lautenist

Warten auf ein Paket

Während ich auf ein Paket von UPS warte (geliefert wird zwischen 10 und 13 Uhr — ob man bei UPS eine andere Zeitrechnung hat wie im Rest der Welt?) durchstöbere ich Artikel und lese die Zeitung

Immer wieder ein Genuß zu lesen sind Thomas Fischers Kolumnen 

Diesmal hat er sich den "Krieg gegen Drogen" und "Geldwäsche" vorgenommen

Natürlich argumentiert er sehr pointiert und man erkennt die Absicht zu polarisieren, doch hat er natürlich in weiten Teilen schlichtweg recht. 

Eine Gegenposition, die begründet, warum man sich mit Alkohol die Birne wegpusten darf wie man will, aber Cannabis oder selbst Heroin problematisch sind ist schwierig, logisch stringent zu formulieren.

"Geldwäsche" nun ist ein Pseudorechtsbruch, dem ein ehrbares Motiv zugrunde liegt, das in der Begründung aber versagt. In logischer Kette läßt sich jedes Geldgeschäft unter den Vorbehalt der Geldwäsche stellen, da so ziemlich jeder Euro irgendwann durch illegale Geschäfte kontaminiert sein dürfte. Und somit mit diesem Euro getätigte Rechtsgeschäfte illegal sind. Viel Aufwand wrd da für wenig Verbrechen betrieben. Kann die Pizzaria etwas dafür, daß in ihr Drogengeld steckt? Auch die Bespitzelung, die wir alle deswegen erfahren stellt einen unangemessenen Generalverdacht dar. 


Sehr viel der supertollen Klimabilanz der EU (und vor allem Deutschlands) entsteht durch Deals, bei denen Verschmutzungsrechte gekauft werden. Das ist Klimaschutz, der nicht weh tut.
Im Privaten kaufen sich viele ein freies Gewissen, indem sie Kompensation für beispielsweise Flüge zahlen. Das Geld fließt dann in Projekte wie das im Artikel der Zeit beschriebene 

Die Bereitschaft, für den Klimaschutz wirklich Verzicht zu üben, ist nicht sehr ausgeprägt, was sich unter anderem an der Beurteilung der CO2-Umlage zeigt.
Ohne Verzicht wird es aber nichts mit der Begrenzung des Klimawandels - die 2 Grad sind jetzt schon nicht mehr erreichbar und die 2,5° ambitionert. 3,5° könnten noch erreicht werden. Was aber ein Anstieg um 3,5° bedeutet ist kaum vorstellbar. Eine Katastrophe bahnt sich an. 


Im Höchster Kreisblatt (FNP - Frankfurter Neue Presse ) versucht eine Schülerin im Rahmen eines Projekts Jugend macht Presse, das Gendern schönzuschreiben. 

Sie meint, man würde bei "Arzt" automatisch an einen Mann denken. Zufällig ist mein Hausarzt männlich, doch spielt das eine Rolle? Es ist vollkommen egal. Für seine Funktion als Arzt spielt es keine Rolle, ob er Mann oder Frau ist. Die Bedeutung wird durch die Sexualisierung der Begriffe verändert, weil ohne Not soll es bedeutsam sein, welches Geschlecht der Arzt, Mörder, Student, Lehrer, Professor. Gott, Teufel etc. hat. 

Der Gleichberechtigung dürfte es vollkommen egal sein, ob der Arzt männlich oder weiblich ist. Der hat eine Funktion. Sexualisierung von bislang nicht sexualisierten Bereichen dürfte den Problemen einer sexualisierten Gesellschaft (s. #meToo) eher Auftrieb geben.

Und abschließend für heute:

Repräsentative Demokratie bedeutet, daß der Souverän (also die Stimmbürger) sich durch Abgeordnete repräsentieren läßt und sich bei Wahlen seine Repräsentanten aussucht.

Es bedeutet nicht, daß das Parlament die Bevölkerung statistisch repräsentiert (Weder nach Beruf, Geschlecht, Alter, Abstammung, Gewicht, Schuhgröße - noch sonst einem willkürlich gewählten Kriterium - allein mein Vertrauen darin, daß mein Abgeordneter mich und meine Interessen gut vertritt ist für meine Wahl entscheidend)


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