lautenist (lautenist) wrote,
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Neues aus Absurdistan


Nachdem die Deutsche Presse (allen voran natürlich Springer) ein absurdes Leistungsschutzrecht in Berlin durchgesetzt hat, beschwert sie sich nun, dass der Konzern Google, gegen den dieses Gesetz im Grunde genommen gerichtet war, nicht wie gewollt reagiert und legt eines drauf. Bis hin zur Zerschlagung von Google gehen die Forderungen.
Natürlich sind dort auch Drosselkom und Konsorten voll dafür. Zurück zu den Anfängen des Internets! Zurück in die Zeit, als es CDs von Compuserve, T-Online, AOL und wie sie alle hiessen, gab und welche ihre eigenen Netze bereitstellten, welche die Informationen filterten und dadurch natürlich eine nicht unbeachtliche Macht darstellten. Wer da nicht kapiert, dass es letzten Endes nur darum geht, ein überkommenes Geschäftsmodell der Medien zu retten bzw. zu restaurieren, dem ist nicht mehr zu helfen.
=> Lobbyismus – was bringt es, die Wirtschaft regieren zu lassen?

Der Bundesanwalt will wegen der ganzen NSA-Geschichte keine Strafverfolgung einleiten. Mangels Beweisen – als ich das las, hatte ich den ersten Lachkrampf des Tages.
Dazu passt, das, wie ich bei Fefe lese, deutschen Beamten untersagt ist, sich mit den von Snowden bekannt gemachten Dokumenten zu befassen.
Ich staune immer mehr, wie unverfroren sich Deutschland inzwischen nicht einmal mehr den Anschein gibt, ein Rechtsstaat zu sein. Das einzige, was in dem Land noch funktioniert, ist anscheinend das Verfassungsgericht. Und das ist nicht einmal eine demokratisch zustande gekommene Institution, sondern lediglich die letzte Instanz, die Missbrauch durch die Exekutive verhindern soll.

Zu guter Letzt hat der Friedensnobelpreisträger gemeint, Afghanistan hätten die USA attackiert, um somit eine späte Rechtfertigung für die US-Invasion des Landes zu konstruieren. Für wie blöd hält der uns eigentlich? Schon am 11.September 2001 war klar, dass die Amis irgendwas bombardieren würden – das machen sie immer, wenn irgendjemand sich gegen sie mit Gewalt wehrt. Und klar war es, dass es nach den Anschlägen auf das WTC irgendwas Grosses sein müsste. Dass es dann ausgerechnet Afghanistan war hätte wohl niemand erwartet und die Begründung für die Invasion („Ausbildungsort für Terroristen“) war schon 2001 hanebüchen.

Die Ukraine hat gewählt. Der Kandidat ist mir von denen, die zur Auswahl standen, der sympathischste und scheint gemässigt zu sein. Den Makel, letzten Endes nur vom Westen seines Landes gewählt worden zu sein, wird er allerdings nicht los werden. Somit ist die „Wahl“ kein Schritt hin zur Beendigung des Konflikts. Eine Wahlbeteiligung von 15-35% im Osten des Landes spricht dafür, dass in diesen Regionen die Wahl nicht legitimiert ist. Was übrigens auch für die Europawahl gilt. Die niedrige Wahlbeteiligung wird von Meldungen über die Erfolge der Extremisten überlagert, doch tatsächlich zeigt die Wahl vor allem, dass Europa durch seine Bürger zunehmend die Legitimation entzogen wird.
Hatte ich schon erwähnt, wie sehr mich nervt, wenn selbst bei aktuellen Ereignissen die Fakten von den Medien offenbar ignoriert werden? So wird in Deutschland geradezu einhellig von der Annexion der Krim durch Russland gesprochen. Korrekterweise könnte man es „Anschluss“ nennen oder „Beitritt“. Schon der erste Satz in der Beschreibung in der Wiki spricht von Zwang und Gewalt als Merkmalen einer Annexion. Tatsächlich kann man davon ausgehen, dass der Beitritt der Krim zu Russland dem Willen der Bewohner entspricht. Eine Einflussnahme Russlands dürfte kaum notwendig gewesen sein. Eine völkerrechtliche Beurteilung ist etwas ganz anderes und kann durchaus auch zu dem Ergebnis führen, der Anschluss der Krim sei völkerrechtswidrig erfolgt – hier kann man Parallelen zum Anschluss Österreichs 1938 (wobei dort keine wirkliche Abstimmung stattgefunden hatte) sehen. Der oft bemühte Vergleich zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo hinkt, da die Unabhängigkeitserklärung der Krim nur zum Zweck der Eingliederung in Russland erfolgte während das Kosovo einen unabhängigen Staat zum Ziel hatte.

Und bei diesen Nachrichten wundert man sich, warum ich mich von der Politik verabschiede?

Bevor ich mich dem ungleich erfreulicheren Lautenspiel zuwende ... der politisch korrekte Tittenkalender hat mich doch zum Lachen gebracht:

Du willst dir einen Tittenkalender an die Wand hängen, aber nicht als oberflächliches, chauvinistisches Machoarschloch gelten? Kein Problem, wir haben mit dem politisch korrekten Tittenkalender 2014 die Lösung für dich. Denn damit hängst du klare politische Botschaften selbstbewusster Frauen an die Wand. Der Kalender ist sowas von feministisch, dass er sogar von Alice Schwarzer das “Fair Titts” Logo verliehen bekommen würde. Also einfach runterladen, ausdrucken, an die Wand hängen und mit Hilfe politisch korrekter Titten die Welt besser machen.

Tags: gedanken
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