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Ausflug nach Luzern



An diesem Wochenende hatte ich das Vergnügen, den Samstag mit Ginette in Luzern zu verbringen. Nach ein wenig Sightseeing in der Luzerner Altstadt besuchten wir das Historische Museum in Luzern, da mich die dortige Sonderausstellung zu Beresina interessierte. Im Rahmen von Napoleons Feldzug gegen Russland wurden auch viele Schweizer in die Grand Armée  eingezogen und mussten an diesem Feldzug teilnehmen. Die wenigsten kehrten zurück. Der Ausstellung gelang es, obwohl sie überschaulisch war, anhand von Briefen, Gedichten und Ausstellungsstücken das unvorstellbare Drama und das Leid der Teilnehmer nachvollziehbar zu machen (soweit das im Rahmen einer solchen Ausstellung möglich ist). Im Anschluss kam in mir noch die Frage hoch, warum mich dieses Thema überhaupt interessiert – bin ich Voyeur menschlichen Leids? Wohl kaum! Was aber macht die Faszination des Themas aus? Sicher habe ich „Fremds Land“ gesehen, Luke Gassers Obwaldensaga, die mit diesem Thema beginnt. Auch finde ich, dass man die Augen nicht vor diesen Themen verschliessen darf. Wegschauen oder gar in das in Frankreich immer noch weitverbreitete Hurra auf Napoleon einzustimmen fände ich arg undifferenziert, genauso wie, Napoleon in Bausch und Bogen zu verdammen. Da muss ich wohl noch etwas drüber nachdenken.
Ansonsten bietet das Museum einen wunderbaren Überblick über die Geschichte des Kantons, von den Pfahlbauern bis in die jüngere Neuzeit. Die Präsentation in Form eines Depots ist dabei nicht in jedem Fall glücklich, die Texte zu den Ausstellungsstücken waren zwar informativ, lassen dem interessierten Museumsbesucher aber oft Fragen offen. Vertiefende Informationen wären an mancher Stelle wünschenswert. Die Lesegeräte, mit denen man anhand eines Strichcodes die Informationen zum Ausstellungsstück abrufen kann, böten sicher die Möglichkeit zu umfassenderer Information. Darüber hinaus hatten unsere Geräte eine Macke (vor allem meins), so dass wir einige Informationen gleich gar nicht abrufen konnten. Positiv war aber, dass wir beide dadurch gemeinsam schauen mussten, was den Museumsbesuch noch ein Stückchen mehr zu einem gemeinsamen Erlebnis machte.


Da wir recht lange in dem Historischen Museum verbrachten musste Ginettes 4-Punkte Plan reduziert werden und das Naturhistorische Museum sowie die Sammlung Rosengart auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.












Toll, in Ginette eine liebenswerte Begleiterin gefunden zu haben, die sich gerne auch für solche Unternehmungen begeistern lässt. Bei den vielen gemeinsamen Interessen und Vorlieben kann ich es nur als unglaublichen Glücksfall bezeichnen, sie kennengelernt zu haben.
Nach dem Museumsbesuch konnten wir den Fischknusperli (und ich dem angebotenen Hefeweissbier) nicht widerstehen. Lecker war’s! Anschliessend sind wir dann noch am See entlang Richtung Lido und haben dabei das wunderbare Frühlingswetter geniessen können – und ich, der ich Haubentaucher so gerne mag, konnte einige dieser wunderschönen Vögel beobachten.

Für den Sonntag war schlechtes Wetter angesagt, so dass ich mit einem Tag Lesen und Laute spielen rechnete – doch war es nahezu den ganzen Tag über schön draussen, so dass ich den Tag lesend auf dem Balkon verbrachte, bis am späteren Nachmittag dunkle Wolken aufzogen und ich mich nach drinnen verzog, um dort „Letters from Iwo Jima“ zu schauen, da es zu dunkel zum Lesen war und ich keine Lust auf synthetisches Licht hatte.



Zum Abschluss des Wochenendes habe ich die ersten Schweizer Erdbeeren des Jahres vertilgt - so war das Wochenende auch kulinarisch ein Highlight.

Tags: trivia, trivia photography
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