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Massentötungen von Streunenden Hunden in Rumänien

Nachdem gestern aufgebrachte „Tierschützer“ gegen das „Massenmorden an Hunden“ protestierten (mit den üblichen erschreckenden Bildern von grausam abgeschlachteten Hunden) habe ich mich heute ein wenig informiert:
Anlass des Beschlusses, streunende Hunde einzuschläfern ist ein Vorfall, bei dem ein kleines Kind von streunenden Hunden totgebissen wurde (ähnlich, wie die Haltung von „Kampfhunden“ in Deutschland eingeschränkt wurde, nachdem ein Kind totgebissen wurde).
Tatsächlich sind die Problem mit streunenden Hunden aber nicht nur die eher seltenen Fälle, dass Menschen angegriffen werden sondern sie dienen als Überträger von diversen Krankheiten und sind eine Gefahr für wildlebende Tiere und „echte“ Haustiere, die von den streunenden Artgenossen infiziert oder angegriffen werden können. Auch unabhängig von der realen Bedrohung fühlen sich viele Menschen von Streunern belästigt oder gar bedroht – auch dieser psychologische Aspekt will bedacht sein.

Nun ist es tatsächlich so, dass die Hunde selbst nicht Verursacher des Problems sind. Eine Lösung, welche darauf abzielt, die Hunde zu eliminieren greift meiner Meinung nach zu kurz.
Ich sehe als Ursache vor allem den unreflektierten Wunsch allzu vieler, ein Haustier zu halten, auch wenn sie gar nicht befähigt sind, ein Tier zu halten und im Fall eines Hundes, auch zu erziehen. Das ist unabhängig von der Rasse des Hundes – die „Kampfhundediskussion“ finde ich Quatsch. Ich habe selbst genauso extrem verschmuste Mastiff und unbeschreiblich aggressive Dackel erlebt.
Bedingungen für die Haustierhaltung sind meines Erachtens vor allem das Platzangebot, die für das Tier verfügbare Zeit und vorhandene Grundkenntnisse in der artgerechten Haltung eines Haustiers.

Um also das Problem langfristig zu lösen gälte es, ein Bewusstsein für Haustierhaltung zu schaffen. Das sollte sinnigerweise bereits in der Schule ansetzen. Es sollte jedem klar gemacht werden, dass Tiere bestimmte Mindestbedingungen vorfinden müssen, um ohne Qual gehalten werden zu können. Wie die ausschauen – darüber streitet man sich natürlich. Und diese Bedingungen hängen natürlich auch von der Rasse ab, die man hält. Ein obligatorischer Hundeführerschein, wie er sich hier in der Schweiz langsam durchsetzt, erscheint darum sinnvoll, da auf die individuelle Situation jeweils eingegangen werden kann.
Weiterhin bedeuten Haustiere nun mal eine Verpflichtung über viele Jahre. Es kann nicht sein, sich dieser Verpflichtung durch das Aussetzen der Tiere billig entledigen zu können. Darum sollten mit dem erwähnten Führerschein analog zu Fahrzeugdaten die Daten des gehaltenen Hundes registriert werden und im Fall, dass ein ausgesetztes Tier gefunden wird alle Kosten plus einer saftigen Strafe dem Eigentümer belastet werden. Es kann nicht sein, dass die Sozialgemeinschaft dafür aufkommen muss.

Um das Problem in Rumänien in den Griff zu bekommen bleibt wohl kaum etwas anderes als die Anzahl der Tiere zu reduzieren. Gleichzeitig sollte man aber Kastrierungen/Sterilisierungen vornehmen, um solche Aktionen für die Zukunft unnötig zu machen.

Tags: gedanken
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