lautenist

Ich hatte diesen Eintrag hier zum Weltfrauentag

auch auf Facebook gepostet und eine rege Diskussion entstand. 

Wer lesen kann wird feststellen, daß ich einfach nur die ständige, als Tatsache wiederholte Behauptung, Frauen würden ca. 20% weniger als Männer verdienen, hinterfragt habe.
Natürlich glaubt man das nicht so ohne weiteres. Nun hatten sich auf Facebook einige FB-Freunde zum Thema geäußert und bestanden darauf, daß ich Unsinn erzählen würde, woraufhin ich Quellen angegeben habe — das statistische Bundesamt zum Beispiel 

mit Pressemeldung, aus der nur das unbereinigte Gender Pay Gap den Weg in die Nachrichten fand

die Ursachenanalyse, auf die schon gar niemand (außer mir natürlich) mehr eingeht.
Zum besseren und leichteren Zugang habe ich noch einen Beitrag des IW beigelegt

Man kann also sagen, meine Position, wie ich sie im Post hier und auf Facebook dargelegt habe, ist begründet.

Die Antworten muß ich zitieren, weil ich, ehrlich gesagt, entsetzt war und bin, wie man auf so etwas kommen kann: 

Die Erfahrung von Antifeminismus und Ausländerfeindlichkeit der Einzelpersonen widerlegt also die Statistik. Und die Erfahrung eines Einzelnen Betriebsrates, der in seinem Amt nicht an der Eingruppierung beteiligt ist sondern bestenfalls in Konfliktsituationen überhaupt hinzugezogen werden kann widerlegen die Statistik des Bundesamtes. Diese Art der "Argumentation" ist dramatisch daneben. 

Ich hoffe, es ist nicht notwendig, aber doch zur Verdeutlichung:
Daß weder Feminismus noch Ausländerfeindlichkeit etwas mit meinem Post und nur dem Gender Pay Gap zu tun haben, sollte deutlich sein. Ausländerfeindlichkeit habe ich gar nicht angesprochen und Feminismus eigentlich auch nicht. Vielleicht meint der Antwortende, das sei gegen Feministinnen gerichtet (die unter anderem ja die Mär vom Gender Pay Gap verbreiten). Es sollte deutlich sein, daß es mir um die Art von Tatsachenbehauptung geht, die nur scheinbar von Fakten gedeckt ist. Denn: Ein arithmetisches Mittel aus allen Einkommen je Geschlecht ergibt keine brauchbare Aussage/Problembeschreibung, da es nicht einmal grob die typischen Parameter Branche, Arbeitszeit, Lebens- und Dienstalter, Berufe ... berücksichtigt. Nur Geschlecht. Wenn man sich darauf einläßt kommt man zwangsweise zu keiner brauchbaren Problembeschreibung. Die kann dann nur lauten "Frauen werden diskriminiert" — aber werden sie das wirklich? Denn wenn ich das Problem so platt beschreibe komme ich einer Lösung des angedeuteten Problems nicht näher, es sei denn, man beschließt eine pauschale Lohnerhöhung um den vermeintlichen Pay Gap. Das wird dann verschwinden, aber man löst damit ein nicht vorhandenes Problem, indem man neue Probleme schafft und vom eigentlichen Problem ablenkt.

Was die Einschätzung von "15 Jahren Betriebsratsarbeit" anbelangt sind Betriebsräte kaum mit Gehaltsfragen befasst. Das ist, wie einen Krankenpfleger zur allgemeinen Versorgung mit Atemgeräten zu befragen.

Das alles zeigt mir, wie sehr auch Menschen, denen ich ansonsten Vernunft zubillige, von Vorurteilen geprägt sind. Erschreckend — vor allem auch die Vorstellung, ich könnte genauso sein.
Nebenbei und spaßigerweise ist auch das eine Argumentation bzw. ein Narrativ, welches nicht von Fakten gedeckt ist

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