June 18th, 2012

Thomas

Satori

Als grosser Fan von Trevanian und insbesondere seinen Büchern „Shibumi“ und „Katya“ war ich natürlich sehr gespannt (und auch skeptisch), wie Don Winslow die Aufgabe, eine Art Prequel zu Shibumi zu verfassen, lösen würde.

Die ersten Seiten des Buches zeigten schon, dass Winslow eher einen Thriller schrieb als ein vielschichtiges Werk voller Augenzwinkern, wie es Shibumi ist. Shibumi bekam wohl eher vom Verlag unter Marketinggesichtspunkten das Etikett „Thriller“ übergestülpt, doch dort ist die Agentengeschichte nur ein Rahmen, innerhalb dessen sich der eigentliche Inhalt bewegt. Trevanians Werke zeichnen sich dadurch aus, die Absurditäten des westlichen Lebensstils satirisch und voller Humor durch den Kakao zu ziehen. Viele subtile Andeutungen erschliessen sich dem interessierten Leser dabei nicht auf Anhieb. So muss man, um die Kapitelüberschriften in Shibumi (welche GO-Figuren beschreiben) und deren Bedeutung für die Handlung zu verstehen, sich mit GO beschäftigen.
Dass man einen Autor nicht ohne Weiteres kopieren kann war Winslow wohl bewusst. In seinen Anmerkungen schreibt er von der Entstehungsgeschichte des Buches und man erkennt, dass ihm die Schwierigkeiten wohl bewusst waren. Die Anstrengungen Winslows, Trevanians Vorgaben zu adaptieren sind erkennbar, doch wirken sie bemüht. Innerhalb des Thriller-Genres ist wohl kein Platz für das Augenzwinkern, durch das Eigenschaften des Helden wie dessen Proximitätssinn als Bestandteil der Satire hingenommen werden. Auch die Zeichnung der schönen Heldin Solange wirkt gekünstelt während das Gegenstück (Hana) im Original ein mit wenigen Strichen gezeichnetes Symbol voller Anspielungen und Inhalt gibt. Insbesondere das Verhältnis von Hel zu Solange wirkt (ebenfalls thrillertypisch) platt – man denkt eher an einen verliebten Teenager als an den Protagonisten aus Shibumi, dessen (zeitlich vor der Handlung Satoris liegenden) Verhältnis zu den Tanaka-Schwestern auf nur wenigen Seiten in Shibumi mehr an Tiefe gewinnt als das Verhältnis zu Solange auf den 600 Seiten von Satori. Vom Verhältnis zu Hana ganz zu schweigen.
Gleichzeitig muss man wohl annehmen, dass das heutige Publikum andere Erwartungen an einen Thriller hat als das Publikum um 1980 herum. So ist dieses Buch sicher eher für heutige Thriller-Fans geeignet als für Fans von Trevanian, Niko Hel und „Shibumi“.   

Die oben verlinkten Kritiken teile ich überhaupt nicht. Ich halte Shibumi auch 2012 noch für eine unterhaltsame, lehrreiche und amüsante Lektüre (wie auch die vielen Leute bestätigen, die ich mit „Shibumi“ als einem Buchgeschenk versehen habe) während Satori sich nicht sonderlich aus der Masse der gängigen Thiller heraushebt.

Nichtsdestotrotz war es eine unterhaltsame Lektüre, die allerdings in keinem Punkt an das Original heranreicht.

Thomas

Das grosse Fressen am Wochenende ...

Endlich scheint der Sommer in die Innerschweiz zu kommen!

Bei diesem Wetter bedauerte ich es fast, am Samstag Freunde eingeladen zu haben, um bei mir zu schlemmen. Ich koche ja gerne und mag besonders die asiatische Art zu kochen. So hatte ich für Samstag ein gutes Dutzend Freunde eingeladen gehabt, von denen einige vorab absagen mussten. Nicole (meine Obermieterin) und ihren Maidlis sagte ich, nachdem Nicole meinte, sie seien auf ein Konzert eingeladen, sie könne einfach dazu kommen, wenn sie möge. Davon abgesehen rechnete ich mit 2 Pärchen (je evtl. mit einem Kind) plus noch Brigitte, einer ehemaligen Arbeitskollegin.
Der Samstag kam und ich stürzte mich in die Vorbereitungen. Kochen für eine grössere Menge Leute macht Spass, benötigt aber natürlich mehr Zeit zum Vorbereiten! Fleisch und Gemüse wollen geschnitten, Brühe gemacht, die Vorspeisen arrangiert werden. Schliesslich soll es, wenn die Gäste dann da sind, schnell gehen – und ich mag nicht nur in der Küche beschäftigt sein, sondern auch mit den Gästen zusammen den Abend verbringen.
Mitten in diese Vorbereitungen hinein kam dann die Nachricht von den zwei Pärchen, sie könnten nicht kommen. Beim einen Pärchen gab es Beziehungsprobleme und sie seien darum keine gute Unterhaltung, beim anderen Pärchen meinte sie, sie sei krank. Damit blieb nur ein Gast übrig, der zum Essen käme (plus evtl. Nicole mit oder ohne Maidli). Ich habe also (leicht frustriert) ein SMS an Brigitte geschrieben und gefragt, ob sie dann überhaupt kommen mag, habe die Vorbereitungen eingestellt und mich stattdessen auf den Balkon verzogen und gelesen. Und dabei überlegt, wie ich die Mengen  an Futter am sinnvollsten verwenden könnte. Irgendwann klingelt dann das Telefon und Brigitte meinte, ich hätte 10 Sekunden zu sagen, ob sie kommen soll oder nicht. Natürlich sollte sie! Der Abend kam und es klingelte: Nicole stand mit den Maidli vor der Tür! Kurz darauf kam auch Brigitte, so dass ich den nun ersten Gang auftischen konnte. Plötzlich klingelte es wieder und Karin und Rudi standen vor der Tür – sie hätten sich doch entschieden zu kommen. Sie könnten sich ja auch später noch den Kopf einschlagen.
So wurde es doch noch ein sehr schöner Abend, auch wenn ich etwas mehr in der Küche stand als geplant, da ich die unterbrochenen Vorbereitungen nun nachholen musste.


Collapse )



Es blieben noch genug Reste, so dass ich am Sonntag Nicole mit den Maidlis noch zu einem ausgedehnten Resteessen (Vier Gänge) einladen konnte. Auch dieser Abend war sehr schön. Die Mädels zeigten ihre Künste im Origami und warteten vor allem gespannt auf die Wiederholung des Desserts, gebackener Bananen!

Vielen Dank an alle, die an diesem Wochenende bei mir waren. Ihr seid toll!