lautenist

ich bin mutig und versuche mich an römischer Küche

Der Saalburgbesuch zeitigt Nachwehen.

Das gibt es heute als Frikadelle - ISCIAE LUCANICAE, lukanische Frikadellen
Das gibt es heute als Frikadelle - ISCIAE LUCANICAE, lukanische Frikadellen


Dort habe ich mir ein paar Kochbücher organisiert, die die bekannten Rezepte modern aufbereiten. Ich habe im Anschluß Zutaten, die ich nicht (mehr) zuhause hatte bestellt und dann konnte es bald losgehen.
Das Brot auf der Saalburg war sehr, sehr lecker — ich habe bei Apicius nach Brotrezepten gesucht und eines, was mir gut zugänglich erschien, ausprobiert. Witzig, wie nur ein bißchen Wein, Honig und Liquamen sowie ein paar andere Mehlsorten  ein Brot aufwerten. So ganz war es das aber noch nicht, denn das Brot in der Saalburg war auch würzig. Ich habe noch ein anderes Rezept mit Kräutern gefunden, das ich ausprobieren will. Ich vermute, das Rezept kann ich dann auch hier mal vorstellen (verewigen).

Was ich machen wollte war einmal als Beilage ein Linsengericht — mit viel Lauch. Das taugt auch sehr gut als eigenständige, vollständige Mahlzeit, wie ich festgestellt habe. Sehr lecker!

Und als Hauptgang ein Pullum Numidicum — Numidisches Hühnchen. Die Zutatenliste versprach hier einen ungewöhnlichen Genuß. Und dabei ist es einfach zu machen:

Erst einmal eine Marinade:
Ich habe 3 Knoblauchzehen und 2 Scharlotten klein geschnitten, zusammen mit gemahlenem Koriander, Pfeffer, ca. 2 Eßlöffel Liquamen und einem bißchen Olivenöl die kleingeschnippelten Hähnchenteile damit verrührt und alles erst einmal an die Seite gestellt.

Für die Soße habe ich 5 Datteln klein geschnitten und eine Handvoll Pinienkerne gemahlen.
Dann etwas Olivenöl erhitzt und die Hähnchenteile scharf angebraten. Dann die Marinade plus Datteln und gemahlene Pinienkerne dazu gegeben. Mit Pfeffer, Koriander, Kreuzkümmel, Liquamen und Honig gewürzt und etwa 10 Minuten abgedeckt köcheln gelassen. Vorsicht beim Honig. Dort hatte ich etwas zuviel genommen und der Geschmack schlug schnell ins Süßliche um. Grobe Mengen der Gewürze: 1 EL Honig, 5 EL Liquamen, je eine Prise Kreuzkümmel und Koriander 

Wirklich ein sehr einfaches Rezept, aber die Aromenvielfalt ist immens. Und sehr lecker ist es! Sehr empfohlen!

Dazu habe ich Lenticulam (Linsentopf) gemacht:
200 g (rote) Linsen und einen Suppenteller voll in Ringel geschnippeltem Lauch.
Erst einmal habe ich die Linsen gut mit Wasser bedeckt und etwa 10 Minuten gekocht. Dann den Lauch hinzugefügt und noch einmal 10-15 Minuten gekocht. 

Anschließend habe ich das mit Liquamen, Defrutum, Essig, Honig, Pfeffer und Koriander gewürzt

Das Linsengericht hat mich spontan sehr begeistert und dort werde ich keine größeren Änderungen vornehmen. Das numidische Hühnchen ist mir etwas zu süßlich geraten. Wie gesagt: beim Honig aufpassen. Ansonsten ist auch das ein Gericht, das einfach zu machen ist und ein Feuerwerk an Aromen entfacht. 

Defrutum — Traubenmost/-sirup. Gibt es als Üzüm Pekmezi oft in türkischen Geschäften

Liquamen — Fischsoße. Die Römer waren verrückt danach. Es ersetzt Salz. Ich nehme Hung Thanh, eine vietnamesische Fischsauce, als Ersatz

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