lautenist

Dear diary ...

Während ich auf Handwerker warte möchte ich ein bißchen hier mein virtuelles Tagebuch führen.
Klares Novemberwetter ist, es war diese Nacht erstmals Bodenfrost und der Lockdown hält mich von meiner üblichen Beschäftigung ab, genauer der, die ich eigentlich für diese Zeit des Jahres vorgesehen habe: Museumsbesuche. 

Ich bin nun etwas blockiert, weil mir außer Spaziergängen nicht viel sinnvolles als Beschäftigung einfällt. Musizieren und Lesen — ja. Das mache ich, aber bei dem klaren Wetter zieht es mich schon etwas nach draußen.
Eigentlich wollte ich auch Schreiben — hier im Blog oder etwas kreativer. Vielleicht mache ich das auch wieder.
Was aber ganz konkret ansteht ist, wieder mein Geklimper aufzunehmen — zur Selbstkontrolle. Sicher wird auch etwas hier landen, nur hier, weil außer dem Erinnerungswert erwarte ich nicht mehr viel von meinem Geklimper. Hören will es niemand sonst und ich habe auch keinen Ehrgeiz mehr, die Schönheit der Lauten- und Gitarrenmusik zu verbreiten. Sie ist aber seit frühester Kindheit Teil meiner Person und das darf ruhig so bleiben.  
Zur Zeit habe ich ein Übeprogramm auf der Gitarre in Arbeit, welches mich wegen des technischen Niveaus selbst überrascht. Ich habe lange gebraucht, um von der klassischen Gitarrentechnik wegzukommen und mich sehr mit der Technik F.Sors beschäftigt, der mit Stützfinger und Kuppenanschlag sehr nahe an der Laute ist. Durch die Geschichte hinweg verschwand diese Technik nicht, einige führende Gitarrenspieler bevorzugten aber den Nagelanschlag (Miguel Llobet sei genannt, dessen Auftritte diese Technik im deutschsprachigen Raum zu verbreiten halfen). Der Vorteil ist ein knackiger, gut kontrollierbarer Klang. Dem gegenüber steht ein weicher Klang bei Kuppenanschlag, der meinem Empfinden nach mehr klangliche Variationen zulässt. Dafür fallen Techniken wie Tremolo weg. Ein gleichmäßiges Tremolo mit Kuppenanschlag ist Glücksache.
Was spiele ich zur Zeit:
Variante 1 — eher neue Stücke:

  • José Ferrer: Tango, op. 50
  • ders.: Charme de la nuit, op.36
  • Ferdinado Sor: Les Folies d'Espagne, op. 15
  • Niccolo Paganini: Là ci darem la mano aus Mozarts Don Giovanni
  • ders.: Sonate 12 (34 und 35 auf der Warteliste)

Variante 2 — alte Bekannte, neu geübt und einstudiert:

  • Niccolo Paganini: Perigoldino und Ghiribizzi 26, 27, 31, sowie 17, 38, 24, 37
  • J.K. Mertz: Nachtviolen und Cyanen als Folge der Nachtviolen
  • ders.:Variations Mignonnes (aus den Bardenklängen)
  • F. Tárrega; Lágrima, Pavana, Adelita

dazu dann zum Spaß Scarborough Fair, Julian Arcas Bolero, José Ferrer Ejerciccio 9, Jane Domingos Semenzato Chôros, Julio Salvador Sagreras Maria Luisa und ein Stück, bei dem ich weder Titel noch Komponisten kenne — es klingt südamerikanisch.  
In der Warteschleife sind einige Stücke von W.T. Matiegka (aus Op.31 und op. 20 sowie 21)

Duo ist auch wieder angefangen und mein Duopartner hat sogar Möglichkeiten für virtuelles Proben gefunden.
Dort wird Carulli/Mozart, Ferrer und ein wenig modernes angespielt werden. 


Bücher liegen jede Menge bereit — also Langeweile habe ich nicht und auch wenn es hier zunächst vielleicht etwas stiller wird liegt das nicht daran, daß ich Langeweile habe, sondern weniger präsentables.
Ich möchte aber auch über meine Proben berichten — ich meine, es gibt noch keinen Blog, der sich mit Proben beschäftigt.
Da hoffe ich, nun über das Wochenende zu zu kommen

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