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Moretum

Römische Küche — muß nicht dekadent sein. Sondern kann sogar sehr lecker und praktisch und wunderbar einfach sein. Vergil verdanken wir eine Beschreibung von Moretum, einer Art Pesto aus viel Käse und viel Knoblauch mit Olivenöl und Kräutern. Der Name kommt von der Schale, in der die Zutaten zerstoßen werden. 

Der namensgebende Mörser in in einer modernen Variante
Der namensgebende Mörser in in einer modernen Variante

Das Gedicht Vergils parodiert die Pastorellen seiner Zeit, die das Landleben preisen. Bei Vergil wird es dagegen hart dargestellt — so auch die mühsame morgendliche Zubereitung eines kargen Mahls aus Moretum und Brot.

Ich bin Vergil dankbar, denn Moretum ist lecker, wenn man Knoblauch mag. In der Verbindung sogar wunderbar erfrischend. Und gesund ist's auch noch.

Vorab: Man darf und soll bei diesem Rezept variieren. Käse, Olivenöl, Knoblauch und Kräuter sind die wichtigen Bestandteile, die aber auch in Menge und konkreter Ausprägung nach Geschmack und Verfügbarkeit angepaßt werden können. 

Lecker ist es ... und wie!
Lecker ist es ... und wie!

Zutaten:

2 Packungen Ziegenfrischkäse (je 150g — ich habe den Bio vom Rewe genommen, es gehen aber auch Salakis und/oder Ricotta oder Fetakäse) 

Olivenöl

1 Knollen Knoblauch

einen guten Schuß guten Essig (ich nehme Mazzetti Balsamico) 

An Kräutern war dieses Mal drin:
Weinraute — nicht ganz einfach zu bekommen, aber gibt ein ganz spezielles Aroma
Koriander
Tymian
Bohnenkraut

ein bißchen Honig
Pinienkerne und Walnüsse

Zuerst schäle ich den Knoblauch und zerkleinere ihn etwas. Dann kommt er mit den Kräutern und den Nüssen in den Mörser, wo ich alles zerstampfe, bis es eine rechte Paste (Pampe) gibt. Das dauert einen Moment. Als Flüssigkeit gebe ich ein bißchen Essig hinzu.
In einer Schüssel kommen dann der Ziegenkäse, Honig und Olivenöl hinzu (letzteres nicht zu sparsam — wir wollen ja eine streichfähige Masse bekommen), die ich mit einem Holzlöffel vermische.

Am besten läßt man das Moretum über Nacht im Kühlschrank ziehen. Für die original-römische Zubereitung wird die Masse zuletzt mit den Händen zu kleinen, etwa tischtennisballgroßen Bällchen geformt. Diese können z.B. mit je einem Zahlstocher durchbohrt, als Häppchen angerichtet werden.

Für die Singleküche tut es aber auch das Moretum in der Schüssel, aus der ich es auf's Brot schmiere. 

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