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Corona-News

Ich wollte eigentlich schon seit einer Weile nichts mehr zu dem Coronageschehen schreiben, weil da die Wellen so hochkochen. Und man doch nichts machen kann. Das Aufregerpotential ist allerdings sehr hoch. Und natürlich bestimmt das Thema unser aller öffentliches Leben

Sie hat schon recht die Fr. Prof. Eckerle 

Man sollte sich auch nicht der Hoffnung hingeben, Tests würden helfen. Ein Test kann helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Dazu muß man ihn richtig anwenden und er muß zuverlässig funktionieren. Daß in einer Schule mit 2000 Schülern nicht ein positiver Test herauskommt (auch falsch positiv) ist unmöglich. Es sei denn, die Tests wären zuverlässiger als angegeben (statt etwa 70 oder 80% müßten sie 100% erreichen) oder sie wurden falsch angewandt oder die Ergebnisse sind gefälscht. In jedem Fall belegt der Fall, daß Tests in Schulen nichts aussagen. In Betrieben sieht es ähnlich aus - dazu kommt: eine unverbindliche Empfehlung dürfte bei Mitarbeitern, die derzeit Angst um ihren Job haben, nicht grade Testbegeisterung auslösen. 

Bezüglich Szenarien: wenn ich die Kurven anschaue sind die immer erschreckend, aber mich erstaunt, daß sie alle im September enden. Wie wahrscheinlich ist das? Wie sich die Impfung durch Hausärzte auswirken wird ist seriös noch nicht abzuschätzen. In den letzten Tagen waren es ca. 500K  Impfungen pro Tag. Derzeit sind ca. 6% der Bevölkerung geimpft. Sollte das Impftempo beibehalten werden können wäre es tatsächlich möglich, zumindest Erstimpfungen in diesem Zeitraum durchzuführen. Ich bin dennoch skeptisch, da die Verantwortlichen in der Politik bislang jede Gelegenheit, es zu vermasseln, wahrgenommen haben.
Was Prof Eckerle sagt würde ich ergänzen: Nun noch "Modellregionen" auszuweisen, Schüler in die Schulen zu zwingen etc. bedeutet, Menschen zu töten oder einer ernsten Erkrankung auszusetzen.  


Notbremsegesetz:


Präsenzunterricht in Schulen erst bei 200 Infektionen pro 100K zu unterbinden ist grob fahrlässig. Man spielt hier mit der Gesundheit der Kinder: Sie werden als letzte geimpft, aber den höchsten Risiken (neben medizinischem Personal) ausgesetzt. 

Die Kirchen, Moscheen und Synagogen bleiben offen. Warum?

Profisport bleibt erlaubt. Warum? 

Das soll kein Neid sein - sondern ich frage mich, warum für diese Gruppen Ausnahmen notwendig sind, für andere aber nicht. 

Kinder unter 14 Jahren bleiben unberücksichtigt. Inzwischen wissen wir doch, daß auch die Kids die Seuche bekommen - warum werden sie also nicht gezählt? 

Ein Haushalt plus eine weitere Person dürfen sich treffen ist Unsinn. Ich darf also ein befreundetes Pärchen besuchen, die mich aber nicht? 

Ausgangssperre - ist das Virus nachtaktiv? Solange Schulen und Betriebe offen bleiben finden die Kontakte weiterhin statt. Dann ist eine Ausgangssperre Blödsinn. Ausnahmen bei einem max. 36 Stunden alten negativen Test. Zählt darunter etwa auch ein Selbsttest? Dann kann man alle Einschränkungen vergessen - einen negativen Selbsttest zu erzeugen ist nicht schwierig (einen positiven übrigens auch nicht). Und angesichts der Zuverlässigkeit dieser Tests sollte man generell überdenken, wo und wie sie sinnvoll einsetzbar sind. Denn bei einem PCR-Test dauert alleine die Laborzeit 5-6 Stunden, dazu kommen noch Transport etc. Also üblicherweise kann man davon ausgehen, daß man frühestens  am nächsten Tag das Ergebnis hat. Die Kosten sind auch nicht von schlechten Eltern. Also unpraktisch für den Zweck. 

Generell ist der Entwurf schon alleine in seiner Fixierung auf Inzidenzwerte hinterfragbar. Da schreibt man nun 100 rein - der Wert ist aber nichtssagend, unter anderem weil er abhängig von der Anzahl Tests und der Zusammensetzung der getesteten Gruppe ist. 

Die Belegung der Intensivbetten als weitere Größe zu nennen ist ein Armutszeugnis. Das zeigt unter anderem, daß man weder exponentielles Wachstum kapiert hat noch, daß sich die Seuche zeitversetzt auf den Intensivstationen zeigt.

Der Automatismus, der "verbindlich" sein und "Perspektiven eröffnen" soll wird für ein ständiges auf und ab von Beschränkungen und Rücknahme führen. Falls nicht die Schlauköpfe in den zuständigen Behörden sowieso ihre Teststrategie entsprechend anpassen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. 

Die Intention des Gesetzes ist wohl vor allem, die einzelnen Länderfürsten zu disziplinieren. Das mag gelingen (daß das notwendig ist, erscheint mir unabhängig davon sehr bedenklich). Ich bin allerdings sehr skeptisch, daß es zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens wesentlich beitragen wird. Es dürfte für Ladenbesitzer eher weitere Verunsicherung schaffen, weil sie weiterhin mit einem wechselnden Auf und Zu ihres Ladens rechnen müssen und für Privatleute dürften die Regelungen nicht nachvollziehbar sein, weil die Verhaltensregeln nicht klar und konsistent sind - als Privatperson fühlt man sich von der Politik eher verarscht als geschützt. Diesen Schaden werden wir auch in die Zeit nach einem Ende der Seuche mitnehmen

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