November 17th, 2019

Thomas

"Making Van Gogh" im Städel

Ich war bereits relativ nah am Start in der Ausstellung und kann sie nur empfehlen. Wichtig ist, sich Karten zu erservieren: ich war an einem Dienstag am späten Vormittag dort und es gab bereits eine nicht unerhebliche Schlange.

Das ist unglaublich schwer, einen Ansatzpunkt für einen Review zu finden, weil man sich der Ausstellung unter verschiedenen Gesichtspunkten nähern kann, die sich auch in der Ausstellung finden. Vielleicht macht das die Qualität der Ausstellung aus?

Wobei ich das "making", also den Erfolg van Goghs, der (zumindest teilweise) durch die Diskussion über die Popularität seiner Werke im Deutschen Reich nach 1890 entstand, für problematisch halte. Die Fragestellung finde ich auch, ehrlich gesagt, nicht sehr ergiebig, da man klären müsste, was Erfolg überhaupt ist und woran man ihn festmachen kann
Diese Sicht, wonach "Awareness" quasi symbiotisch mit kommerziellem Erfolg existiert, erklärt bestenfalls das beginnende Interesse, das allerdings schon kurz vor seinem Tod einsetzte. Und ist auch problematisch, weil sie Erfolg an der Sichtbarkeit des Künstlers festmacht und damit einen sehr eingeschränkten Begriff von Erfolg transportiert.

Die Ausstellung geht nun den Weg, einerseits die Diskussion in Deutschland zu dokumentieren, dabei aber auch auf biographische und künstlerische Elemente zurückgreift (bei letzterem fand ich neben dem bekannten Kontakt mit Gaugin die Verbindungen zu Monet und anderen sehr interessant - weil sie mir nicht so bewußt waren). Auch wird der Erfolg van Goghs durch seinen Einfluss auf vor allem deutsche Künstler und die Fälschungen sowie seine Rezeption in diversen Publikationen gezeigt.

Da ich vorher den Van Gogh-Film mit W. Dafoe gesehen hatte, in dem für meinen Geschmack zu sehr auf dem Cliché vom armen, halb irren Künstler herumgeritten wurde, fand ich sehr angenehm, daß dieses Cliché zwar aufgegriffen, aber als das dargestellt wird, was es ist.

Ich fand es nun ziemlich langweilig, nur Gemälde abzufotographieren, auch wenn ich mich einige Male nicht der Faszination entziehen konnte. Meistens wollte ich aber einen Blick auf das Detail oder Aspekte der Ausstellung festhalten, die mir eher außergewöhnlich erschienen.
Problematisch dabei ist, daß ich eigentlich zu jedem Bild oder Bilderpärchen eine ausführliche Erklärung schreiben sollte, um mir in Erinnerung zu halten, was mich daran reizte oder faszinierte. Ich versuche es im folgenden anzudeuten ...





van Gogh sind Selfies und Sonnenblumen. Interessant fand ich, die verschiedenen präsentierten Selbstbildnisse zu vergleichen. Was blieb gleich in Technik und an der "Intention des Künstlers" (also der Wirkung, die wir denken, wollte er erzielen)? Was hat er geändert? Und grade auch bei van Gogh bleibt der Gedanke nicht aus, wie war er wohl psychisch drauf?


so kennen wir ihn
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Eine sehr gelungene Ausstellung, die einen vertieften Blick auf den eliebten Maler ermöglicht und einiges an Staub und Kitsch wegwischen kann, der sich über dem Cliché van Gogh angesammelt hat


Thomas

Gemäldesammlung im Goethehaus

Es ist beeindruckend, wie viel Kunst sich in der Mainmetropole findet. Natürlich war die Stadt der Kaiserkrönungen, die Hauptstadt Deutschlands über viele Jahrhunderte, nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch die Banker ließen sich frühzeitig nieder und einige Leuchtgestalten der Kunst und Wissenschaft wie Goethe, Telemann, Schopenhauer lebten hier ... zusätzlich zogen diese Lichtgestalten im Zuge der wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Anziehungskraft der Region weitere Größen an. Das Goethemuseum versucht nun der Kunst der Romantik eine Heimstatt zu bieten. Außer einigen bekannten Malern finden sich vor allem Portraits bekannter Persönlichkeiten der Epoche. Viel Arkadien, viel Brentano-Familie, viel Caspar David Friedrich
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Szenen aus Faust


Gisela von Arnim (was für eine Süße)

der junge Goethe


die Wiege Deutscher Demokratie, die Paulskirche