June 26th, 2019

Thomas

Kloster Arnsburg

Eigentlich hatte ich nach Ausflugszielen im Vogelsberg gesucht. Der Name Arnsburg brachte etwas in mir zum klingen - war das nicht der Ort, in dem eine Menge Kunstschätze des Hauses Hessen verwahrt werden? Naja - da hatte mich die Erinnerung getrügt. Ein lohnenswerter Ausflug war es trotzdem.

Den ursprünglichen Zustand der Klosteranlage kann man heute nur noch erahnen. Wobei die größten Zerstörungen erst nach der Säkularisierung 1803 stattfanden. Eine Skizze von um 1810 läßt den Zustand zu dieser Zeit erahnen und daraufhin sieht man die Anlage mit anderen Augen:


Die Klosterpforte steht weit offen


Der Kreuzgang wurde nach dem zweiten Weltkrieg Soldatenfriedhof, auf dem Gefallene unterschiedlicher Nationen beerdigt wurden. Soweit bekannt stehen Schilder mit Lebensdaten, manche mit Fotos der Gefallenen am Fußende der Gräber. Viele der Gefallenen waren kaum 16 Jahre alt und kamen noch im März/April 1945 bei Gefechten in der Region ums Leben. Doch auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene fanden hier ihre letzte Ruhestätte.






Am Rand des Kreuzgangs finden sich Grabsteine aus der mittelalterlichen Geschichte


Im Kapitelsaal befindet sich ein Gedenkstein mit den Worten mortui viventes obligant (Die Toten verpflichten die Lebenden).


Ich habe auf dem Soldatenfriedhof eine ganze Reihe dort hinterlassener Geschichten und Lebensdaten gelesen, doch diese kurze Widmung berührte mich besonders.
In wenigen Worten führt das Bild, das einen strahlend lachenden Soldaten mit einem Pferd zeigt das unvorstellbare menschliche Leid vor Augen, welches Kriege bringen.

"In stillem Gedenken
an unseren am
14.10.1941
in Stalingrad
gefallenen
Vater, Ehemann,
Opa, Uropa und
Ururopa
Heinrich Burgard
Dem Urgestein
einer glücklichen Familie"



Die Überreste der sicher einstmals prächtigen Kirche beeindrucken noch heute - mit Ruinenromantik






Mit Fotos des Klostergeländes möchte ich diese Erinnerung abschließen








Das Dormitorium dient als Ausstellungs- und Konzertsaal