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Der Umgang mit Corona nervt

Eigentlich wollte ich langsam mal den ganzen Quatsch mit Corona und generell der "großen" Politik in den Hintergrund drängen und nur noch dann darauf eingehen, wenn es mich direkter betrifft. 

Der Umgang mit Corona hat nun mal direkte Auswirkungen auf das Leben und nach verständlicherweise etwas chaotischen (niemand wußte halt Bescheid) aber nachvollziehbarem Handeln im Frühjahr wird das immer mehr zum Ärgernis.
Ich halte mich ja an die universelle Pandemieregel: Kontakte meiden, sowie geschlossene Räume, in denen sich viele (unbekannte) Leute aufhalten oder kürzlich aufgehalten haben. Ansonsten wird Abstand gehalten. Im Freien sind die 1,50 m Abstand eine Richtgröße. Wenn die Leute auf diese Regel pfeifen (was sehr oft der Fall ist, verlasse ich den Ort schnellstmöglich (das war bei meinem letzten Besuch im Opelzoo der Fall). Das hat zu einigen wenigen Einschränkungen geführt.
Ich persönlich fand es sehr schade, daß Konzerte und andere Veranstaltungen wie der Jazz im Park oder Stormy Monday ausfielen und andere mir zu heikel erscheinen — wie Kino oder Museumsbesuche. Restaurants konnte man wieder besuchen, solange es draußen ging. Ein Besuch neulich drinnen überzeugt mich nicht so recht. Als Einschränkung blieben die Vorgaben beim Friseurbesuch (Maske und Haare waschen), die mir einen solchen sehr unangenehm erscheinen lassen — das habe ich inzwischen mit einer Maschine gelöst. Und ich habe einige Arztbesuche, die ich vor mir herschiebe. Andere mache ich (dabei gilt wohl das Frage "Entstehen üble Schmerzen, wenn Du nicht hingehst?" als Leitfaden).
Dadurch konnte mir das gesamte Geschehen weitgehend am Arsch vorbei gehen. Inzwischen wundern sich einige Leute, wenn bestimmte Unternehmungen für mich ein "das erste Mal in diesem Jahr sind" und ich die grade gültigen Regeln also nicht kenne. Die ändern sich so schnell, daß es sich kaum lohnt, die zu verfolgen, Und solange ich den oben erwähnten Prinzipien folge lag ich bislang richtig.
Nun aber verhängt die Stadt Frankfurt bis zu 250 Euro Bußgeld, wenn man auf bestimmten Straßen und Wegen kein Gesichtskondom trägt, darunter die Einkaufsstraße Zeil oder bei mir in der Nachbarschaft die gesamte Königsteiner Straße auf Frankfurter Stadtgebiet. Im Freien ein Gesichtskondom? Die Lappen, die  mehrheitlich nach 10 Minuten wirkungslos werden, weil sie durchnässt sind? Genau — und die meinen das ernst. Gut — das bedeutet, Frankfurt zu meiden. Aber nun ist auch mein Landkreis betroffen (es gibt 2 Einrichtungen, in denen die Fallanzahl sprunghaft gestiegen ist). Davon abgesehen, daß es 2 Einrichungen sind, die man gut identifizieren kann und es darum Unsinn ist, den gesamten Landkreis mit einem Lockdown light zu belegen sind die beschlossene Maßnahmen schwierig herauszubekommen, wenn man sich interessiert — selbst die Informationen auf der Webseite des MTK sind nicht aktuell (3 Tage alt: in der Zwischenzeit wurde beispielsweise wieder ein Besuchsverbot in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verhängt, daß nicht erwähnt wird. Auch einen Hinweis auf besondere Regeln im MTK finden sich nicht). 

Die Verfügung mit den neuen Regelungen wird aktuell erarbeitet, in Kürze veröffentlicht und tritt am (morgigen) Dienstag um 8 Uhr in Kraft. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 31. Oktober.

Wir haben Donnerstag. Die Regeln gelten also schon 2 Tage, sind aber noch nicht veröffentlicht, sondern werden noch erarbeitet. 

Welche Regeln gelten muß man wohl raten. 


Viele regen sich auf, weil sie gerne in die Herbstferien gegangen wären, aber nun nicht können. Betrifft mich nicht. Und in Seuchenzeiten ist es sowieso persönliches Risiko, eine Reise anzutreten. Ich rate den Leuten, einen Test machen zu lassen. Die Testzentren sind wohl inzwischen überfordert, weil nicht nur ich die Idee hatte. Ich bin bezüglich Reisen nicht sonderlich tolerant: in Seuchenzeiten sollte man schon sehen, daß die Seuche nicht durch Reisen verbreitet wird. In den Sommerferien hat man gesehen, was passiert. Wie es zu den Ansteckungen auf der Reise oder in den Feriengebieten kam, kann ich nur raten bzw. vermuten. Es gibt einige mögliche Quellen und wenn man sich überlegt, wieviel Geld in der Reisebranche gelassen wird habe ich den Verdacht, daß man den Reisewilligen gegenüber das Risiko vielleicht eher herunterspielt. Dazu kommt natürlich das Verhalten der Reisenden selbst. Egal wie: Wer reist setzt sich einem Risiko aus. Das muß klar sein. Nehme ich die Seuche ernst muß man Reisen als kritisch ansehen und seiner Bevölkerung klarmachen, sie sollten besser mit dem Arsch zuhause bleiben oder Campen gehen oder was auch immer. Die Situation im MTK, die zu dem Beherbergungsverbot geführt hat ist aber nun mal so, daß es 2 Einrichtungen sind. Klar — Nachverfolgung ist wichtig, und Menschen, die in den Einrichtungen arbeiten oder sie besuchen sollten vorsichtshalber nicht reisen. Aber es werden alle Bewohner des MTK mit in Geiselhaft genommen. Das ist nicht okay. 

Im Freien Gesichtskondom zu tragen lehne ich ab. Es schadet mehr als es nutzt. Mich nicht mehr draußen (ohne Maske) bewegen zu dürfen, weil ich nicht weiß, wo grade welche Regelung gilt empfinde ich als absolut überzogen. 

Generell ist die Linie so typisch CDU: Man wälzt ein Problem ab. Nicht umsonst haben sich nun auch einige Ärzte geäußert und gesagt, man sollte die Seuche langsam mehr als Krankheit betrachten und weniger als gesellschaftliches Phänomen. Da haben sich die Politiker inzwischen selbst verarscht, weil sie diesen Dreh nicht mehr hinbekommen können, ohne zuzugestehen, sie hätten die Lage falsch beurteilt. Ich sage schon seit langem, man solle die Seuche als Krankheit ansehen: Symptom => es wird getestet, krank => Hospitalisierung — dazu an neuralgischen Punkten Schnelltests (Schulen, Seniorenheime, an Arbeitsstätten, wo viele Sozialkontakte herrschen, ...).
Wer krank ist und sich trotzdem unter Menschen begibt begeht Körperverletzung und gehört bestraft. Anhand solcher Regeln kann man nachvollziehbar ein Leben ermöglichen. Wichtig bleibt dabei, die Kranken zu isolieren und die Sozialkontakte auszumachen und ebenfalls für eine Weile (Inkubationszeit) aus dem Verkehr zu ziehen. 

Den Mitmenschen als potentiell lebensgefährlichen Seuchenträger anzusehen zerstört auf Dauer jede Gesellschaft. 

Die Regelflut hemmt und wird immer weniger akzeptiert.  

Allerdings muß ich einschränkend sagen, daß die Ursache der Ansteckungen — also wie es zu diesen Superspreadingevents kommt, meiner Meinung nach noch wesentlich unklar ist. Erst einmal sind die Feiern sicher nicht bewußt als Ereignisse zum Verbreiten des Virus angelegt. Einzelne Personen, die das Virus in sich tragen und solche Veranstaltungen besuchen machen das sicher auch nicht, um andere anzustecken. Es dürfte wohl so sein, daß sie nicht wissen, daß sie sich die Seuche eingefangen haben.
Bei mehr als einer Million Tests pro Woche erscheint mir merkwürdig, daß das der Fall ist. Das kann doch nur daran liegen, daß sehr viele Infizierte durch die Maschen schlüpfen.
Besucht nun ein solcher Infizierter eine Altenpflegeeinrichtung oder eine Party verbreitet er die Seuche rasend schnell.
Nun ist es in einem ersten Schritt richtig, Parties und bedrohte Einrichtungen zu schützen. Das bedeutet häufig, sie zu isolieren. Aber irgendwann muß man doch zu dem Punkt kommen, nicht mehr Brände zu löschen, sondern die Ursachen der Verbreitung zu bekämpfen. Also sicherzustellen, daß die Ursachen der Infektion identifiziert werden. Und als Sicherheit für alle Beteiligten sollte man überdenken, ob nur Verdachtsfälle getestet werden — es muß doch riesige Lücken geben, sonst wäre die Seuche längst besiegt. 


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