lautenist

Flow my beers im Februar

Auch im neuen Jahr gibt es die Online-Version dieser Veranstaltung der (britischen) Lute Society, bei der die Laute in einem gemütlichen Umfeld — in etwa wie in einem Pub — gespielt wird. Die Atmosphäre war auch dieses Mal wieder umwerfend toll. 

Nachdem ich bei meiner ersten Teilnahme im November eine Suite von Reusner gespielt hatte und die etwas zu schwer für den Anlaß fand hatte ich für die Veranstaltung des Wochenendes zunächst etwas aus Balcarras im Sinn: doch irgendwie habe ich die Tabulaturen dessen, was ich spielen wollte, verlegt gehabt. Dann kam mir die noch bessere Idee, Renaissancelaute zu spielen — und zwar "närrisch dun ist mein plaisir", weil ja Fassenacht ist. Und wieder — ich habe die Tabulaturen nicht gefunden (das Problem, wenn ich aufräume: ich finde anschließend erst einmal nichts mehr).
Und schließlich entschied ich mich hier für:

Das kam ziemlich gut an und ich wurde gebeten, noch ein bißchen was zu spielen — also dachte ich, passend zum Valentinstag käme das hier gut

Leider mußte ich feststellen, daß die Bünde an der Laute mehr als nur lose waren

eigentlich unspielbar, wenn die Laute sich so präsentiert
eigentlich unspielbar, wenn die Laute sich so präsentiert

Also habe ich Sonntag die Laute neu bebundet und die Stücke oben aufgenommen um mir selbst zu beweisen, daß ich sie kann.
Ich habe auch keine Ahnung, wie die Sachen im Zoom-Meeting rüberkamen, doch sicher nicht so, wie ich sie imstande wäre, sie zu spielen. Darum note to myself (and good advice to others): Prüfe Deine Laute regelmäßig (Bünde, Saiten, Wirbel). Wenn etwas nicht in Ordnung ist, nimm entweder ein anderes Instrument oder spiele gar nicht. 

Die anderen Darbietungen waren größtenteils Klasse, dieses Mal ist mir vor allem Peter Martins Darbietung einer Kapsberger-Toccata positiv aufgefallen. Und Sayuko Yokoyama hat sich wieder aus Tokyo zugeschaltet. Dort war es wieder früh genug, daß ich kaum meine Laute gefunden hätte, doch Sayuko spielte wunderschön Orpharion und sang dazu — für sie war es 6 Uhr Morgens, für uns 21 (für die Briten 20) Uhr Abends. Das Orpharion hat mich ja immer fasziniert. Hier in Frankfurt liegt im historischen Museum eines, welches ich zufällig fand. Vielleich John Rose, aber ich weiß nicht, ob es bereits genauer untersucht wurde.
Hier spielt Sayuko Orpharion:

Das Orpharion ist gestimmt wie eine Laute und war seinerzeit (so etwa ab 1550 bis in die 1620er) hinein sehr beliebt. Die eigenwillige Anordnung der Bünde ergibt eine eigenartige Stimmung, die aber interessanterweise funktioniert und verbunden mit den Metallsaiten einen himmlich silbrigen Klang erzeugen, aber jedes Stück schwierig machen, weil keine Bewegung ist so, wie man es von der Laute her gewohnt ist. 

Der Professor emeritus für Laute an der Frankfurter Musikhochschule hat eine sehr schöne Version einer Kapsberger-Toccata gespielt. 

Also wie auch beim letzten Mal nehme ich viele Anregungen mit aus der Veranstaltung und fand es toll.

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