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"Melancholia" und Alltag ...

Meine aktuelle Liste an Aufgaben;

  • Wohnung putzen und aufräumen (aeh … das Chaos umorganisieren trifft es wohl besser)
  • Tanken
  • Geld organisieren
  • Reise/Ausflüge vorbereiten
  • rasieren *ggg*
  • Flickr-Bilder organisieren („Best of …“ – nach Kategorien gliedern: Makro, Tiere, Natur, Gebäude, …)
  • Fotoalben aus Facebook löschen (wen interessieren diese alten Fotoalben denn noch? Neu gehe ich mit so etwas sparsamer um – nehme ich mir jedenfalls vor)
  • Stücke für Aufführung vorbereiten
  • Vereinsausflug (warum zum Teufel bekomme ich keine Antwort auf meine Anfragen?)
  • Conny „Hallo“ sagen (eine Freundin aus „alten Tagen“, über die ich zufällig auf FB gestolpert war)


Wie man an der obigen Liste sieht: Die letzten Tage steckten voller Trivialitäten.
Besonderheit war eigentlich nur eine Freundesanfrage, die mich ziemlich überrascht hatte.

Ansonsten war diese Woche  bislang relativ ruhig. Ich konnte auf der Arbeit abarbeiten, was anlag und doch ein wenig konzeptionell Arbeiten. Zuhause war ich eher faul (trotz der Liste, die nicht erst seit heute vor mir liegt) und doch sind schon einige Punkte von der Liste verschwunden.

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Gestern gönnte ich mir sogar einen zweiten Blick auf „Melancholia“, den Film von Lars von Trier, in dem der Misanthrop in wunderschönen Bildern eine fast schon nihilistische Sicht auf die Welt verbreitet.
Vom Ende her gesehen, wie es die genauso sensible wie depressive Justine in dem Film tut, wirkt das Leben wirklich sinnlos. Und folgerichtig ist sie es, die dem Ende der Welt gelassen entgegen sieht, während die anderen Personen im Film dem Ende verzweifelt gegenüberstehen.
Auch sonst hat Lars von Trier gut beobachtet und die Charaktere seines Films sind schlüssig gezeichnet. Geschickt wählte er Extremsituationen, um die typisierten Handlungsschemata zu illustrieren (Justines Hochzeit und der Vorbeiflug des Planeten Melancholia mit der anschliessenden Erleichterung sowie die Situation, dass der Planet anschliessend doch noch einmal die Bahn der Erde kreuzt und dieses Mal mit ihr kollidieren würde).

Ein interessanter Film, der zum Nachdenken anregt – auch wenn ich inhaltlich zwei der zugrunde liegende Darstellungsmuster verwerfe:
Der Film denkt das Leben vom Ende her. Darin ist er schlüssig und grade Justine, die im „Alltag“ eher chaotisch wirkt, erscheint in ihrer Verträumtheit dem Ende „vernünftig“ gegenüberzustehen. Allerdings: Eine Sicht wie die von Justine hilft einem vielleicht, das Ende erträglicher zu machen, aber nicht das Leben. Das wird in dem Film deutlich gezeigt – für mich eine der herausstechenden Merkmale dieses Films!

Das andere Muster, mit dem ich nicht einverstanden bin, ist die Darstellung in den Extremsituationen. Das verdeutlicht zwar, was uns Lars von Trier sagen will, wirkt aber auch aufgebauscht. Es passt natürlich auch zu seinem retrospektiven Erzählstil: wir erinnern uns schon gerne an die Extreme in unserem Leben. Und innerhalb dessen an Details (so Justines Baden im Licht von Melancholia – ein kitschiges und arg plakatives, aber wunderschön anzuschauendes Bild. Dagegen ist die Szene, in der Justine plötzlich und lange nach der Hochzeit  die Zahl der Bohnen weiss, die es bei einem Hochzeitsspiel zu erraten galt, grandios). Diese Extreme setzen aber voraus, dass es genau diese Art Situationen sind, die unser Leben und unsere Einstellung zum Leben bestimmen. Und da bin ich mir gar nicht so sicher. Der ganz banale Alltag entscheidet über unsere Befindlichkeit und unser Lebensglück wahrscheinlich genauso wie besondere Situationen, nur, dass in diesen besonderen Situationen die Emotions- und Erlebnisdichte eben grösser ist als im Alltag.

Auch die anderen Personen sind gut gezeichnet und würden eine Würdigung verdienen. Wer weiss – vielleicht schaffe ich noch ein Update. Mit der Beschreibung der von Kirsten Dunst hervorragend gespielten Justine denke ich aber, das Wesentliche des Films erfasst und bewertet zu haben.

Tags: film, meinung, trivia
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