in die Ödnis



... die unvermeidlichen Flamingos sind natürlich auch hier zu sehen.



Kaum ein Baum, der den Wind brechen könnte. Darum war der Wind sehr stark. Die Autotür musste ich nicht anschubsen, damit sie schliesst. Und tatsächlich einiges an Kraft aufwenden, um die Tür gegen den Wind zu öffnen.

weitere Bilder ...Collapse )

Eine Indurstrielandschaft, im Wechsel mit den einzigartigen Gegebenheiten der Camargue - sie durch die Salinen gleichzeitig formend ...



.... und von ihr geformt werdend.



Alle Fotos wurden mit einer Nikon F80 auf CineStill 50d Film gemacht.

Fotographieren in digitalen Zeiten
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Mit einer Mischung aus Schrecken und Amüsement habe ich auf der Schrottpresse gelesen, was die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an netten Schmankerln bringen wird.

Digitale Fotographie ist digitale Datenerhebung - klingt nachvollziehbar und richtig. Nur: Jede digitale Anfertigung eines Fotos, auf dem Personen erkennbar abgebildet sind, ist eine Datenerhebung. Damit bedarf jede (digitale) Fotographie, auf der eine Person abgebildet ist, das Einverständnis der abgebildeten Person. Handelt es sich um mehrere so muss natürlich das Einverständnis jeder Person vorliegen.
Der gesunde Menschenverstand würde nahelegen, dass jeder Mensch, der sich in die Öffentlichkeit begibt (was das ist - darüber kann man dann an den Rändern wieder streiten) sichtbar ist. Und Fotos rechtens. Natürlich wäre damit auch die gesamte Überwachungsmanie rechtfertigen - inwieweit die im Rahmen dieses Machwerkes ausgenommen wird prüfe ich noch. Wäre ja eion netter Nebeneffekt, wenn man nun gegen Überwachungskameras klagen könnte.
Jedenfalls sollte man als Digital-Fotograph in Deutschland zukünftig nur noch Blümchen oder Landschaften (ohne Menschen - falls man sowas findet) fotographieren. Strafe  bei Zuwiderhandlung ist bis zu 20 Million Euro - pro Fall! Denkt daran, dass selbst eine erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann.

https://www.fotorecht-seiler.eu/dsgvo-fotobusiness/
https://www.ipcl-rieck.com/allgemein/wissen-zur-dsgvo-7-tipps-fuer-fotografen.html
https://www.cr-online.de/blog/2018/03/09/das-ende-der-freien-veroeffentlichung-von-personenbildnissen-fuer-die-meisten-von-uns/


Glanum, Saint Remy - richtige Fotos (also auf Film :- )
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Endlich sind die ersten Filme vom Entwickeln zurück! Darunter auch einige Filme von meinem Montags-Besichtigungsprogramm. Dort hatte ich vor, Glanum zu besichtigen und nahm die Nikon F80 sowie die Voigtländer Bessa III mit. Letztere bestückte ich mit Kodak Portra 160, den ich für die erwarteten Farben optimal fand und die Nikon mit Cinestill 50d aus dem gleichen Grund.

Die Fahrt war schon sehr schön (Bilder werden folgen), vor allem die Strecke durch die Alpilles erinnerte an hiesige Alpensträsschen, in Frankreich aber noch mit einem kleinen Plus an Abenteuer.
Interessant auch, dass mein Navi weder Glanum noch Saint Remy (der Geburtsort von Nostradamus) fanden. Vielleicht war ich auch nur zu blöde, das richtig einzugeben.
Was ich bei meinem Besuch aber vergessen hatte war zu prüfen, ob dort montags offen wäre. Mir kam gar nicht der Gedanke, dass die antike Römerstadt vielleicht ein Museum sein könnte, welches montags geschlossen wäre. Somit stand ich dort vor verschlossenen Türen, nachdem ich (wie einige andere auch) mit den modernen französischen Parkautomaten kämpfte. Was soll ich da mein Kennzeichen eingeben? Weiss ich das? Ich vermute, der französische Geheimdienst wundert sich nun über die grosse Anzahl Besucher aus der Innerschweiz in der Zeit vor Ostern - "OW" weiss ich, auch dass mein Kennzeichen mit einer "2" beginnt. Danach dürfte ich an den diversen Parkplätzen so ziemlich alle möglichen Kombinationen eingegeben haben.
Da ich nun schon einmal dort war - und die satte Parkgebühr bezahlt hatte ging ich etwas spazieren und konnte den ein oder anderen Blick auf die antke Römerstadt und die Ausgrabungsstätten erhaschen.

weitere Bilder von Glanum ...Collapse )


(Voigtländer Bessa III, Potra160)


Beim Spazierengehen kam ich zu Saint-Paul de Mausole, wo van Gogh sich über längere Zeit behandeln liess. Zu meiner Überraschung war die Ausstellung noch offen, doch als ich hinein wollte hiess es "in 10 Minuten schliessen wir".


Saint Paul ...Collapse )


(alle Fotos: Nikon F80, Cinestill 50d)


Qualität in der Ernährung
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matrixmann hat zum vorherigen Post noch einen wichtigen Punkt gebracht. Die Qualität unserer Ernährung.


Sich bewusst zu ernähren ist zum inhaltsleeren Buzz-Word verkommen. Bewusst kann man auch Scheisse fressen. Eine wichtige Motivation, meine Ernährung umzustellen war, die Qualität zu verbessern. Generell mehr Zufriedenheit und Glück in den kleinen Sachen zu suchen. Vielleicht als Antwort auf entgegengesetztes Verhalten im Umfeld, wo Leute mehr auf Statussymbole setzen, wo nach Thailand gefahren wird und man doch hauptsächlich am Strand liegt, ein Sportwagen gekauft wird, der die meiste Zeit in der Garage steht (und nach einigen Jahren doch nicht mehr viel wert ist - diesen Autofetischismus habe ich nie verstanden). Vielleicht bin ich auch etwas älter und weiser geworden und halte mich langsam selbst an das, was ich anderen schon ewig präge: Qualität ist wichtig. Ein guter Käse, ein guter Wein - ein Ausflug in die "Sommerfrische" statt Braten am Strand. Wie die Monotones es in den 80ern eher witzig brachten: "St. Tropez am Baggersee"

Die Qualität der Lebensmittel ist inzwischen insofern besser geworden, als dass Du inzwischen gute Sachen selbst im Supermarkt kaufen kannst. Früher musste man dazu zum Bauern direkt gehen. Damals gab es auch noch Hofschlachtungen und so Sachen und man bekam eine grosse Palette an Lebensmitteln vom Produzenten. Das ist hier noch so ähnlich. Inwieweit man den einzelnen Bio-Labels trauen kann ist allerdings diskutabel. Prinzipiell aber erstmal gut, dass es sie gibt und die Vergabe auch kritisch überprüft wird. Das ist ihr Sinn und Zweck. Für Frischfisch beispielsweise ist MSC üblich und beliebt, bleibt aber nicht ohne Kritik (vor allem von Greenpeace). Man sollte sich also auch mit dem Inhalt beschäftigen und dabei nicht einfach den Kriterien glauben sondern auch fragen, was sie bedeuten (also zum Beispiel, wenn von "Nachhaltigkeit der Fischbestände" gesprochen wird: "Wie wird das gewährleistet?" fragen. Kann das überhaupt gewährleistet werden). Ob man das dann in seine Kaufentscheidung einfliessen lässt, es vielleicht sogar zum KO-Kriterium erhebt ist noch eine weitere Frage.
Auch wenn es hier mit "Naturaplan" eine Biomarke einer Handelskette gibt (Coop) - ich schaue trotzdem von Zeit zu Zeit, ob sie den guten Ruf noch verdient. Generell vertrauenswürdig hat sich bislang Bio Suisse erwiesen (was händlerunabhängig vergeben wird und damit auch einen Preisvergleich ermöglicht).
Generell aber versuche ich, lokal produzierte Produkte zu kaufen. Ich hatte mal grob überschlagen, wie gross der Preisunterschied in meinem Fall ist - und er ist vernachlässigbar (maximal zwischen 30 und 50 Franken pro Monat). Dabei ist noch nicht mal berücksichtigt, dass ich im lokalen Lädchen die 2 Kartoffeln kaufen kann, die ich brauche und nicht gleich nen Sack mit 1 oder 2 Kilo.
Also zusammengefasst: Nach Möglichkeit wird lokal gekauft. Was nicht lokal produziert wird  - da schaue ich nach dem "Bio Suisse"-Label oder "Naturaplan" (wenn ich im Coop einkaufe)



Dass ich ziemlich auf dem Land lebe erleichtert natürlich die Entscheidung, lokal einzukaufen.



Als ich im HR eine Sendung über lokal produzierte Kräuter für die berühmte Frankfurter Grüne Sosse sah und dort, wie die Autos an dem Feld mit den Kräutern vorbeirauschten kamen mir sicher keine Gedanken an Qualität - und doch finde ich, diese Kräuter sind den steril aussehenden aus dem Supermarkt, die in Israel oder sonstwo produziert werden vorzuziehen:
Sie sind ökologisch in der Regel vorzuziehen, weil sie weniger Transporte hinter sich haben und darum für die Produktion weniger Energie verbraten wurde, der lokale Handel und die lokalen Bauern werden unterstützt (so viel teurer sind sie nicht!) und sie begünstigen saisonale Küche - es schmeckt einfach alles besser.

Daraus muss man nun keine Ideologie machen - für den Single-Lautenisten-Haushalt ist diese Art, Lebensmittel zu kaufen die richtige. Und vielleicht sieht der ein oder andere ja auch mal bei einem Hofladen vorbei und ist positiv überrascht über Auswahl und Preise - und sicher überzeugt die Qualität!

Was nun das Einkaufen in Bio-Qualität anbelangt bin ich einerseits froh, dass es diese Produkte gibt.und sie werden von mir bevorzugt gekauft. Dabei sollte man hinterfragen, was diese Labels bedeuten. "Bio Suisse" und "Naturaplan" machen bislang einen sehr guten Eindruck und wirken auf mich eher kaufentscheidend als teure Werbung.


Singledasein, Entzugspfunde loswerden ... was gibt es zum Frühstück?
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Nachdem ich auf meine alten Tage mit dem Rauchen aufgehört habe ging, wie das nun mal so ist, mein Gewicht nach oben und hat dabei eine selbstgesetzte Grenze überschritten. Wahrscheinlich war die schon länger überschritten, doch hatte ich mein Gewicht immer nur beim Heimatbesuch gemessen und die Waage dort ging wohl nach dem Mond.
Die Erfolge sind ganz okay, auch wenn ich noch weit vom Ziel entfernt bin. Aber generell dachte ich mir, vielleicht interessieren den ein oder anderen die wunderprächtigen Rezepte, mit denen ich mich durch mein einsames Singleleben schlage. Problematisch am Singledasein und der Ernährung kann einiges sein. In meinem Fall war es


  • Kantinenfutter - Kantinenfutter ist billig und schnell. Dafür aber auch ungesund und es schlägt an. Obwohl man nicht satt wird.

  • Schweizer Brot (fast alles aus Backmischungen und fast alles aus Hefe produziert. Man wird nicht satt von dem Zeug)

  • Gipfeli (für die Nicht-Schweizer: die schweizer Variante von Croissants)

  • entzugsbedingte Abend-Futtereien (mal hier ein Stückchen Käse, da was Süsses)

  • zu viel "Fast Food" - nicht mal McDs und Konsorten, sondern aus Bequemlichkeit Backoffenfritten, Conveniant Food und so

  • Mengen - Einkaufen für die Singleküche ist eine Herausforderung!

  • Zeit! Abends noch Zeit mit Kochen "verplempern"?

  • Zucker - das Zeugs macht süchtig und dick

  • Bier - nein! Bier kann kein Problem sein!


Den Gedanken, die Ernährung umzustellen, hatte ich schon länger. Auch die damit verbundenen Anpassungen an der Routine. Tatsächlich ist das ja das Schwerste. Aus dem Trott ausbrechen ist nicht leicht und es kommt immer wieder dazu, dass man in diesen Trott zurückfällt, wenn man nicht wachsam ist.

Erste Massnahme, und zugleich Basis für den Erfolg war, die Kantine zu meiden. Statt in die Kantine zu gehen, nehme ich mir etwas mit und koche mir abends etwas.
Direkt nach dem Aufstehen brauche ich Kaffee - ohne geht nichts! Aber Essen kann ich direkt nach dem Aufstehen nichts. Die erste feste Nahrung gibt es bei mir gegen 11.30 Uhr. Mein Frühstück.
Ernährungsphysiologisch sind zum Frühstück Proteine besonders wertvoll. Da ich auch faul bin, es morgens auf dem Weg zur Arbeit narrensicher sein muss und ausserdem auch noch gut schmecken soll bereite ich am Abend vorher gerne Overnight Oates zu, wobei ich einfach ca. 70g Haferflocken nehme (die qualitativ besten, die ich finden kann), dazu ne Banane draufschnippele und dann mein Behältnis (Einmachglas mit Bügelverschluss, 0.5 Liter) mit weiteres Früchten, Rosinen, Nüssen - oder worauf ich sonst Lust habe - auffülle, dann Milch drüber kippe, den Behälter schliesse und das Zeugs über Nacht im Kühlschrank ziehen lasse. Im verlinkten Beitrag sind noch viele Variationen genannt. Langweilig wird das nicht so schnell!

Mit einem solchen Frühstück besorge ich mir bereits eine Grundladung an Vitaminen und Proteinen. Ausserdem sättigt das Zeugs gut und die Kantine ist damit passé.

Ab und zu will ich aber natürlich auch etwas zu beissen haben und seitdem ich ein Brot auf Sauerteigbasis und Vollkorn bei Coop gefunden habe, das zudem auch noch etwas länger haltbar ist nehme ich ab und zu ein Brot mit. Das wird dann mit Poulet- oder Trutenbrustwurst (oder was ich grade habe, aber prinzipiell ist das lecker und gesünder als die beliebte Salami) oder mit Käse und Gurke belegt - ganz traditionell die Stulle eben. Dabei nur lieber weisses Fleisch, wenn es denn schon Fleisch sein muss.

Mein angestrebtes Verhältnis zwischen Overnight Oates und Stullen ist etwa 3/2 - also an 3 Tagen Overnight Oates und an 2 Stullen. Wobei es vor allem maximal 2 Tage Stullen sein sollten.
Ganz einfach, oder?

Tatsächlich sind in so einem Brotpack etwa 10 Scheiben drin, von denen ich meistens 2 übrig behalte, Bananen bleiben selten übrig. Ihre Verwendung - da werde ich sicher etwas zu schreiben und was sonst noch für das Frühstück gebraucht wird: das gibt es nach Bedarf. Reste habe ich also kaum noch (was mich am Brot vom Bäcker extrem störte: max 3 Tage haltbar, besser nach 2 Tagen aufgebraucht haben. Für einen Singlehaushalt bedeutet das: die Hälfte wird hart oder  schimmelig. Von diesem Brot wird man kaum satt, so dass man viel mehr Brot nimmt als gut wäre ), Das Frühstück ist lecker, Zeit  für die Vorbereitung verbrate ich kaum und spare auch Müll.


Lobo über eine Regulierung von Facebook - Gedanken
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In seiner jüngsten Kolumne meint Sascha Lobo, die Besonderheit Facebooks herausstellen zu müssen und spricht sich für eine Regulation aus.
Einen Punkt macht er meiner Meinung nach, wenn er die Bedeutung von Facebook in und für Länder hervorhebt, in denen es die einzige oder wichtigste Nachrichtenquelle ist.
Wobei ich ergänzen möchte: sowohl positiv wie negativ!

Was Lobo aber verkennt ist, dass es sich um ein Unternehmen handelt, welches nationalen Gesetzen unterworfen ist. Ein Gesetz um Facebook zu regulieren müsste aber international greifen.
Ein allgemeines gesellschaftliches Problem zeigt sich nur im Fall von Facebook aber ganz deutlich: Und das ist das Problem der Werbung. Im nationalen Umfeld mag man sie noch ansatzweise kontrollieren und regulieren können. Werbung per se versucht aber, uns etwas zu verkaufen - anzudrehen. Ob das Waschmittel, ein Partner ("ich parshippe jetzt"), Zigaretten (der HB-, der Marlboro-Mann, eine Bank ("Mein Haus, Mein Auto, ...")  oder eine politische Partei sind ist dabei vollkommen unerheblich. Ja, Emotionen spielen eine Rolle - die Emoticons in Facebook geben uns die von der Werbung erwünschten Gefühle vor. Aber das ist, wie sie auf uns wirken soll. Sie soll ein Produkt mit Gefühlen verbinden. Würde Werbung den Verstand ansprechen wäre sie sinnlos, zumindest deutlich weniger effektiv. Absicht von Werbung ist aber, Produkte mit Gefühlen zu verbinden. Und die sollen in Verkäufe münden. Eine Abgrenzung von Werbung, Information und Manipulation halte ich für sehr schwierig. Das ist oft Gefühlssache und dementsprechend geht das schnell in Beliebigkeit.

Facebook bietet nun einen fast schrankenlosen Zugang, Werbung nahezu unreguliert zu verbreiten. Dazu kommt noch, dass noch über die Daten, die vom Nutzer geschnorchelt werden, Werbung sehr zielgerichtet und effektiv gestaltet werden kann. Das ist das Geschäftsmodell von Facebook und das macht die Regulierung schwer. Was soll bei Versuchen einer Regulation herauskommen? Das einzige vorstellbare könnte etwas wie ein politisches Werbeverbot sein - ähnlich dem Tittenverbot auf Seiten der Facebook-Familie. Genauso lächerlich würde das auch rauskommen. Als Gesetz formuliert müsste es, um formalen Ansprüchen zu genügen, allgemein sein. Da es ja kaum gerecht sein kann, in Zeitungen und im Fernsehen politische Werbung zu platzieren, es auf Facebook aber zu verbieten.

Ganz grundlegend geht es bei den durch Facebook verursachten Problemen um die Folgen eines Kampfes, der schon ausgefochten wurde und der verloren gegangen ist: den um die Kommerzialisierung des Internets.
Das Internet war in der Anfangszeit schon eine tolle Sache - und viele meinten, wie schön es sei, endlich mal eine friedliche Technologie zu haben! Etwas, was Menschen weltweit verbinden kann. Doch irgendwann ging es darum, wie man diese tolle Sache zu Geld machen kann. Und damit begann die Kommerzialisierung.
Nie hätte ich damals gedacht, eine auf Werbung aufgebaute Wirtschaft könne sich im Internet etablieren. Das ist doch ein vollkommen substanzloser Wirtschaftszweig! Da lag ich ziemlich daneben. Substanzlos ist er zwar, aber es wird viel Geld geschoben und Firmen wie Google und Facebook machen viel Geld. Alles, um eine um ein paar Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit zu haben, damit das bei einer Kaufentscheidung beworbene Produkt gewählt wird. Eigentlich lächerlich, wieviel Geld dafür verpulvert wird, oder?

Aber zurück zu Lobos Artikel:
Warum melden sich Leute denn bei Facebook an und warum geben sie ihre Daten preis? Der Zweck für die Nutzer ist ja, Kontakte zu halten und zu pflegen, und ja! Emotionen zu teilen. Das ist für sie das Wesentliche. Und ja! Genau hier treffen sich die Interessen der Werbenden (also der zahlenden Kunden Facebooks) mit denen der Nutzer. Aber nur im Begriff. Ein Unternehmen, das Produkte (oder "Events") verkaufen will versucht heute, die Produkte mit Emotionen zu verbinden (warum sie das tun - darüber könnte ich mich auch lange auslassen). Während ein Nutzer vermeindlich ja auch etwas tolles Erleben will, was er dann teilen kann. Der von Lobo vorgeschlagene Begriff der "sozialen Infrastruktur" verkennt dabei aber den Unterschied in der Motivation (private Nutzer wollen ein Gefühl teilen, Kommerzielle Nutzer wollen mithilfe eines Gefühls etwas verkaufen) und den krassen Unterschied zwischen dem Anbieter (Facebook), für den Werbung der Zweck des Unternehmens ist und dem Nutzer, der in Facebook entweder eine Werbeplattform sieht oder als das "Internet 2.0" - als eine Basis, um zu kommunizieren, zu spielen - das "Dorf Internet" in seinen Facetten. Nur für die Letztgenannten stehen Emotionen im Zentrum.


Marais du Viguereit
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Leider verzögert sich offenbar das Entwickeln der Filme, so dass ich von meinen Ferien nicht ganz chronologisch berichte und heute bereits einen kleinen Vorgriff mache. Mittwochs war ich, ein echtes Highlight in der Camargue besuchen, das Marais du Viguereit. Weder die Website noch sonst ist dieses Reservat besonders hervorgehoben - doch in ihm verbirgt sich die ursprüngliche Camargue. Für mich unter vielen wunderschönen Plätzen dort einer der schönsten, wenn nicht der schönste überhaupt.

Er liegt etwas ab und mehr als einmal fragte ich mich beim Fahren der Schotterpiste und wenn ich zwischen dem Ausweichen von sehr tiefen Schlaglöchern und dem Versuch, dabei nicht in die tiefen Abwasserrinnen zu rutschen Zeit fand, einen Gedanken zu fassen, ob ich wohl auf dem richtigen Weg sei? Reis und Schilf auf der einen Seite, die unvermeidlichen Pferde und Stiere auf der anderen ging es mehrere Kilometer - gefühlt in's Nichts. Hinter mir eine dicke Staubfahne - ob man sich so auch in New Mexico fühlt? Wahrscheinlich wird dort wenigstens der Rücken mehr geschont.

Angekommen war das Empfangshäuschen mit kleinem Shop im Umbau. 3 € sollte ich zahlen. Auf einen 10er konnten die Mädels aber nicht herausgeben und hätten gerne Münzen gehabt, die ich aber nicht hatte. Also haben sie gekratzt und mir mein Wechselgeld in 10- und 20-Cent-Münzen gegeben. Mein Portemonnaie wurde deutlich schwerer, ich aber nicht reicher.
Wie heute scheinbar überall üblich wird Statistik erhoben und ich sollte  Auskunft geben, woher ich käme, wie ich von dem Platz erfahren habe und so weiter - weil die Mädchen wirklich zerknirscht wegen des Problems mit dem Wechselgeld schienen (in Frankreich scheint es die Bezahlung mit Kreditkarte eher die Regel als die Ausnahme zu sein) gab ich Auskunft - sogar wahrheitsgemäss. Prinzipiell ist diese Datensammelwut einfach nur noch lästig. Das mag den Anbieter einer Dienstleistung oder Gewerbes vielleicht interessieren, aber warum erheben sie diese Daten? Um Werbung zu schalten wohl - und daran soll ich mich beteiligen?


Kaum verlässt man das Häuschen und betritt die Bretter, die den Besucher über den Sumpf führen betritt man eine andere Welt. Die allgegenwärtigen Moskitos bleiben, klar, aber es herrscht Dschungelluft; feucht, noch feuchter als sonst schon in der Camargue! Vorsichtig schiebe ich mich durch das Schilf und erkunde die Wunderwelt der ursprünglichen Camargue.
An dieser Stelle könnte ein Exkurs über den Volkscharakter der Frenchies stehen - inklusive den vermuteten Ursachen. Ich lasse es lieber - jedenfalls kann man sich vorstellen, wie sehr mich eine Gruppe munterer Franzosen (also französisch sprechender Menschen) begeisterte, die lautstark jedes Tier be-"o lala" te und ebenso lautstark jedes Tierchen dem jeweils nächsten zeigen musste. Dass die (natürlich mit dicken Bestimmungsbüchern versehene) Truppe mir die eigentlich an Besucher gewohnten Tiere vertrieb und mich zu einer Zwangspause (mit Internet, Facebook etc) trieb.
Die Stille dieser ansonsten einsamen Orte schätze ich sehr. Man kann lauschen und hört auf einer ganz anderen Ebene - man meint, das Leben selbst zu hören. Der krasseste Gegensatz zu meinem Alltag, in dem ich viel höre, mit vielen Leuten reden muss, aber immer das Gefühl habe, mit sprechenden Zombis umzugehen.
Tja - auch die glorreiche französische Luftwaffe - alles andere als dem Leben zugewandt - muss mir den Gegenpol verdeutlichen, mir die lärmige Zerstörungskraft unserer Zivilisation vorführen.

gegen

oder



Es gab eine Zeit, da setzte ich unsere moderne Welt mit Kultur gleich, damit, dass die Menschheit etwas erschaffen hat. Heute kommt es mir vor als sei die moderne Menschheit nur da, um zu zerstören. Vielleicht ist das nur ein anderer Zugang zur gleichen Problematik. Die wunderbare Kunst der Vergangenheit, die unglaublichen Fortschritte der Wissenschaften waren in ihrer Zeit sicher auch zerstörerisch.
Muss der Mensch zerstören, um etwas zu schaffen? Per aspera ad astra? Mit solchen Gedanken beschäftigt, wanderte ich sundenlang durch das Gelände und genoss all die Wunder der Natur, die sich mir hier offenbarten. Kann eine Welt schlecht sein, die solche Wunder enthält? Was (oder genauer wer) ist das Problem?

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Ganser mal wieder
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Daniele Ganser hat auch seinen letzten Lehrauftrag entzogen bekommen.
Er braucht ihn sowieso nur für sein Renommé. So kann er sich heute nicht mehr mit dem Attribut Dozent schmücken. Er lebt wohl überwiegend von Buchverkäufen und seinen gut laufenden Shows.
Natürlich bekommen seine Fans und Anhänger nun Schnappatmung und empfinden es als skandalös, dass nach ETH Zürich und der Uni Basel nun auch die Uni St. Gallen die "Arbeit" Gansers nicht anerkennt. Tatsächlich stellt er nur Fragen, einige durchaus originell. Bei der Auswahl seiner Quellen geht er äusserst selektiv und tendenziös vor, so dass die Wissenschaftlichkeit seiner Arbeitsweise anzuzweifeln ist. Inwieweit ein Erkenntnisgewinn durch seine Tätigkeiten stattfindet und ob das überhaupt beabsichtigt ist ist ebenso fraglich.
Ich gönne ihm seine Show. Die scheint er ganz gut und erfolgreich abzuziehen. Was ich nicht mag ist, wenn sich so jemand als Wissenschaftler ausgibt.
Die Reaktionen seiner Anhängerschaft sind allerdings nervend.
Und das Ergebnis dieser Umfrage


empfinde ich als sehr bedenklich.

Natürlich darf man bei den Teilnehmern einer solchen Umfrage voraussetzen, dass sie Ganser eher zugeneigt sind, aber dennoch ...


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