lautenist

Verlängerung der Beschränkungen

Diesen Mittwoch wurde nun der Lockdown Light verlängert und verschärft. Dabei wird weiterhin das private Leben eingeschränkt und dort soll man Kontakte vermeiden. Das Geschäftsleben und damit verbunden die Verwahrung der Blagen in Schule und Kinderärten sollen laufen wie gehabt. Die Beschränkungen, wie viele sich in einem Laden aufhalten dürfen sind — Boaaar — aber sinnlos. Was nutzt es, alleine in einem Geschäft zu sein, wenn man sich vorher in Bus und Bahn drängelt, dann in einer Schlange vor dem Geschäft steht? 

Generell sollte man ja davon ausgehen, daß jeder Kontakt eine Infektion verursachen kann. wie es bei Tröpfcheninfektionen so ist sind geschlossene Räume gefährlich, weil sich dort die Viren nicht so schnell verflüchtigen. Auch Klimaanlagen (kennen wir alle) schleudern Viren durch ein Gebäude oder ein Flugzeug oder Bahnabteil etc. Die als Allheilmittel gepriesene Maske (vor alle in der Ausprägung als Stoffmaske) kann die Gefährdung reduzieren. Am wirkungsvollsten ist allerdings, erst gar keinen Kontakt zu haben. 

Nun tut die Bundesregierung so, als gäbe es Ansteckungen nur im Privaten. Das Virus sei quasi selektiv und nehme Arbeits-/Schulweg, Arbeits- und Schulräume aus. Nun wurde dort aber so gut wie nichts getan, um die Virenlast auch nur zu vermindern. Maske tragen genügt. Die, die etwas getan haben, Theater- und Konzertsäle, Kinos, Restaurants wurden geschlossen.
Den Sommer zu verschlafen zu haben ist ein offensichtliches Versagen, vor allem der Länder, aber auch des vielgepriesenen Jens Spahn. Damit aber nicht genug. Was macht man, wenn man feststellt, daß der Lockdown des Privaten Bereichs wenig bringt? Man verschärft die Beschränkungen dieses Teilbereichs öffentlichen Lebens und verschließt sich der Tatsache, daß die Brutkästen des Virus im Transport oder den Schulen, in Großraumbüros liegen. Natürlich wurde auch da geschlafen. Die gesamte Politik ignoriert auch jetzt noch, daß, selbst wenn ein Impfstoff schnell vorhanden sein sollte (noch sind die Dinger nicht zugelassen. Man könnte sie derzeit aussichtsreiche Kandidaten nennen) es mindestens ein Jahr dauern wird, bis so viele Menschen geimpft sind, daß man von einer Herdenimmunität ausgehen kann. Die Verantwortlichen in der Politik haben sich auf die Entwicklung eines Impfstoffs reduziert. Die dafür bereitgestellten Milliarden und die derzeitige Politik zeigen deutlich, daß man hier voll Prinzip Hoffnung gefahren ist. Fortschritte in der Behandlung und Medikation sind nicht zielgerichtet erforscht worden und Erfolge wesentlich dem Engagement des medizinischen Personals zu verdanken. 

Was sollte man also tun: Schulen und Lehrer schützen. Und Schnelltests bereitstellen. Homeoffice und Homeschooling, wo immer es geht. Busse und Bahnen, eigentlich alle, verpflichten, Schutzkonzepte zu entwickeln, die über "tragt ne Maske" hinausgehen. Generell überall dort ansetzen, wo Menschen zusammenkommen, nicht nur im Privaten. Endlich die Gesundheitsämter angemessen ausstatten. Auch hier wurde der Sommer verschlafen. Was Deutschland im Frühjahr besser gemacht hat als die anderen Länder waren vor allem seine Gesundheitsämter mit ihren unglaublich engagierten Mitarbeitern und die vorhanden Kapazitäten, die noch nicht gemäß den Plänen von Spahn zusammengespart waren. 

Man sollte sich weiterhin merken, wer vernünftig handelt (mir fallen an der politischen Front nur Merkel und Lauterbach ein) und wer sein Fähnchen nach dem Wind hängt (die Ministerpräsidenten, vor allem von Bayern, NRW ...).

Die Wissenschaft war natürlich auch nicht darauf vorbereitet, nun plötzlich derartig relevant zu sein. Die haben sich nun in eine Rolle begeben, die in dieser Form auch nicht paßt. Wissenschaft in politisches Handeln zu übersetzen hat sehr geholpert. Viele Wissenschaftler haben die neue Rolle angenommen und in dem ungewohnten Bereich sehr gute Arbeit geleistet. Doch eigentlich fehlt dort die Begleitung. Denn die Wissenschaft gibt es so nicht und wissenschaftliche Ergebnisse müssen eingeordnet und vermittelt werden. Eigentlich die Aufgabe von Wissenschaftsredaktionen. Die haben sich aber hilflos auf die Maske festgelegt, die gegen Bakterien und Feinstaub in Asien verbreitet ist und den Einsatz als Schutz gefordert. Natürlich helfen richtige Masken (ab Schutzstatus FFP2), aber diese Kampagne war eher kontraproduktiv, denn nun sitzen die Kinder mit Stofflappen vor der Fresse in der Schule, die kaum nützen. 

Ein weiteres großes BUH geht an Presse und TV für ihre Kampagnen und dem ständigen "Endlich (ein Stück weit) Normalität", das viel zu der Coronamüdigkeit der Bevölkerung beigetragen hat. Statt die Obrigkeit zu hinterfragen und kritisch zu begleiten gab es affirmative Durchhalteparolen und im Sommer dann eine Kanonade  von Lockerungsforderungen. Dabei war die zweite Welle absehbar und die Lockerungen konnte man sehr gut kritisch sehen. 

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sind wenig hilfreich und werden nicht viel dazu beitragen, die Seuche in den Griff zu bekommen. So wird die Seuche uns auch weit in das neue Jahr hinein begleiten.

Error

default userpic

Your reply will be screened

Your IP address will be recorded 

When you submit the form an invisible reCAPTCHA check will be performed.
You must follow the Privacy Policy and Google Terms of use.