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Qualität in der Ernährung

matrixmann hat zum vorherigen Post noch einen wichtigen Punkt gebracht. Die Qualität unserer Ernährung.


Sich bewusst zu ernähren ist zum inhaltsleeren Buzz-Word verkommen. Bewusst kann man auch Scheisse fressen. Eine wichtige Motivation, meine Ernährung umzustellen war, die Qualität zu verbessern. Generell mehr Zufriedenheit und Glück in den kleinen Sachen zu suchen. Vielleicht als Antwort auf entgegengesetztes Verhalten im Umfeld, wo Leute mehr auf Statussymbole setzen, wo nach Thailand gefahren wird und man doch hauptsächlich am Strand liegt, ein Sportwagen gekauft wird, der die meiste Zeit in der Garage steht (und nach einigen Jahren doch nicht mehr viel wert ist - diesen Autofetischismus habe ich nie verstanden). Vielleicht bin ich auch etwas älter und weiser geworden und halte mich langsam selbst an das, was ich anderen schon ewig präge: Qualität ist wichtig. Ein guter Käse, ein guter Wein - ein Ausflug in die "Sommerfrische" statt Braten am Strand. Wie die Monotones es in den 80ern eher witzig brachten: "St. Tropez am Baggersee"

Die Qualität der Lebensmittel ist inzwischen insofern besser geworden, als dass Du inzwischen gute Sachen selbst im Supermarkt kaufen kannst. Früher musste man dazu zum Bauern direkt gehen. Damals gab es auch noch Hofschlachtungen und so Sachen und man bekam eine grosse Palette an Lebensmitteln vom Produzenten. Das ist hier noch so ähnlich. Inwieweit man den einzelnen Bio-Labels trauen kann ist allerdings diskutabel. Prinzipiell aber erstmal gut, dass es sie gibt und die Vergabe auch kritisch überprüft wird. Das ist ihr Sinn und Zweck. Für Frischfisch beispielsweise ist MSC üblich und beliebt, bleibt aber nicht ohne Kritik (vor allem von Greenpeace). Man sollte sich also auch mit dem Inhalt beschäftigen und dabei nicht einfach den Kriterien glauben sondern auch fragen, was sie bedeuten (also zum Beispiel, wenn von "Nachhaltigkeit der Fischbestände" gesprochen wird: "Wie wird das gewährleistet?" fragen. Kann das überhaupt gewährleistet werden). Ob man das dann in seine Kaufentscheidung einfliessen lässt, es vielleicht sogar zum KO-Kriterium erhebt ist noch eine weitere Frage.
Auch wenn es hier mit "Naturaplan" eine Biomarke einer Handelskette gibt (Coop) - ich schaue trotzdem von Zeit zu Zeit, ob sie den guten Ruf noch verdient. Generell vertrauenswürdig hat sich bislang Bio Suisse erwiesen (was händlerunabhängig vergeben wird und damit auch einen Preisvergleich ermöglicht).
Generell aber versuche ich, lokal produzierte Produkte zu kaufen. Ich hatte mal grob überschlagen, wie gross der Preisunterschied in meinem Fall ist - und er ist vernachlässigbar (maximal zwischen 30 und 50 Franken pro Monat). Dabei ist noch nicht mal berücksichtigt, dass ich im lokalen Lädchen die 2 Kartoffeln kaufen kann, die ich brauche und nicht gleich nen Sack mit 1 oder 2 Kilo.
Also zusammengefasst: Nach Möglichkeit wird lokal gekauft. Was nicht lokal produziert wird  - da schaue ich nach dem "Bio Suisse"-Label oder "Naturaplan" (wenn ich im Coop einkaufe)



Dass ich ziemlich auf dem Land lebe erleichtert natürlich die Entscheidung, lokal einzukaufen.



Als ich im HR eine Sendung über lokal produzierte Kräuter für die berühmte Frankfurter Grüne Sosse sah und dort, wie die Autos an dem Feld mit den Kräutern vorbeirauschten kamen mir sicher keine Gedanken an Qualität - und doch finde ich, diese Kräuter sind den steril aussehenden aus dem Supermarkt, die in Israel oder sonstwo produziert werden vorzuziehen:
Sie sind ökologisch in der Regel vorzuziehen, weil sie weniger Transporte hinter sich haben und darum für die Produktion weniger Energie verbraten wurde, der lokale Handel und die lokalen Bauern werden unterstützt (so viel teurer sind sie nicht!) und sie begünstigen saisonale Küche - es schmeckt einfach alles besser.

Daraus muss man nun keine Ideologie machen - für den Single-Lautenisten-Haushalt ist diese Art, Lebensmittel zu kaufen die richtige. Und vielleicht sieht der ein oder andere ja auch mal bei einem Hofladen vorbei und ist positiv überrascht über Auswahl und Preise - und sicher überzeugt die Qualität!

Was nun das Einkaufen in Bio-Qualität anbelangt bin ich einerseits froh, dass es diese Produkte gibt.und sie werden von mir bevorzugt gekauft. Dabei sollte man hinterfragen, was diese Labels bedeuten. "Bio Suisse" und "Naturaplan" machen bislang einen sehr guten Eindruck und wirken auf mich eher kaufentscheidend als teure Werbung.

Tags: gedanken, gesund leben, lautenistenleben, meinung
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