September 4th, 2019

Thomas

Kreisel und Dorfentwicklung

Der Kreisel ist nun da und wurde eifrig diskutiert. Die Probleme sind auf dem Tisch und werden dort ignoriert. Sicher geht niemand ernsthaft davon aus, daß das Experiment nicht zu einer Dauerlösung wird.
Oft wurde gefragt, warum der Kreisel nun gebaut wurde, wo doch Ampelanlage mit Fußgängerüberwegen erst kürzlich teuer neu gestaltet wurden.
Offen wird das sicher nicht bestätigt werden, doch sehe ich diese Maßnahme im Zusammenhang mit dem Dorfentwicklungsplan, der umfangreiche Neubaugebiete und eine mögliche Straßenbahnanbindung, damit aber auf jeden Fall deutlich mehr Verkehr im ohnehin überlasteten Verkehrsnetz der Gemeinde vorsieht. Als Konzept, wenn man das so nennen will, wird nun angestrebt, die Einwohner zu einem geänderten Verhalten zu erziehen - oder den Straßenverkehr abzuschrecken. Dabei geht man davon aus, daß sich der zusätzliche Verkehr und die durch Abschreckung des Durchgangsverkehrs verminderte Verkehr nahezu aufheben. Diese Betrachtung bezieht sich nur auf das Gebiet "südlich der Bahnstraße".
Weitere Neubauebiete sind in Planung, so soll rund um das MTZ eine große neue Siedlung entstehen. Auch entlang der Limesspange und auf dem Gelände des Autokinos sind Neubaugebiete geplant.
Der Kreisel dürfte vor allem also dem Ziel dienen, Verkehr zu verschrecken.

Problematisch an der geplanten Entwicklung ist natürlich die Infrastruktur, die schon jetzt überaltet und viel zu klein dimensioniert ist. Dazu kommt ein Denken der Planenden, der beim eigenen Gartenhaag endet. Beispielsweise ist der Verkehr erledigt, wenn man ihn auf die alte B8, die A66 oder die Limesspange hingeplant hat. Daß jede dieser Straßen bereits überlastet ist, wird geflissentlich ignoriert. Schul- oder Kindergartenwege sicher gestalten? Da 1000 Neubürger nicht nur im Ort schlafen wollen sondern auch innerörtlich Wege zurücklegen wollen und müssen - Detail! Und wenn sie bei Bäcker oder Metzger einkaufen wollen sollen sie doch am Besten zu Fuß gehen, denn Parkplätze gibt es in der Ortsmitte etwa 40 oder 50 Stück, die meistens von Anwohnern belegt sind.

Zusammengefaßt scheint mir die Ortsentwicklung, so wie sie geplant ist, Sulzbach als Schlafstätte zu sehen. Ein Dorfleben, wie es einer Gemeinde von dann fast 10.000 Menschen angemessen wäre, ist nicht angestrebt. Im Gegenteil. Die Planung versucht offenbar, das Leben aus dem Dorf heraus zu bringen.