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Sie hat "Neger" gesagt

Der Perlentaucher referiert die FAS zu Baebocks "Neger":

Annalena Baerbock hat vor einigen Tagen in einem Gespräch über Rassismus das Wort "Neger" ausgesprochen und sich daraufhin in einem langen Twitter-Thread dafür entschuldigt, weil schon das bloße Aussprechen des Worts den Rassismus "reproduziere". Ähnlich hatte sich schon die Berliner Grünen-Politikerin Bettina Jarasch für das Wort "Indianerhäuptling" entschuldigt. Wo liegt das Verbrechen der beiden, fragt Livia Gerster in der FAS: "Die Antwort auf diese Frage verbirgt sich hinter dem Schlüsselwort 'reproduziert'. Das soll heißen: Auch wer im Sinne des Antirassismus spricht, verbreitet Rassismus weiter, wenn er Rassismus zitiert. Absicht und Kontext sind also nachrangig, das Wort an sich ist böse. Es führt, so die Logik, ein Eigenleben, auf das der Mensch, der es ausspricht, keinen Einfluss hat. Ähnlich furchteinflößend dürften sich Konservative in Amerika die Macht von Schimpfwörtern vorgestellt haben. Wo eine Dame fluchte, schien das Verderben nicht weit." 

Die ganze Lächerlichkeit wird in diesen Worten noch nicht deutlich. Darum: Der gleiche Geist, der dem blödsinnigen Gegender innewohnt, wird auch hier bemüht. Das Wort selbst ist das Übel, nicht daß man es als Beschimpfung benutzt, sondern dem Wort selbst wird ein mystisches und quasi magisches Eigenleben angedichtet ("Wörter konstruieren Wirklichkeit"). 

Da nimmt es nicht wunder, daß die Grünen auch Gesetzestexte in Gendersprech verfassen wollen: in dieser Denke würde aber auch gelten: Wenn ich nicht mehr "Mord" sagen kann dann passiert es nicht mehr, denn - Wörter konstruieren Wirklichkeit. 

Ich weiß noch, wie überrascht ich war, als man mir (vor Jahren) erklären wollte, das Wort "Neger" sei eine Beleidigung. Konnte ich nicht verstehen, weil ich es nie in einem beleidigenden Sinn verwendet gehört habe. Das war damals, als ich für die Polizei gearbeitet habe und die Polizisten in ihren Berichten das Wort nicht mehr verwenden durften. Ziemlicher Schwachsinn: man stelle sich vor, in einer Vermißtenmeldung oder Fahndung dürfte die Haarfarbe nicht mehr erwähnt werden. Also haben die Polizisten ein Akronym erfunden (MfNg — Menschen, früher Neger genannt), um den Inhalt trotzdem zu transportieren.

Mir kam (und kommt) es in diesem Fall sowieso so vor, als würde die Beleidigung erst durch die Behauptung, es sei beleidigend, konstruiert. Wie auch Baebock ihr Eintreten für Gegender damit begündet, man sage heute ja auch "Schüler und Schülerinnen" - was sprachlich bereits eine unsinnige Verdoppelung bedeutet und nur akzeptabel ist, wenn man diese Sprachfigur als Aufzählung versteht. 

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