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gelesen: "Nur die Tiere" von Colin Niel

Mehrfach empfohlen wurde der Roman "Nur die Tiere" von Colin Niel sowohl vom HR, der FAZ und vielen weiteren Rezensenten. Einmündig begeisterte Kritiken machen mich skeptisch, in diesem Fall aber auch neugierig.

Die Geschichte beschreibt das Verschwinden einer Frau aus der Sicht verschiedener beteiligter Personen. Einige der Szenen sind ziemlich surreal , vor allem Josephs und Michels Teil kamen mir befremdlich vor.
Der surreale Teil mindert in meinem Empfinden die Ernsthaftigkeit des Themas, weil ich kaum umhin komme, den Plot als Klamauk zu empfinden. Andererseits kann einem das Thema von Einsamkeit und dem Internet als oft beworbener Ausweg auch auf dieser Ebene begegnen. Auch im wirklichen Leben. Auch das Drama, das sich ergibt, ergibt sich auch (milder) im echten Leben.
Die große Begeisterung für den Plot, man merkt es schon, stellt sich bei mir nicht ein. Es ist zu wenig lustig, um eine Satire oder Komödie zu sein und zu skurril gestrickt, um dem Thema gerecht zu werden. Was bleibt ist eine skurrile Kriminalgeschichte mit vielen Anklängen an das echte Leben und echte gesellschaftliche Probleme, taucht aber nirgends etwas tiefer. Oberflächlich? Auch nicht wirklich! Auf jeden Fall ist es unterhaltsam und sowohl sprachlich als auch in der Binnenstruktur ansprechend geschrieben und strukturiert. Es lohnt sich zu lesen, doch die begeisterten Rezensionen finde ich deutlich überzogen. 3,5 von 5 Sternen

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