lautenist

Föderalismus und Corona

Viel wurde gejammert, weil die Länder selbst die Ausgangsbeschränkungen festgelegt haben und warum es da Unterschiede zwischen den Ländern gab. Ich fand eigentlich ganz gut, wie Hessen an das Problem gegangen ist — eben auch, auf Schulschließungen zu verzichten, da die Kurzen vergleichsweise selten auch nur Symptome spüren, andererseits die Seuche besonders gut übertragen. Darum wäre es doch sinnvoll, diese Gruppe möglichst von denen zu trennen, die ein besonders hohes Risiko tragen. Die Maßnahmen haben sich letztlich nur graduell unterschieden und die Aufregung darüber, daß man in Hessen mehr durfte als in Bayern ist, mal ehrlich gesagt, bescheuert. Ob die Schulschließungen nun etwas gebracht haben und ob ich, das Land Hessen oder die letztendlich durchgesetzte Variante nun mehr zur Eindämmung beigetragen haben, werden wir so nie erfahren. 

Daß Söder gelobt wird, weil er den Macho rauskehrt und die schärfsten Maßnahmen propagiert erscheint mir befremdlich. Widerspricht der Ruf nach dem starken Mann nicht demokratischer Gesinnung?
Daß in dieser Krise die Stunde der Bürokraten schlug und sogar ein Jens Spahn, seines Zeichens Bankkaufmann, ein paar Punkte sammeln konnte, sagt nicht, daß wir gute Leute in der Verantwortung haben. Allerdings zeigt es die Leistungsfähigkeit, die Deutschland trotz neoliberaler Mißwirtschaft immer noch hat. 

Ist es nicht schräg, wenn man einerseits nach einheitlichen Lösungen schreit und andererseits die Grenzen innerhalb Europas schließt?  

Tatsächlich finde ich die Maßnahmen, die ergriffen wurden, richtig und angemessen — Diskussionen im Detail finde ich wenig hilfreich. Wie gesagt: ich hätte die Schulen offen gelassen. Und was dort der Ruf nach der starken Zentrale soll, verstehe ich nicht. Und daß Bayern es besonders gut macht, finde ich nun wirklich nicht. Ich habe eher den Eindruck, der Söder nutzt die Gelegenheit, sich als "Macher" zu profilieren während andere Politiker grade auszeichnet, sich selbst zurückzunehmen und endlich einmal auf die Experten zu hören. 


Hatte ich schon erwähnt, daß der Scobel gut ist? Ich kann meinen Blog einstellen ... 

Was im Video nicht stimmt ist die Behauptung, Fledermäuse zu essen, würde die Übertragung begünstigen. Wenn man sie roh essen würde, dann ja. Ansonsten ist der Kontakt bei Kauf und Zubereitung der riskante Teil, nicht der Verzehr erhitzten Fleisches.

Was man sagen kann ist, daß wir als Philosophen gefordert sind, Gesellschaftsmodelle zu entwickeln, welche die Lehren aus den Krisen berücksichtigt. 


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