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Corona und der Stickoxidemissionen

Diese Graphik hier macht zur Zeit die Runde. Sie wird gerne mit einem "es geht doch, wenn es muß" kommentiert





Wie akurat die ist und noch mehr, wie aussagekräftig, läßt sich kaum feststellen. Soweit ich das nachverfolgen kann kommt die Graphik von der NASA. Der begleitende Artikel ist deurlich vorsichtiger bei der Formulierung eines Zusammenhangs zu Corona. Es sei in jedem Jahr ein Rückgang der Verschmutzung feststellbar. Was deutlich sichtbar ist, ist das Fehlen einer Verschmutzungsspitze zum chinesischen Neujahr. Ein Teil des Rückgangs dürfte auch auf die verbesserten Bedingungen in China zurückzuführen sein. Aber man kann schon deutlich vermuten, daß Quarantäne von Millionen von Menschen, Stilllegung des Verkehrs und starker Rückgang der industriellen Produktion den Effekt wesentlich mitbestimmt haben. Was man sicher annehmen kann ist, was niemand bezweifelt. Das die Umweltverschmutzung menschengemacht ist. Zu sagen, man könne den Ausstoß einfach mal so reduzieren läßt sich aus der Graphik nicht ableiten. Denn die Konsequenzen einer Stilllegung chinesischer Industriekapazitäten sind nicht ohne. Auch hier zeigt sich der Unsinn der westlichen Gier/Produktion. Wenn die Weltwirtschaft wegen eines temporären Lieferengpasses zusammenbricht, ist die Produktion unvernünftig verteilt. Es kann beispielsweise doch nicht sein, daß ganze Medikamentfamilien Lieferprobleme haben, weil sie nur noch in China produziert werden. Man erkennt auch, die den Globus umspannenden Lieferketten. Bei Hühnchen ist jedem sofort klar, wie skandalös die Tiertransporte sind. Bei vielen Gütern des täglichen Verbrauchs mag man denken: "egal" und "Hauptsache billig". Aber es gibt tatsächlich wichtige Produkte wie Medikamente oder Lebensmittel, die lokal verfügbar sein müßten. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung versagt in Fragen der Versorgungssicherheit. Der marginale Vorteil durch geringere Produktionskosten in China ist in kapitalistischen Denken entscheidend, nicht, ob ein dringend gebrauchtes Produkt verfügbar ist. Im Gegenteil: die Verknappung kann höhere Preise rechtfertigen, da keine Konkurrenzprodukte verfügbar sind.

Aus dieser Graphik läßt sich aber in keinem Fall ableiten, den Ausstoß von Klimakillern massiv zu reduzeren sei einfach. Wer das behauptet sollte sich fragen, ob er oder sie derzeit in Wuhan leben wollte.

Tags: die krise der westlichen welt, gedanken, lautenistenleben, meinung
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