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Corona-Hilfen für Künstler

Und wieder ein kleiner Schwenk in der Corona-Hysterie. Nun denkt man verstärkt wieder an Geld.
Was passiert dabei als erstes: Die vielen selbstständigen Künstler bekommen keine Hilfe mehr. Die Gelder seien erschöpft, bekommen sie zur Auskunft. Die Hilfen betreffen nur Betriebskosten — ein Künstler hat aber selten Angestellte und seine Betriebsstätte ist die Wohnung. Sehr schade, was da abgeht. Darum kann ich nur bitten, die Petition zu zeichnen. 

Generell war bei vielen zunächst die Hoffnung groß, man würde aus der Lage Lehren ziehen. Leider führt das eher zu einer konservativen Sichtweise. Und auch die Gesellschaft an sich wird zurückgeworfen — das ist aber zu einem großen Teil dem Pandemieplan geschuldet, der nun mal auf der Basis der spanischen Grippe anhand der Situation gegen Ende und kurz nach Ende des ersten Weltkriegs entwickelt wurde.  Sehr problematisch kommt mir vor, daß das alles nun sehr schnell und unvermittelt abgeht. Eine deutliche Verarmung Vieler steht zu erwarten. Und die politischen Eliten haben die Wirtschaft im Blick, aber nicht eine Gesellschaft, die auf die Veränderungen nicht vorbereitet ist — und sie auch nicht will. Mir kommt es so vor, als folge die Politik der Hoffnung, in ein paar Monaten sei alles wieder wie zuvor. Diese Hoffnung finde ich naiv: einen Impfstoff wird es so schnell nicht geben und sollte eine wirkungsvolle Behandlung gefunden werden, schafft das das Virus nicht aus der Welt sondern hilft, Todesfälle zu vermeiden und ernsthafte Verläufe abzumildern. Also geht es darum, einen Weg zu finden, dauerhaft mit der Seuche zu leben. Da sehe ich derzeit keinen Ansatz in der Politik und auch die geschätzten Philosophen halten sich bedeckt. Precht offenbart seine großen Schwächen und Scobel begnügt sich mit der Analyse. Sloterdijk nimmt die Sache nicht wirklich ernst ... muß ich also selbst denken. 

Die Schwäche der Intelektuellen ist auffallend. Scobel betont, wie wichtig Philosophie und Philosophen zur Zeit sind, zurecht! Doch wo bleibt der rationale und kritische Umgang mit der Situation? Schnellschüsse wollen wir alle vermeiden, ganz klar. Und kühle wissenschaftliche Analyse muß Modellen vorangehen, doch ganz klar ist, daß Gegender zur Entschärfung der Situation genauso wenig beiträgt wie Veganismus. Doch ein positiver Gesellschaftsentwurf erscheint schwierig zu formulieren, vor allem, wenn er die Entwicklungen in der Wirklichkeit mit einbeziehen soll, die alles andere als ermutigend sind. Ganz zentral dabei erscheinen mir die Fragen der internationalen Zusammenarbeit, die durch die USA, aber auch innerhalb der EU (und was die Presse macht darf man gar nicht weiter beleuchten) entstehen und als weiterer zentraler Punkt zählt das Gesundheitssystem — und in diesem Zusammenhang auch der zentrale Begriff der deutschen Verfassung, der der unantastbaren Menschenwürde. Weiterhin erscheint mir der Ruf nach dem starken Mann fatal zu sein genau so wie der nach zentralen Entscheidungen (und wie steht es um ein Europa, in dem unterschiedliche Regelungen zwischen Sachsen und Hamburg beklagt werden, unterschiedliche Regelungen zwischen Deutschland und Spanien aber als selbstverständlich hingenommen werden?). 

Es ist hier nicht der Raum für umfangreiche wissenschaftliche Betrachtungen, doch sollten vielleicht einige Begriffe genannt werden, die in Zukunft die gesellschaftliche Realität bestimmen könnten/sollten. Ich muß eine Form überlegen, wie ich ein solches Brainstorming hier bringen kann. 

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