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Schloß und Park Schönbusch

Heiß war es am Wochenende! Nach der schönen Radtour Samstag wollte ich Sonntag, der schwül und heiß werden sollte auf dem Roller verbringen, wobei ich auf Kühlung durch den Fahrtwind hoffte. Spontan wurde mein ursprüngliches Ziel Sankt Hildegart umdisponiert nach Aschaffenburg, weil ich fand, lieber soll der Motor arbeiten als ich. 

Wieder habe ich einen Weg durch Frankfurt ausprobiert, dieses Mal die Oeser Straße entlang, durch das Gutleutviertel über den Main, dann die Rennbahn entlang zum Oberforsthaus und dann die Isenburger Schneise. Auch diese Strecke hat ihre Tücken, ließ sich aber über weite Strecken verkehrsarm und sicher fahren. Lediglich an der Verbindung Triftstraße zur Rennbahn ist die Straßenführung verwirrend.  Die weitere Strecke ist zunächst nicht sehr spannend, doch einige nette Örtchen habe ich durchfahren, zum Beispiel Rodgau und Babenhausen.

Erster Stopp war aber Schloß Schönbusch in Aschaffenburg, wo es sehr viele Leute hatte. Aber im weitläufigen Park verläuft sich die Menschenmenge dann und ich denke, ein paar schöne Fotos sind mir gelungen. 

Schloß Schönbusch
Schloß Schönbusch
Der Reiher war vollkommen unbeeindruckt von den Menschen um den Weiher herum
Der Reiher war vollkommen unbeeindruckt von den Menschen um den Weiher herum
Aussichtsturm
Aussichtsturm
Sphinx an der Brücke
Sphinx an der Brücke
Wenn ich eine Sphinx sehe, denke ich immer wieder an Heinrich Heine und sein Gedicht (s. unten)
Wenn ich eine Sphinx sehe, denke ich immer wieder an Heinrich Heine und sein Gedicht (s. unten)
Dort vor dem Tor lag eine Sphinx,
Ein Zwitter von Schrecken und Lüsten,
Der Leib und die Tatze wie ein Löw,
Ein Weib an Haupt und Brüsten.

Ein schönes Weib! Der weiße Blick,
Er sprach von wildem Begehren;
Die stummen Lippen wölbten sich
Und lächelten stilles Gewähren.

Die Nachtigall, sie sang so süß -
Ich konnt nicht widerstehen -
Und als ich küßte das holde Gesicht,
Da wars um mich geschehen.

Lebendig ward das Marmorbild,
der Stein begann zu ächzen -
Sie trank meiner Küsse lodernde Glut
Mit Dürsten und mit Lechzen.

Sie trank mir fast den Odem aus -
Und endlich, wollustheischend,
Umschlang sie mich, meinen armen Leib
Mit den Löwentatzen zerfleischend.

Entzückende Marter und wonniges Weh!
Der Schmerz wie die Lust unermeßlich!
Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt,
Verwunden die Tatzen mich gräßlich.

Die Nachtigall sang: »O schöne Sphinx!
O Liebe! was soll es bedeuten,
Daß du vermischest mit Todesqual
All deine Seligkeiten?

O schöne Sphinx! O löse mir
Das Rätsel, das wunderbare!
Ich hab darüber nachgedacht
Schon manche tausend Jahre.

Paris, den 20.Februar 1839 - Heinrich Heine

Der gute Heinrich kannte sich aus mit Frauen und mit der Liebe. Das Bild der rätselhaften, grausamen Sphinx gefällt mir ... 

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