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Nein zu No-Billag

Warum man die Initiative ablehnen sollte?


  • Der widerliche Etikettenschwindel, der betrieben wird: Die Initiative richtet sich nicht gegen das Eintreiben der Gebühren sondern zielt darauf, die SRG zu vernichten

  • Die SRG kann nicht kommerziell genauso betrieben werden. Die Modelle der Initianten sind Blödsinn. Wer würde denn SRF als Pay-TV abonnieren?

  • Die Gegner argumentieren mit den Kosten ("Zwangsgebühren"). Gemessen an den Aufgaben, welche die SRG erfüllt arbeitet sie tatsächlich aber wirtschaftlich.

  • Service Public erfüllt aber vor allem eine hoheitliche Aufgabe. Grade eine direkte Demokratie setzt informierte Bürger voraus. Ein Angriff auf qualitativ hochwertige Informationen aus der Schweiz für die Schweiz ist ein Angriff auf die Demokratie.

  • es handelt sich bei der SRG  nicht um "Staatsfunk" und die Gebühren sind keine Steuer. Die Initianten sollten sich über öffentlich-rechtliche Gesellschaften informieren

  • Die Initiantive ist rein destruktiv - sie vernichtet. Die Annahme, dass der Markt es schon richten werde ist Blödsinn. Kommerzielle TV-Sender sind daran interessiert, Einnahmen zu generieren (= Werbung zu senden). Information oder Unterhaltung dient nur als Mittel, damit Leute sich das anschauen. Eine ausgewogene Berichterstattung ist nicht zu erwarten.

  • Die Durchkommerzialisierung des Lebensraums ist nicht wünschenswert. Geld bzw. Kosten werden zum alles bestimmenden Argument. Tatsächlich geht es primär aber doch darum, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

Besonders der erste und der letzte Punkt wird meiner Beobachtung nach in der öffentlichen Diskussion kaum beachtet.

NoBillag richtet sich gegen ein öffentlich-rechtliches Angebot. Der Stammtisch argumentiert auf typischem SVP-Niveau damit, dass man das Angebot ja nicht nutzt, es werden Fehler hochgejazzt und Details skandalisiert. Ob das Angebot im Detail kritikwürdig ist oder nicht spielt aber keine Rolle. Auch nicht, wenn das immer und immer wieder wiederholt wird wie "How I met your mother" im Privatfernsehen. Ziel ist nicht, das Angebot zu verbessern, sondern es zu vernichten. Warum?

Dass das Medium bei Privatfernsehen privatem und öffentlich-rechtlichem Fernsehen gleich ist sollte einen nicht dazu verleiten zu denken, sie seien gleich. Im einen Fall dient es dazu, Werbung zu transportieren und dadurch Einnahmen zu generieren, im anderen Fall dient es der auftragsgemässen Information. Damit diese Aufgabe im Interesse der Allgemeinheit neutral und weitgehend ohne politische Einflussnahme stattfinden kann wurde das öffentlich-rechtliche Konstrukt gewählt. Eben grade kein Staatsfunk.
Wird nun die SRG kommerzialisiert ist sie als TV- und Radio-Station höchstwahrscheinlich nicht überlebensfähig. Sender wie 3Plus und Sendungen wie "Bauer, ledig sucht", "Bumann", "Bachelor" etc. dürften das sein, was vom Schweizer Fernsehen übrig bleibt.

Die Frage, ob ich die Durchkommerzialisierung des Lebensraumes für wünschenswert erachte ist für mich die Entscheidende. Es geht ein Trend dahin, dass man für das Selbstverständliche, die Werbefreiheit, zahlen muss. Dass Unternehmen in mein Privatleben eindringen, mir Lebenszeit stehlen soll Normalität sein und nicht die Ausnahme? Will ich das?

Edit: Im Spiegel giibt es noch einen ganz lesenswerten Beitrag zum Thema.
Und noch ein Nachtrag: Die taz über noBillag

Tags: gedanken, meinung, thomas mental chaos
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