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Zukunft

Nachdem ich Years&Years geschaut hatte, kamen mir Gedanken, wie düster unsere Zukunft tatsächlich ist. Vieles ist kaum vorhersehbar und die BBC-Serie darum trotz daß sie sehr realistisch erscheint, reine Spekulation.

Verstärkt wird mein negatives Bild übrigens durch Corona und die Reaktion von Politik und Öffentlichkeit darauf. Wenn Söders rein populistische Maßnahmen abgefeiert werden und er als Macher gefeiert wird ist das nur noch mit Dummheit zu erklären. Wenn die Covidioten in Frankfurt und anderswo feiern und den Virus munter verbreiten genauso. Wenn die Politik die schädliche Luftfahrtindustrie stützt, aber Kultur sterben läßt - und dann sagen mir Leute: “Was hast Du denn: Hier läuft es doch gut.” 

Klima war vor Corona ein Thema: Natürlich sind die Klima-Kids voll guten Willens, aber was hofften sie zu erreichen? Wir können davon ausgehen, daß das erklärte Ziel einer Begrenzung der Erwärmung gar nicht mehr angestrebt wird. Es eigentlich nie ernsthaft wurde. Vor allem die USA haben nicht verstanden, daß mit dem Klima kein Deal möglich ist. 2°Celsius sind nicht mehr realistisch. Selbst, wenn man nun wirklich ernst machen würde. Was aber nicht einmal in Europa passiert - international passiert noch viel weniger. Schon diese geringere Erwärmung hätte Dürren, starke Klimaereignisse, Migration, Artensterben, Hunger in weiten Teilen der Welt und neue Seuchen und Krankheiten bedeutet. Im Detail können wir es noch nicht wissen, aber große Flächen werden durch den Klimawandel für die Landwirtschaft nicht nutzbar sein - wir erleben jetzt bereits, nach nur 3 sehr trockenen Sommern, bereits Effekte. In 10 oder 20 Jahren werden wir einerseits mit steigenden Meeresspiegeln, andererseits mit Trockenheit und deutlich verändertem Mikro- und Makroklima ist Landwirtschaft, wie wir sie kennen, nicht mehr möglich. 

Ökologischer Umbau der Landwirtschaft - eigentlich der gesamten Wirtschaft. Auch hier wird seit Jahrzehnten geblockt. Wir können davon ausgehen, daß unter günstigen Bedingungen noch 60 Ernten möglich sind. Falls es das Klima zuläßt vor allem. Danach sind die Böden ausgelaugt und werden keinen Ertrag mehr bringen. Es ist jetzt schon schwer zu sagen, ob Deutschland sich selbst ernähren könnte - wir exportieren zwar Lebensmittel, importieren aber Futter. Die Versorgungssicherheit dürfte zweifelhaft sein und bei der aktuellen Politik können wir von Hunger in absehbarer Zeit ausgehen. 

(schon vor 40 Jahren wußte man, was passiert. Bereits 1978 erschien der Bericht hier) und Hoimar von Ditfurth berichtete

Und bereits 1992 gab es schon Klima-Kids — was ist in Rio, Kioto etc. thematisch vernünftig thematisiert worden — man kann nicht sagen, es wurde nicht gewußt. Aber es interessierte von den Entscheidern offenbar niemanden?

Fruchtbarkeit: Natürlich sorgt die Belastung der Umwelt seit langem dafür, daß viele Kinderwünsche unerfüllt bleiben müssen. Andererseits tendiert die Menschheit in Notzeiten dazu, sich zu vermehren wie die Karnickel. Es ist abzusehen, daß die Krise, die sich immer weiter zuspitzen wird bei immer knapperen Ressourcen, immer weniger Land sich weiter vermehren wird und die Krise verstärken, bis die Hungertoten die Anzahl der Geburten übersteigen - welchen Effekt die sinkende Fertilität sich dabei haben wird ist nicht abzusehen. 

Wirtschaft: Der Kapitalismus wird natürlich die knappen Güter, von denen es immer mehr geben wird versuchen, wirtschaftlich erfolgreich zu vermarkten. Das kann nicht anders als in Revolten und Aufständen enden (wie wir sie in Afrika und Asien schon erleben - nur ist irgendwann dann der Ausweg “Flucht” keine Option mehr. Syrien und die “Krise” 2015 waren beispielsweise direkte Folge von schlechten Ernten und Dürre, die zu den Protesten führten, die in dem Bürgerkrieg ausarteten)

Migration: schon das kleine Beispiel Syrien kann andeuten, was passieren wird, wenn Dürre und Hunger, Krieg und Verelendung die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Nun stelle man sich vor, nicht 10 Millionen (von denen der geringste Anteil hier landete), sondern hunderte von Millionen Menschen kommen. Dann ist es keine Option mehr, sie im Mittelmeer absaufen zu lassen.

Energie: Irgendwann ist das Öl all. Auch alles fracken, bei dem die Folgen nicht absehbar sind und das wirtschaftlich grenzwertig (das rechnet sich nur, wenn die Risiken vom Staat übernommen werden) und ökologisch eine Katastrophe, wird die knappen fossilen Brennstoffe nicht ewig strecken können. Der Umbau auf erneuerbare Energien wird politisch boykottiert, auch in Deutschland. Viel zu spät und ohne vernünftiges, realistisches Konzept für eine ökologisch und wirtschaftlich vertretbare Neuausrichtung produzieren alle Parteien, auch die Grünen, ein Desaster.  

Biodiversität: wollen wir die Erde retten und für Menschen bewohnbar erhalten brauchen wir so viel intakte Natur wie möglich. Statt nun Natur zu schützen und sich über Rückkehrer wie Biber und Wolf zu freuen, naturnahe Räume zu erhalten und auszuweiten wird immer mehr wertvolle Fläche verbraucht, wird weiter das Artensterben eher bedauernd hingenommen anstatt es effektiv zu bekämpfen. 

Ein weiteres abgeleitetes Problem ist das des Transports - oder allgemein der Globalisierung. Auch hier weist beispielsweise die Rettung der Lufthansa in die falsche Richtung. Kreuzfahrten, Flüge (egal ob für Tourismus oder die Erdbeere im Winter), Tiertransporte und Warentransporte über lange Strecken sind wirtschaftlich nur sinnvoll, weil Transporte zu billig sind. Und das sind sie, weil die Kosten des Transports nicht realistisch ermittelt und in Rechnung gestellt werden. Das verschärft außer dem ökologischen Unsinn auch soziale Probleme, da indirekt Kinderarbeit und unzumutbare Arbeitsbedingungen dadurch unterstützt werden.  

Ein Problem der besonderen Art sind die USA: Militärisch wahrscheinlich die stärkste Macht auf dem Planeten und nicht gewillt, etwas zu seinem Schutz zu tun, innenpolitisch extrem zerrissen und wirtschaftlich prinzipiell Eigentum Chinas wäre ein Bürgerkrieg für die Menschheit als Ganzes vielleicht noch die harmloseste Möglichkeit, wie die Probleme sich entwickeln könnten. Da das Land überhaupt noch wahrgenommen wird, weil es militärisch so mächtig ist und man die USA traditionell als “Führungsmacht der freien Welt” angesehen hat- und noch ist offenbar Geld (=Kaufkraft) da, vesteht die große Gefahr, daß das Abtreten militärisch begleitet wird. Irgendwelche Kriege gegen irgendwen, um im Inneren zu Kitten. Die künstlich produzierten Feindbilder der letzten Jahre und Jahrzehnte weisen die Richtung (Russland, China, Iran - warum das Land jeweils zum Feind aufgebaut wurde ist offensichtlich: China gehört faktisch alles in den USA, Iran ist ein letztes unabhängiges Land, welches Öl kontrolliert. Und Russland als unabhängige Macht, die ebenfalls Zugriff auf die knappen Ressourcen haben könnte und militärisch nicht zu vernachlässigen sind - nicht, daß mir die dortigen Regierungen sympathisch wären. Darauf kommt es aber nicht an) 

Die Liste ließe sich sicher ergänzen - was wir als sicher annehmen können ist, daß die Katastrophe kommen wird. Die derzeitige Politikergeneration hat, nicht nur in Deutschland, versagt. Die Menschheit als solches wird sicher überleben (in deutlich reduzierter Anzahl), aber ein Mad Max-Szenario ist nicht unwahrscheinlich. Genau vorhersagen können wir kaum etwas, aber die angesprochenen Punkte halte ich für unausweichlich.  Was kann man tun: Vorbereiten auf die Katastrophe und hinausschieben fände ich ganz angemessen. Wir sind ja schon mitten in den Mißernten und erleben das Waldsterben und sonst die Folgen der Fehlwirtschaft. Darauf aufbauend kann man ein Szenario bilden. Und soll - gottverdammtnochmal - endlich aufhören so zu tun, als würde alles gut.

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