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Die "Lockerungen" soweit

Wenig überraschend, daß die ersten Schulen bereits wieder schließen mußten. Wie hier und hier geschrieben hat sich ja nichts wesentlich an der Situation geändert. Außer, daß die Anzahl der Toten hochgeschnellt ist. Die statistischen Werte sind nur bedingt geeignete Größen — also nicht die Statistik selbst, sondern die Ermittlung. Beispielsweise ist es doch Unsinn, von einer Anzahl Menschen zu sprechen, die ein Infizierter ansteckt, wenn man diese Anzahl nicht sauber ermittelt. Auch die ganzen Quoten sind Größen, die aufgrund einer statistisch unsauberen Methodik kaum Aussagekraft haben. Auch dazu habe ich mich geäußert. Was wir sicher kennen sind die Anzahl hospitalisierter Personen und von denen kennen wir auch den Verlauf. Daraus abzuleiten kann man sagen: Die Maßnahmen, die zur Eindämmung des Virus getroffen wurden, helfen. Daraus kann man nicht ableiten, daß man sie lockern kann.

Was nun angesagt gewesen wäre, wäre ein gesellschaftliches Miteinander zu formulieren, in dem man sich die nächsten zwei Jahre oder mehr einrichten kann. 

Da sowieso Menschen einkaufen gingen ist die Schließung von Geschäften prinzipiell schwierig nachzuvollziehen. Der Unterschied zwischen dem Bäcker und dem Buchladen besteht im Begrabschen der Ware im Buchladen — was im Supermarkt aber auch passiert. Daß sich ein Virus auf mehr als 800 m² besser verbreitet als auf kleineren Flächen ist natürlich Unsinn. Auch die Vorstellung, Menschenmassen würden in die Städte strömen, weil größerer Geschäfte geöffnet haben ist schwer nachzuvollziehen. Sie strömen in die Städte, weil bestimmte Waren gebraucht werden und darum gekauft. Nach Shoppen dürfte derzeit wenigen der Sinn stehen. Marketing-Maßnahmen, die die Kunden in den Läden an bestimmten Waren vorbeizulotsen sind da eher schädlich als die generelle Öffnung des Ladens. 

Die Schulen zu öffnen halte ich prinzipiell für richtig, aber wie es gemacht wurde ist Unsinn. So läßt sich Unterricht nicht organisieren. Schon gar nicht dauerhaft. Um alle Beteiligten zu schützen müßte man in die Situation kommen, Infizierte zu identifizieren und sauber zu trennen sowie Kontakte ggf. zu isolieren oder intensiv zu beobachten. Erst wenn das möglich ist, ist ein Schulbetrieb wieder möglich. Das gilt genauso für produzierendes Gewerbe etc. Ohne eine geeignete Kinderbetreuung ist aber eine komplette Generation aus dem Arbeitsleben herausgenommen — diejenige, die Kinder hat. Dort ist dann zunehmend, nämlich, sobald der Urlaub aufgebraucht ist und Überstunden abgefeiert ist, die Betreuung nicht mehr sicherzustellen. Es sei denn, ein Elternteil bleibt zuhause. Das kann sich aber kaum eine Familie leisten. Also werden die Kids doch wieder zu den Großeltern geschickt, wo sie eingesammelte Viren und Keime fleißig verbreiten.  Schulen aber teilzeit zu öffnen bringt gar nichts, weil die Betreuung weiter nicht gewährleistet ist, dafür aber Infektionswege geöffnet werden, weil man die Schüler nicht auf die Seuche hin überprüft, sondern die Schule schließt, wenn sich jemand infiziert. 

Maskenpflicht als Kompensation halte ich für einen befremdlichen Humor. Stoffmasken oder auch OP-Masken helfen ein bißchen auf Entfernungen von ca. 2 Metern — dem Sicherheitsabstand, der weiterhin gilt — den Virus nicht um sich zu schleudern. Sie sammeln dort etwa 80% ein. Für mehr braucht es richtige medizinische Masken. Dafür sammeln sich an der Maske alle Erreger der Umgebung, die Schmierinfektionen, die man vermeidet, weil man sich nicht ins Gesicht fassen würde holt man sich dann eben beim An- und Absetzen der Maske. Zusätzlich wird ja massiv der Glaube verbreitet, diese Masken würden helfen. Dadurch fühlen sich die Leute sicher und beachten die wirkungsvollen Maßnahmen weniger. Eine Maskenpflicht wäre nur sinnvoll, würde man medizinische Masken zur Verfügung stellen. Die hat es aber nicht (in ausreichender Zahl). Und auch die filtern nicht alles. Sie minimieren ein Risiko, sie eliminieren es nicht.

Diese Analyse ist natürlich meine und ich finde anhand der aktuell vorliegenden Daten und Informationen keinen Fehler. Was leite ich daraus ab?
Zunächst einmal muß man davon ausgehen, daß es eine vermeidbare zweite Welle an Infektionen geben wird. Das ist eigentlich keine zweite Welle, sondern Folge der Forderungen nach Normalisierung, denen die Politik nachgibt. Wie die Politik darauf reagieren wird ist schwer vorhersehbar. Wenn man Merkel zu den guten Köpfen in der Regierung zählen muß ist es schwer vorhersehbar, wie Leute entscheiden. 

Daraus ergibt sich, daß ich mich einstellen muß. Und zwar nach Möglichkeit so, daß ich es dauerhaft durchhalten kann. Dabei ist mein Fokus nur bedingt darauf ausgerichtet, die Seuche nicht einzufangen. Ich lege es nicht darauf an, sie zu bekommen, klar! Aber schlimmer noch wäre, die Seuche unbeabsichtigt zu verbreiten.

Die Dauer der individuellen Maßnahme definiere ich über das Vorliegen einer funktionierenden Impfung oder ein Absinken der Fallzahlen in einem Maß, daß man nicht mehr von einer Epidemie sprechen muß. 

Wichtigste Regel ist: Menschen vermeiden. Natürlich nicht um alles und um jeden Preis. wenn einem eine Person entgegen kommt oder überholt und hält nicht die 2 Meter Abstand ein — egal! Aber von mir aus halte ich sie ein und umso mehr, je mehr Menschen es sind. 

(Stoff-) Maske vermeiden. Das bedeutet, die lokalen Geschäfte kann ich auf absehbare Zeit nicht besuchen, sondern muß mich nach Möglichkeit online beliefern lassen. Das funktioniert in vielen Bereichen ganz gut. Den Wochenmarkt teste ich bei Gelegenheit. Gibt es dort Maskenhysterie gehe ich nicht hin. Die keifenden Corona-Blockwarte braucht schließlich auch niemand. 

ÖV vermeiden. Meine Dauerkarte habe ich bereits zurück gegeben. Es ist schade, diese ökologisch sinnvollere Fortbewegung aufzugeben, aber das zählt zum Vermeiden von Menschen. Genauso wie
Arztbesuche vermeiden. Bei Ärzten sammeln sich die meisten Viren und Bakterien. Natürlich passen die auch am besten auf, so daß man nicht in Panik verfallen muß, wie auch bei allen anderen Maßnahmen. Es gilt, das zu vermeiden, nicht zu tabuisieren. 

Corona-Hysterie vermeiden. Nachrichten einmal am Tag, die panischen Sondersendungen vermeiden.

Viel spazieren gehen und möglichst oft dabei den Roller benutzen. Wenn das Wetter nicht mitspielt: Lesen und Laute spielen. 

Für mich als eher introvertierten Menschen ergeben sich nicht sonderlich viele Einschränkungen durch Corona. Schade finde ich, lokale Geschäfte nicht mehr zu unterstützen, aber die Einkaufssituation ist extrem abschreckend. Ansonsten vermisse ich Museen, Konzerte, Theater — auch bei Ausflügen auf einen Kaffee zu verzichten ist lästig. Doch das muß wohl sein.

Gesellschaftlich und Politisch sehe ich die Probleme tiefgreifender. Dort wird immer noch ein status quo ante angestrebt, den man nicht mehr erreichen kann. Und der auch nicht erstrebenswert ist. Die Nachteile globalisierten Wirtschaftens liegen offen zutage. Da wird korrigiert werden müssen. Auch der Warentourismus generell kann zurecht hinterfragt werden. Und wie es mit menschlicher Mobilität ausschaut sollte man auch überdenken. Letzteres scheint den Teutonen besonders zu schmerzen: Der Sommerurlaub! Fast noch dramatischer als der Verzicht auf Bundesliga, Kneipe und Oktoberfest. Klar gönne ich jedem sein Vergnügen, doch muß man schon sehen, daß diese Vergnügen teurer werden. Und das finde ich nicht einmal schlecht. Homeoffice im Feldversuch war vielleicht nicht schlecht und hoffentlich sind dabei Hemmungen abgebaut worden. Der Unsinn, Millionen Menschen morgens zu einem Computer hin und abends wieder zurück zu bewegen, Weil die Unternehmen nicht glauben, daß ihre Mitarbeiter sonst arbeiten, kostet Unternehmen und Gesellschaft sehr viel. Vielleicht hat das nun geholfen?
Natürlich führt das alles zu Verwerfungen — das ist ja auch ein globales Problem. Das Geld der Touristen wird fehlen, auch auf Flughäfen und bei Airlines arbeiten schließlich Menschen.
Doch dieser Aufguss der GroKo von einem Zurück ist fatal. Zurück gibt es nicht und ich sehe nicht einmal einen Ansatz, daß die überhaupt gewillt sind, gestaltend zu wirken. Das wird sich noch Rächen. Leider hat es das bedingungslose Grundeinkommen noch nicht in die deutsche Diskussion gebracht. Das könnte viel Sicherheit bringen — für alle Beteiligten.
Es wäre wirklich dringend an der Zeit, hier Perspektiven zu eröffnen. Doch die Politik ist wie in Schockstarre. Natürlich haben wir auch nicht das Personal, um aus einer Krise heraus durchzustarten. Schade

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