lautenist

Persönliches / unnötige Anglizismen

Meine Mutter ist nun seit dem 18.11. im Pflegeheim. Gestern kam ein Anruf, des Heims, ob sie dort bleiben soll, denn die Kostenübernahme der Krankenkasse liefe aus.
Anlaß für einige Empörung bei mir:
Es gäbe eine Verhinderungspflege, welche die Krankenkasse zahlen könnte. Im Fall meiner Mutter allerdings nicht, weil sie keinen Pfleger oder Pflegerin eingetragen hätte. Man bestraft sie also dafür, daß sie sich gequält hat und all die Kleinigkeiten im Haushalt selbst versucht hat zu übernehmen. Versuche mal einer, ein Brot zu belegen, wenn man halbseitig gelähmt ist und zudem ein heftiger Tremor die gelähmte Seite belastet — oder den Haushalt zu reinigen, oderoderoder. 

Nächstes Problem ist dann die Finanzierung des Pflegeheims. Ich habe ja kein Einkommen mehr, die Rente meiner Mutter reicht nicht für die Kosten des Pflegeheims.
Nun ist das Erbe meiner Eltern aufgeteilt, wobei das Haus meiner Mutter mir gehört, mein Bruder aber darauf hingewirkt hat, daß meine Mutter sich einen Nießbrauch eintragen läßt. Da ich das Haus verwalte darf also auch ich die ganze finanzielle Belastung stemmen, ohne daß ich Einnahmen hätte. Ich kann nun ja nicht einfach das Haus Vermieten. Verkaufen kann ich es auch nicht. Also muß ich die Belastungen zum Teil (Was halt nicht aus der Pension meiner Mutter geht) aus meinem Pensionsfond bezahlen. Naja — ich habe mich schon genug über die widerliche Geldgier meines Bruders und der Schwägerin aufgeregt. Daß sie mir schaden wollen — geschenkt. Ich habe zwar keine Ahnung, womit ich diesen Haß verdient habe, aber was soll's.

Heute nun Post zur Besuchsregelung über Weihnachten.
Der lächerliche Teil ist: Im Besuchsraum (den meine Mutter nicht erreichen kann) kann man sie besuchen — man muß sich anmelden und registrieren. Ein Besuch auf dem Zimmer ist auch möglich, dann braucht es aber einen negativen Test, den man vor Betreten der Einrichtung machen muß, man darf nichts essen und trinken etc.
Ich bin immer wieder überrascht: Das Virus verhält sich je nach Ort, sogar nach Zimmer anders! 


Ich bin ja Nassauer/Kurmainzer oder in der Jetztzeit scheint das Hessen zu sein (die Volksabstimmung zur Wiederherstellung des Nassauer Staates, welche abgelehnt wurde, erkenne ich nicht an xD ) und habe dadurch eine sprachliche Färbung, die mir bis an die Uni Punktabzüge brachte ("die inflationäre Verwendung von Objektsätzen" zum Beispiel — ey, so babbele die Hesse nun mal), doch habe ich deutsch gelernt. Und in diesem Jahr stößt mir immer mehr auf, wie vollkommen unnötig Anglizismen eingeführt werden, die teilweise direkt mit der Verwendung noch übersetzt werden, vulnerabel zum Beispiel. Das ist kein Deutsch. Das englische Wort  vulnerable kann man auf deutsch als "verletzlich, gefährdet" übersetzen. Den englischen Begriff braucht es nicht. Inzidenz ist ein Vorfall, in diesem Zusammenhang die Häufigkeit. Vollkommen unnötiger und überflüssiger Anglizismus Testung ist noch ein Begriff, den ich zum Kotzen finde. Test reicht — die Endung -ung bedeutet grammatikalisch die Substantivierung eines Verbs, also eines Tu-Wortes. Testung würde also den Prozeß des Testens beschreiben, nicht den Test selbst. Das ist im Englischen offenbar anders — testing meint dort korrekt die Durchführung von Tests, übersetzt "Das Testen" (die Erprobung). Der Anglizismus ist mehr als flüssig ... also überflüssig.  
All diese Anglizismen sollen eine Wissenschaftlichkeit herstellen oder etwas vollkommen banales bedeutsam erscheinen lassen. Von mir gibt es dafür ein zum Kotzen. 

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