lautenist

Putin greit durch

Wenn der Titel einer Zeitungsmeldung schon eine Wertung enthält.
Man stelle sich entsprechende Meldungen in den USA oder Deutschland vor: "Trump erschiesst Afro-Amerikaner", "Merkel verurteilt Tschäpe zu lebenslang" oder ähnlich.
Ein solcher Titel für eine Meldung macht nur Sinn, wenn ein Herrscher absolut regiert und aktiv Rechtsprechung betreiben kann, die Gewaltenteilung also nicht existiert.
Das unterstellt der Blick (so etwas wie die Schweizer BILD). Dass eine solche Meldung unter "Sport" eingeordnet wird befremdet zusätzlich.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich kein grosser Freund des "lupenreinen Demokraten" Putin bin. Meldungen wie die hier behandelte sorgen dafür, dass ich der westlichen Presse bezüglich Berichten über Russland sehr skeptisch gegenüber stehe. Für mich stellt sich die Frage, warum es ein so grosses Interesse zu geben scheint, den Ost-West Konflikt wiederzubeleben. Ist es ein Problem, dass Russland ein anderes System hat und tatsächlich, wie Putin sagt, eines der wenigen wirklich unabhängigen Länder ist? Ist Russland wirklich, wie unterstellt wird, an einer Wiederbelebung des Sovietimperiums interessiert? Tatsächlich sind in der Tradition der Sovietunion und später Russlands kaum militärische Agressionen bekannt: vor allem der Einmarsch in Afghanistan fällt ein. Es erscheint also unplausibel, aber nicht unmöglich. Die blosse Wiederholung von Beschuldigungen durch den Westen macht etwas aber nicht einfach durch die Menge der Wiederholungen wahr.
Das Thema Wahlmanipulationen durch Russland wird in den USA hochgekocht. Dass Russland versucht, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen ist legitim und wird umgekehrt von den USA in allen Weltteilen massiv gleich und sogar noch schlimmer gemacht. Man erinnere sich nur an die 5 Milliarden, welche die CIA für eine gefällige Regierung in der Ukraine investiert hatte und die zum immer noch schwelenden Bürgerkrieg führten. Von der Unterstützung einer Seite zu Wahlmanipulation ist es ein weiter Schritt. Mit Manipulation verbinden wir in diesem Zusammenhang, dass Trump ohne sie nicht gewählt worden wäre. Und was ist mit den ganzen Spendengeldern? Hatten die nicht auch Einfluss? Ist es nicht eigentlich das amerikanische System, das finanzstarke Kandidaten begünstigt. Und dazu das Versagen der Demokraten, einen geeigneten Kandidaten aufzustellen — mir kommt es so vor, als wollten die Demokraten genau das übertünschen, indem sie massiv auf die Schiene von Trump als Verräter und Russland als dem bösen Feind setzen. Das ist natürlich Unsinn.
Was allerdings Fakt ist und die USA in keinem guten Licht erscheinen lässt ist, dass sie massiv versuchen, das Feindbild Russland erneut aufzubauen, was ihnen im eigenen Land offenbar gut gelingt während der Rest der Welt befremdet schaut und sich die USA immer weiter isolieren.
Dass die hiesige Presse, wie in obigem Beispiel deutlich wird, das aus den USA vorgegebene Feindbild unbesehen übernimmt sorgt weiter für ein angespanntes Verhältnis zur Presse. In einem neutralen Land wie der Schweiz sollte ein unabhängiger Blick eine Selbstverständlichkeit sein, selbst für ein Boulevardblatt wie den Blick

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