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politice corona (II)

wie im vorhergehenden Post schon gesagt ist es schwer, die gesellschaftlichen Konsequenzen der derzeitigen Situation nur von einem Standpunkt aus zu beleuchten. 

Positiv einer Münze zur Kaiserkrönung
Positiv einer Münze zur Kaiserkrönung


Nach ein paar Kaffees fand ich nun, Geld sei ein interessanter Punkt, um zu starten. Schließlich basiert unsere Gesellschaft auf ihm. Alles Wirtschaften und viel Streben und für viele sogar Sinn steckt in Geld. Gott Mammon! Und ein Gott ist es. Niemand kann seine Macht und Wirkung infrage stellen. So wie man früher glaubte, Jungfrauen zu opfern brächte Erlösung von dem Übel so wird das Geld etwas komplizierter verwissenschaftlicht und seine Existenz nicht hinterfragt. Aber was ist Geld eigentlich? Geld ist doch nur ein Abstraktum, das für einen beliebigen Inhalt steht: eine Variable, der man ein regional fixes Symbol zugeordnet hat. Früher mal schrieb man einen Brief, in dem halt immer das Gleiche stand ("Zahlen Sie gegen Vorlage dieses Schreibens den Betrag von xyz aus"). Das gibt es heute noch — man nennt es Wechsel

Das wird im internationalen Geschäftsverkehr noch gerne benutzt, um Sanktionen zu umgehen und die Unsicherheiten des standardisierten Bankverkehrs zu vermeiden. Heute garantieren oft Banken den Austausch der Beträge — was sie mir immer irgendwie schräg vorkommen ließen.
Prinzipiell ist das aber Geld — den Sermon kann man sich schenken und schreibt einfach die Zahl auf Papier und damit hat man Geld. Nur, daß für Geld  der Münzberechtigte haftet, in der Regel eine Bundes-/Landesbank und nicht der Aussteller des Wechsels. Der Wert dieses Papiers ist aber reine Glaubenssache. Die rechtliche Handhabe (also das einklagbare Recht) ist Vereinbarung, welches dem Glauben ein bißchen Grundlage gibt. So wie die Inquisition auch kirchliches Recht in die Wirklichkeit transportierte. Mit dem Hexenglauben verliert aber auch die Inquisition ihre Macht.
Der Erfolg dieses Abstraktums, Glaubenssystems beruht in der riesigen, fast universellen Anwendbarkeit. Man kann sich kaum etwas vorstellen, dem man nicht einen Betrag zuweisen kann. Mit der Zuweisung eines solchen Wertes wird der konkrete Gegenstand dann handelbar. Und schon haben wir eine Wirtschaft, die nicht auf reinem Tauschhandel beruht, sondern zwischen den eigentlichen Tausch das Abstraktum geschaltet hat. Ich verkaufe meine Arbeitskraft. Dafür bekomme ich Geld, das ich dann gegen Brot Wurst Käse Bier eintausche. Im Prinzip ist es auch heute noch so simpel. Und alles beruht darauf, daß wir fest daran glauben, Geld stünde für etwas in der wirklichen Welt. 

Nun sagt Scholz (und sinngemäß auch Berater-Uschi und die Versager-Französin — Lagarde heißt sie, nicht?): Geld ist da — fragt danach und ihr bekommt es. Schmeißt die Gelddruckmachine an und scheint zu glauben, daß diene dem Erhalt "des Systems". Was tatsächlich passiert ist, daß Geld als Herrschaftsinstrument benutzt wird. Natürlich wurde es das schon immer: die Herrschaft hat hier und da dem Pöbel ein paar Münzen zugeworfen. In dieser Tradition mögen Scholz und Konsorten dieses Verteilen von Gnadenakten sehen. Doch effektiv werden Wertigkeiten formuliert: Pflegepersonal, Firmen? — Ihr bekommt ein paar Krumen. Künstler? — Wer braucht Euch denn? Das ist weder Gießkanne noch durch irgendetwas berechtigt, sondern Willkür. Und so wird es auch wahrgenommen. Jeder versucht natürlich auch, etwas von dem Kuchen abzubekommen. Auf einer weiteren Ebene wird aber der Glaube an Geld erschüttert. Dieses Glaubenssystem, auf dem unsere Ordnung basiert, wackelt. Wenn ich nicht mehr daran glaube, daß Arbeit entlohnt wird und ich für die Entlohnung etwas kaufen kann bricht das System in sich zusammen. Gott ist tot. 

Münzen aus keltischer Zeit aus der Gegend von Bratislava
Münzen aus keltischer Zeit aus der Gegend von Bratislava

Man muß auch sehen, daß die Willkürlichkeit des Systems offensichtlich werden. Warum werden Pflegekräfte so mies bezahlt und müssen unter unvorstellbar miesen Bedingungen arbeiten? Und nun bekommen sie (vielleicht) mickrige 1500 € als Anerkennung für den Mehraufwand? Die arbeiten immer so hart — jetzt noch schlimmer. Aber eigentlich ist das, was man ihnen nun zukommen läßt, eine Beleidigung. Man gibt ihnen ein bißchen was, damit sie die Klappe halten und weiter machen. Das ganze stinkt. 

Wenn ich nicht mehr an Geld glaube bricht der Glaube zusammen. Natürlich bleiben Reste, wie auch wir noch Reste des Glaubens an Donar, Freya und Wotan haben — nicht nur in den Wochentagen zeigt sich das. Aber dieser Alltagsglaube ist dann alles andere als Sattelfest und nicht mehr Fundament unseres Lebens. Doch was soll den Glauben an Gott Mammon ersetzen? 

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