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Thomas öffentliches Tagebuch

The world of a photographing lute enthusiast


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Fotographieren in digitalen Zeiten
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lautenist

Mit einer Mischung aus Schrecken und Amüsement habe ich auf der Schrottpresse gelesen, was die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an netten Schmankerln bringen wird.

Digitale Fotographie ist digitale Datenerhebung - klingt nachvollziehbar und richtig. Nur: Jede digitale Anfertigung eines Fotos, auf dem Personen erkennbar abgebildet sind, ist eine Datenerhebung. Damit bedarf jede (digitale) Fotographie, auf der eine Person abgebildet ist, das Einverständnis der abgebildeten Person. Handelt es sich um mehrere so muss natürlich das Einverständnis jeder Person vorliegen.
Der gesunde Menschenverstand würde nahelegen, dass jeder Mensch, der sich in die Öffentlichkeit begibt (was das ist - darüber kann man dann an den Rändern wieder streiten) sichtbar ist. Und Fotos rechtens. Natürlich wäre damit auch die gesamte Überwachungsmanie rechtfertigen - inwieweit die im Rahmen dieses Machwerkes ausgenommen wird prüfe ich noch. Wäre ja eion netter Nebeneffekt, wenn man nun gegen Überwachungskameras klagen könnte.
Jedenfalls sollte man als Digital-Fotograph in Deutschland zukünftig nur noch Blümchen oder Landschaften (ohne Menschen - falls man sowas findet) fotographieren. Strafe  bei Zuwiderhandlung ist bis zu 20 Million Euro - pro Fall! Denkt daran, dass selbst eine erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann.

https://www.fotorecht-seiler.eu/dsgvo-fotobusiness/
https://www.ipcl-rieck.com/allgemein/wissen-zur-dsgvo-7-tipps-fuer-fotografen.html
https://www.cr-online.de/blog/2018/03/09/das-ende-der-freien-veroeffentlichung-von-personenbildnissen-fuer-die-meisten-von-uns/


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Hm... Ist das eine Verordnung, die von Deutschland für Deutschland gemacht wird, aber kommt das von der EU?
Der Sachverhalt selbst ist mir nämlich unbekannt, nichts von gehört...

Spontan kommt in mir dabei eine Frage auf: Was machen dann eigentlich alle Selfie-Knipser, die sich zusammen mit jemand anderes ablichten? (wahlweise der besten Freundin oder auch Prominenten (die Nummer löst heutzutage schon das klassische Autogramm ab, heißt es))

Und... wie sieht es mit Haustieren aus? Die werden juristisch doch auch als "Gegenstand" geführt, an der aber, wohlgemerkt, ihr Besitzer die alleinigen Anrechte hat.
Was ist, wenn von dem einer ein Bild macht und der Besitzer will das nicht? Streiten wir uns dann auch vor Gericht? ("Du darfst meinen Hund nicht fotografieren, ich verbiete es dir!")

...Letzteres klingt ein wenig humorvoll, ist aber durchaus ernst gemeint.

Hunde sind Sachen - in Deutschland gilt Panoramafreiheit. Den Hund darfst Du also knipsen, den Besitzer nicht.
Selfie-Knipser müssen sich die Genehmigung dessen holen, der mit drauf ist - am besten schriftlich. Ich finde es lustig, wenn die dann nach ein paar Wochen widersprechen und der Knipser das Foto auf Facebook auch nur finden soll, geschweige denn löschen :-)

Das ist eine EU-Richtlinie, die ab 25.Mai nationales Recht ist. Beschlossen wurde das schon vor 2 Jahren, blieb aber vollkommen unbeachtet.

Kam dadrauf, weil ich hätte es mir in einr Linie vorstellen können wie wenn du Bilder von jemandes Wohnung (im Innenraum) machst und die dann zugänglich machst. Kann sich doch auch einer beschweren, dass er das nicht will - und das sogar mit ein klein wenig Recht, denn heutzutage suchen Diebe auch über Facebook ihre nächsten Zielorte aus...

Weiß nicht, irgendwie kommt das alles schon so hin, worum ich dann doch wenig mit Bildern arbeite, und wenn, dann am liebsten mit Open Source, wo die Frage des Verwenden-dürfen gleich geklärt ist. Wo sehr unwahrscheinlich damit zu rechnen ist, dass sich jemand beschweren wird (im amerikanischen Raum ist mir nicht bekannt, dass es dort, abseits der kommerziellen Copyright-Streis, die gleiche Erbsenzählerei gibt - von welchen Leuten aber einiges an Open Source Bildern stammt).
Darüber wird hierzulande ein wahnsinniger Aufriss gemacht - und dazu noch in einer Art und Weise, die mit den Technologien, wo es am häufigsten zum Einsatz kommt, überhaupt nicht zusammenpasst.
Ist fast wie mit Herrn Zuckerberg als er letztens vor den Kongress treten musste. Da stehen ihm plötzlich Dinosaurier gegenüber, die ihm so dümmliche Fragen über das Ganze stellen, damit hätte man als Technik-firmer nicht gerechnet. - Eine totale Offenbahrung der Ahnungslosigkeit, und die sollen dich und deine Sache dann beurteilen...
Ein Publikum aus Technikern hätte ihn vielmehr in der Luft zerrissen ohne lang zu zögern.

Und so ist das auch, wann auch immer die Politik da mit 'was neuem um die Ecke kommt. Dinosaurier, die verbindlich über etwas entscheiden, wovon sie keine Ahnung haben.
Okay, das ist das Kernwesen der Demokratie... Entscheidungsmacht verpflichtet nicht dazu, sich kundig zu machen über das, worüber man abstimmt.
Aber dennoch. Und es ist ja nicht so, dass so etwas zum ersten Mal der Fall ist.
Wenn Frauen sich darüber beschweren, dass ausschließlich Männer darüber entscheiden, welche Rechte sie haben sollen, dann hört man den Klagen auch zu.

Aha, also eine neue EU-Richtlinie?
"Vollkommen unbeachtet", das trifft es sehr gut.
Es wundert einen, dass darüber bisher noch keiner den üblichen Aufstand gemacht hat, denn alle faktischen und alle Möchtegern-Datenschützer liegen in der Regel doch nur auf der Lauer, damit sie um etwas Lärm machen können.

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