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Updates - geschaut

Während der Fuß kaputt war habe ich gelesen und Filme und Serien geschaut. Lesen war früher ein Grundbedürfnis für mich — die tägliche Flucht in die Fantasie. Dabei war mein Geschmack immer schon ein bißchen anders gestrickt. Mit 12 las ich Michail Scholochows "Der stille Don" (Тихий Дон) — sicher habe ich nicht alles verstanden, aber ich wollte richtige Bücher lesen, nicht mehr den Kinderkram! Der Kinderkram war alles von Bessy-Heften

über Lassiter 

hin zu den Klassikern wie Moby Dick, dem Lederstrumpf, Robinson Crusoe, den Karl May-Büchern [...].
Klar habe ich dann auch bei meinen Eltern gewildert und neben eher anspruchsvollen Büchern wie besagtem Stillen Don fanden sich auch Simmel und Konsalik — doch erinnere ich mich eher an die "besseren" Bücher (worauf ich etwas stolz bin).
Irgendwann wurde das als Folge der Teilzeitsklaverei und dem Abhängen vor dem Bildschirm weniger. Immer weniger und dazu kam, daß ich eine längere Phase in meinem Leben fand, ich solle auch auf andere zugehen und meinen durch deren Geschmack bereichern. Naja — manchmal war das sogar so. Die meisten sind aber geschmacklich bei Perry Rhodan stehengeblieben — und mit dem konnte ich nichts anfangen.  

Seit geraumer Zeit nun scheint es nur noch Kinder- und Jugendbücher zu geben: Harry Potter, Tintenherz, die Tribute von Panem, die Divergent-Reihe ... Unmengen an solchen Jugendbüchern mit entsprechenden Filmen fluten den Markt und werden selbst von üblicherweise seriösen Medien behandelt wie ernstzunehmende Bücher — ein Widerspruch in sich, denn wenn man sie ernst nähme müßte man sie zerreißen. Aber spätestens seit Sarrazin finde ich sowieso, man kann diese Besprechungen weitgehend vergessen.
Was im Rahmen dieser Infantilisierung (die fast alle Gesellschaftsbereiche umfaßt) mir zwar auffiel, aber weitgehend an mir vorbei ging, waren die ganzen Comic-Verfilmungen. Bereits in Studi-Tagen habe ich einem Jungen Nachhilfe gegeben, der ganz heiß auf Batman war. Ich konnte das nicht verstehen. Den Unterhaltungswert Batmans fand ich vernachlässigenswert. Ein Comic — okay! Eine Zugfahrt lang, wenn man nicht damit beschäftigt war, die Hausaufgaben von einem Klassenkameraden abzuschreiben. Okay! Aber sonst? Über einen YouTube-Chanel zu Olympus-Kameras kam ich kürzlich auf Zoha, die wohl in einem Spiderman-Film — wie sensationell — als echte Muslima eine Kopftuchrolle hatte. Für mich eigentlich erwähnenswert ist dabei nur, daß das überhaupt erwähnenswert ist. Unsere Gesellschaft scheint immer mehr den Benjamin Button zu geben. womit wir bei einer Serie sind, die sich Zelda Fitzgerald widmet, der Frau des Autors der besagten Kurzgeschichte, die mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt wurde. 

Ein Film übrigens, der herrlich schräg ist. Mir fehlt nur ein wenig Augenzwinkern. Das nimmt sich viel zu ernst!
Nun gibt es also eine Serie zu Zelda, in der Christina Ricci die Ikone der Flapper und Frau des legendären Schriftstellers spielt

klang interessant, also habe ich angefangen, die Serie zu schauen. Seit der Addams Family, Sleepy Hollow und Caspar mag ich die Ricci. Doch mit etwa 40 eine 17-jährige zu spielen klappt nicht. Der beste Maskenbildner kriegt das nicht hin. Was bei Bratt Pitt im Button-Film tolerierbar ist, wirkt in der Serie lächerlich. Nach ein paar Folgen habe ich aufgehört zu schauen. 

Irgendeinen Trost für den schmerzenden Fuß und das doofe Wetter und allgemein den Herbstblues habe ich gebraucht und mir darum endlich mal Deadpool angetan.  Ich wußte nicht einmal, daß Morena Baccharin mitspielt, die ich in Firefly zu den schönsten Frauen gezählt hätte, die ich je gesehen habe.

Hier spielt sie eine Nebenrolle, wertet den Film aber optisch sehr auf. Und endlich einer dieser Filme, der sich nicht so ernst nimmt. Juchhu! Sehr empfohlen!

Den zweiten Teil gibt es auch auf Amazon Prime — auch den werde ich mir sicher anschauen. 

Sehr albern kommt mir vor, den Titel einer amerikanischen Serie für Deutschland in einen anderen englischen Titel zu ändern. So würde aus "Sirens" "Mysterious Mermaids".
Mehr als "lala" erwarte ich wohl besser nicht mehr von amerikanischen Serien. Denn auch diese Serie wurde nach einem nicht uninteressanten Start innerhalb von ein paar Folgen in den typischen amerikanischen Kitsch verwandelt, in dem die zentralen amerikanischen Werte von Familie, Kitsch, Gott etc. als quasi gottgegeben dargestellt werden. Fehlt noch der Patriotismus. 

Ich bin dann weggedriftet und werde wohl wieder zurückkehren zu der Art TV-Konsum, die ich früher auch hatte: Ein bißchen lala — während man Laute spielt oder liest. 

Zwischen zwei Büchern habe ich noch angefangen, Deutschland 1983 zu schauen. Gut, Sonja Gerhardts Titten hat man schon gesehen. Meine Aufmerksamkeit haben eine englische Version von Major Tom und die eingestreuten originalen TV-Bilder der Zeit erregt. Es ist also wohl vor allem der Nostalgieeffekt, der mein Interesse regte: ich war dabei. 

Ansonsten ist die Serie weitgehend nichtssagend. Ist die Serie deshalb in den USA recht beliebt? Hierzulande scheint sie die Erwartungen ja nicht erfüllt zu haben. 

Die Bücher, die ich gelesen habe verdienen eine etwas ausführlichere Erinnerung. Das wird also folgen — es soll ja nun ein paar Tage mit schlechtem Wetter weitergehen und ich habe sicher viel Zeit zum Schreiben. Wenn ich die Schlechtwetterperiode nicht verpenne ...


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