lautenist

gelesen: Das Birnenfeld von Nana Ekvtimishvili

Georgien war einmal Gastland der Buchmesse. Das lenkte auch meinen Blick kurzzeitig auf die Literaturszene des Landes. Auch wenn die Autorin zeitweise in Deutschland lebt ist ihr Roman in einem Internat in Tbilissi angesiedelt ist. 

Das Thema des Buchs lese ich als Trostlosigkeit. Alle wollen weg. Die Protagonistin Lela will ihren Lehrer ermorden, der sie vergewaltigt hatte. Und dann weg.  Iraklis Mutter geht nach Griechenland, Irakli selbst will ihr folgen. Nachdem er aber zur Adoption freigegeben wird und einsehen muß, daß seine Mutter ihn nicht will, nimmt er die Möglichkeit, dem Internat zu entfliehen nicht wahr. Lela ist süß und sympathisch. Sie tut — vor allem für andere und dort besonders für Irakli. Sie selbst steht zurück: bald wird sie den Lehrer ermorden und dann gehen. Die Sprache der Autorin reflektiert die Handlung. Kurze Sätze ohne viel Emotion. Schlichte, fast schon kalte Beschreibungen. Das passt sehr gut. Sicher kein einfaches Buch, denn zu der Trostlosigkeit paßt keine Handlung. Und so gibt es nur den Rahmen von Lelas Wunsch, ihren Lehrer und Vergewaltiger zu töten. Die Stimmung des Buches muß man aushalten — es ist nicht Mitleid, in dem man sich suhlen kann. Und auch wenn Lela süß ist und irgendwie sympathisch — sie bleibt doch auch fern. Der Autorin gelingt das Meisterstück, ein sehr lesenswertes Buch zu schreiben, das mich gefangen nahm — und ich kann nicht sagen, was es war. Ganz toll! 

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