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Nachrichten und Rollertour nach Büdingen

Gestern Abend habe ich versehentlich einiges an Nachrichten im TV mitbekommen.  Das größte Problem hierzulande scheint nicht die Seuche zu sein und wie man sie in den Griff bekommt sondern, daß der Sommerurlaub vielleicht beeinträchtigt werden könnte. Oder — oh Graus! — ganz ausfallen.
Mein Vertrauen in die Intelligenz der Menschen, dank sozialen Medien eh schon arg geschrumpft, ist nun vollends am Boden.
Zweites Problem sind offenbar die Biergärten — aber die sind ja offen. Ist da irgendeine tödliche Seuche unterwegs? Egal — es gibt bekanntlich nichts, was man nicht mit einem Bier herunterspülen kann! 

Die Kulturzeit macht sich Sorgen um den Feminismus — genauer gesagt fürchten sie eine Rückkehr des alten, arbeitsteiligen Rollenverständnisses. Erst habe ich den Kopf geschüttelt, dann mußte ich doch lachen. Corona und die Restriktionen zwingen keine Frau, zuhause zu bleiben! Viele der berufstätigen Mütter haben ihre Karriereentscheidung schon vorher getroffen, sonst wäre es nicht finanziell angesagt, daß der Mann arbeitet und die Frau die Kinder betreut. Die Option, daß der Mann zuhause bleibt, steht dennoch offen, bedeutet dann eben einen Verzicht zugunsten der weiblichen Selbstverwirklichung.
Als man dann eine Frau interviewt hat, die meinte "eigentlich sei sie unkaputtbar" dachte ich nur, wie arrogant diese Frau ist — und wie sehr die Unabhängigkeit vom Mann erkauft wurde durch eine Abhängigkeit von staatlicher Fürsorge. Wem da mehr zu vertrauen ist, ist natürlich individuell zu entscheiden, doch diejenigen, die jetzt ihre Unabhängigkeit bedroht sehen scheinen den Bund für's Leben (realistischerweise) nicht so recht ernst zu nehmen.
Dabei gibt es in diesem Zusammenhang natürlich auch echte Probleme: häufig brauchen junge Familien, egal ob mit oder ohne Kind, zwei Verdienste, um über die Runden zu kommen. Das ist nicht in jedem Fall durch den Wunsch nach zwei Autos, möglichst in der Preisklass > 30.000 € und dem Bedürfnis nach mindestens 2x Urlaub pro Jahr geschuldet. Hier in Rhein-Main ist die Decke für Menschen, die nicht top verdienen nicht sonderlich dick. An anderen Orten sieht es wahrscheinlich noch dramatischer aus. Das ist aber kein neues Problem. Es ist bekannt, wird aber durch die Seuche massiv verstärkt.
Das heutige feministische Familienbild wird dadurch allerdings in seiner Scheinheiligkeit offenbar. Es handelt sich nicht um eine gemeinsam handelnde Einheit, sondern bestenfalls um eine Zweckgemeinschaft, die der Selbstverwirklichung der Frau dient.  "Der Staat schützt die Familie" wird durch den untauglichen Familienbegriff  aus den 50ern verhöhnt, da er eine klassische Familie am Leben erhält, die aber wie eine WG gelebt wird. 


In Büdingen war ich am Tag, als meine Mutter aus der Reha kam und ich den ganzen Frust und Ärger irgendwie loswerden mußte.
Die Fahrt heilt. Es dauerte zwar eine ganze Strecke, bis die Gedanken frei waren, aber dann konnte ich das schöne Städtchen genießen.


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