lautenist

Wie erbärmlich

gestern knapp 5 Minuten bei "hart aber fair" hängengeblieben, wo es um die soziale Ungleichheit in Deutschland ging. Während der kurzen Zeit, in der ich geschaut habe ging es um Erbschaften. Das war aber nicht mein Aufreger, sondern ein Einspieler, in dem Leute befragt wurden und der Tenor war, man fände es nicht gut, daß Menschen erben. Die könnten sich eine Eigentumswohnung leisten oder Ferien oder was auch immer (unterschiedliche Nennungen), aber generell fand ich erbärmlich, daß alle, aber auch alle gezeigten Wortmeldungen von Neid gekennzeichnet waren. Und in Folge nicht gefragt haben, wie sie selbst zu Wohnung, Urlaub etc. kämen, sondern fanden, die anderen (also die Erben) sollten das weggenommen bekommen (Hubsi Heil von der SPD hat dem natürlich gleich entsprochen und fand, man müsse das viel stärker besteuern). Als hätte irgendjemand mehr, wenn man es dem anderen wegnimmt! Außer dem, der es wegnimmt. Abgesehen davon, daß ich finde, Einkommen sollte fair und gleich besteuert werden, aber nicht jeder beliebige Vorgang extra und noch einmal und — kann man nicht da noch eine Mark herauspressen? — bedeutet dieser Ansatz Vermögensvernichtung. Es macht keinen Sinn mehr, Vermögen zu sammeln. Entweder vor dem Tod — oder dann eben die Erben — macht man dann ein großes Feuer und verbrennt alles. Ist genauso gut, wie es Papa Staat zum Verbrennen zu geben. Will man den Gleichheitsgrundsatz befolgen, müßte das übrigens auch für Unternehmen gelten. Bauernhöfe, Handwerksbetriebe, Einzelhandel — auf Wiedersehen! (unter anderem deswegen wurde die Vermögenssteuer in der Vergangenheit vom Verfassungsgericht kassiert) Das führt als zur Konzentration des Vermögens in anonymen Gesellschaften, die aber kein Kapital mehr bekommen, weil es sich nicht lohnt, Kapital zu akkumulieren. Du erkennst die Richtung? 

Das wird verkauft als ..

Das ist im Prinzip der Grund, warum der real existierende Sozialismus gescheitert ist. Es ist natürlich denkbar, so etwas einzuführen, aber dann sind wir bei einem chinesischen System. Auch das geht — kein Problem damit. Dann erübrigt sich auch dieser widerliche Neid. Dann hat niemand etwas — und auch in China (oder früher der DDR und der UdSSR) gab es Möglichkeiten, an diesem System vorbei zu leben. Halt über die Partei und Organisationen. 

Und wer nicht riecht, daß die schon wieder auf die schwarze Null schielen und nach Möglichkeiten suchen, das zu finanzieren, hat den Schuß nicht gehört. 

Aber was mich schockiert hat waren diese Wortmeldungen. Mir kann es doch egal sein, ob andere reich sind oder nicht. Weder Armut noch Reichtum sind moralisch verwerflich, sondern wie man es wird (und dann natürlich, wie man mit seinem Reichtum umgeht, falls man zu Geld kommt)

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