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The Rashomon-Effect oder die Frage nach der Wahrheit

Unter Philosophen ist die Frage nach der Wahrheit nichts Neues, auch wenn viele (aus Eitelkeit? Im Internet oft: aus Dummheit?) meinen, sie hätten sie gefunden. 

Tatsächlich ist Wahrheit eigentlich nur ein Attribut einer logischen Aussage (eines Syllogismus).

Komprimiert kann man sich zu dem Thema bei Betrand Russell informieren: Ganz grob hier

Daneben gibt es auch noch die Konsenstheorie von Habermas: „Wahrheit nennen wir den Geltungsanspruch, den wir mit konstativen Sprechakten verbinden. Eine Aussage ist wahr, wenn der Geltungsanspruch der Sprechakte, mit denen wir, unter Verwendung von Sätzen, jene Aussage behaupten, berechtigt ist.“

Die halte ich allerdings für realitätsfern, denn das würde bedeuten, wenn alle behaupteten und sich einig wären, Merz hätte volles Haar, dann hätte er es auch 

Rashomon geht über eine Bestimmung des Wahrheitsbegriffs hinaus und verweist auf die Rolle der Wahrnehmung, um überhaupt Entitäten zu bestimmen, denen wir das Attribut Wahrheit zuweisen könnten. 

Grade jetzt im Wahlkampf (aber auch im Empörungstempel Facebook) werden wir mit Ausschnitten bombardiert, die selbst, wenn sie keine "Fake News" doch mindestens hochgradig manipulativ sind. Die Perspektive zu wechseln und/oder zu erweitern kann helfen, Fake News zu entlarven oder auch dabei, sich selbst eine fundierte Meinung zu bilden, die über oberflächliche Empörung hinaus geht. 

Wen der Film (von 1950) interessiert, nach dem der Effekt benannt ist (Trailer):

Leider habe ich keine kostenfreie Version des Filmes gefunden (außer einer im japanischen Original, aber ohne Untertitel)

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