lautenist

ichglotzTV: Lanz

Gestern nach einem wunderschönen Ausflug quer durch (naja — entlang des südlichen Frankfurter Mainufers) und um Frankfurt herum bin ich bei Lanz hängengeblieben — ich weiß! Sollte man vermeiden *Kreislauf!sewisseschon*

Da gleich eine Teilnehmerin, die als Vorsitzende des Ethikrates am plaudern war wurde ich als oller (Möchtegern-) Philosoph natürlich getriggert:

Inzwischen bestreitet kaum jemand mehr, daß die führenden Politiker es verkackt haben. Das Problem bei der Ethikratstante (habe mir den Namen nicht gemerkt) ist, daß sie die Arbeit der Regierung bestätigen wollen oder müssen. Ob das in deren Aufgabenbeschreibung stand?

Tatsächlich würde ich von einem Ethikrat erwarten, daß er die Maßnahmen der Regierung gegen begründete und klar beschriebene ethische Kriterien wertet (und sei es nur die goldene Regel - und schon da versagen die Maßnahmen) und der Regierung wiederum begründete Empfehlungen gibt.

Wenn nun die Vorsitzende dieses Ethikrates nichts besseres einfällt als "so dürfen wir darüber nicht sprechen" (also das beliebte "Narrativ" bemüht) verwechselt sie Rhetorik mit einem Argument, sprich: sie verhält sich wie ein Werbemanager.

Ich vermute, diese bevormundende Art, hochherrschaftlich von oben herab: "Wir die Schlauen und Ihr doofes Volk" ist wichtiger Bestandteil des gegenwärtigen Unmuts. Dazu noch dieses Wahlkampfgedöns, mit dem sie versuchen, das Versagen schönzureden.

Wenn dann wenigstens Perspektiven aufkämen - da haben sie den Lauterbach in die Mangel genommen und ihm unterstellt, er sei eine moderne Kassandra. Das stimmt zwar, aber leider hat er doch recht. Sein Problem ist, daß er den Spagat zwischen Politiker und Fachmann nicht immer hinbekommt.

Auch er sieht Tests als eine Perspektive - das gilt nur, wenn man auf Gedeih und Verderb Geschäfte aufmachen will. Ein Test hilft einem Geschäft vielleicht, Spreader (also Infizierte) aus dem Geschäft fern zu halten. Der Infizierte hat nichts davon außer dem Wissen, daß er vielleicht mal zu einem Arzt sollte - die aber immer noch keine Corona-Kranken behandeln. Und das Geschäft hat dadurch keinen Kunden mehr. Und nehmen wir an, die 50% Infizierte, die das mit der App nicht weitergeben würden sich in der analogen Welt genauso verhalten ... Sollen also die Geschäfte die Tests bei jedem möglichen Kunden durchführen? Tests haben eine ähnliche Funktion wie die Maske: sie schaden nicht, haben auch einen Nutzen, klar! Aber deren Bedeutung wird hochgejazzt ohne Sinn und Verstand.

Viele Tests durchzuführen ergibt Sinn, wenn die positiv getesteten Fälle vom Gesundheitsamt nachvollzogen (werden können) und Infektionsketten unterbrochen werden. Zu nichts anderem taugen die.

Schulöffnung so zu verkaufen, daß "wir können die Schulen wieder aufmachen" ist mutig - nein! können wir nicht. Die einzige Begründung ist, weil sie es so sagen - alles andere gilt permanent und man kann berechtigt gegenfragen "Warum habt Ihr sie dann zugemacht?" In der Diskussion kam dann auch ein "schauen wir mal, was passiert" - dabei ist jetzt schon absehbar, daß mehr Kontakte = mehr Infektionen = mehr Tote und Schwerkranke gilt. Ich bleibe dabei: Schulen zu öffnen ist Körperverletzung.

Natürlich wollen wir alle, daß es vorbei ist. Wir haben Impfstoff (theoretisch). Also seht zu, daß er an die Leute kommt laßt den Scheiß, möglichst früh möglichst viele Kontakte zu ermöglichen.

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