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Sonntag in Wiesbaden

17 Grad waren es Sonntag und zwar windig, aber selbst die Sonne schien. Ein bißchen überlegen, doch schnell stand fest: Es geht nach Wiesbaden, den Film vollschießen, der noch in der Kamera war - und natürlich Neues entdecken!


Die Niederländer mögen es ja nicht, aber das niederländische Königshaus und der niederländische Staat verdankt sich dem Hause Nassau,
hier vor der Wiesbadener Marktkirche: Wilhelm I. Taciturnus (der Schweigsame), Held des niederländischen Unabhängigkeitskampfes gegen Spanien.


Die Marktkirche








wer hält die Fackel hoch?
So dramatisch! - das kann nur das Staatstheater sein


Tschaikowsky, Turgenjew, Dostojewskij, Gogol, die Tochter Puschkins, Strawinsky und Mahler Jawlensky - alle waren da und viele von ihnen kamen deutlich erleichtert nachhause. Spielen ist eine Sucht - Dostojewskijs Spiel am Roulettetisch in Wiesbaden ist in seiner Geschichte "der Spieler" verewigt - hier trug es sich zu ...


"Roulettenburg", wie Dostojewskij Wiesbaden nannte, und dort das Casino, war in Russland sehr populär.
Dostojewskij berichtet von seiner Spielsucht. Hier hat er mal gewonnen:
"Doch zur Sache. Ich habe, liebe Warwara Dmitrijewna, 5000 Franken gewonnen; das
heißt, ich hatte anfangs 10.400 Franken gewonnen, das Geld nach Hause getragen, in die
Reisetasche gelegt und beschlossen, am nächsten Tag aus Wiesbaden abzureisen und

nicht mehr in den Spielsaal zu gehen. Ich habe es aber nicht ausgehalten und die Hälfte des
Geldes wieder verspielt. Es sind mir also nur noch 5000 Franken geblieben. "








Meistens, wie wir alle wissen, gewinnt aber die Bank und so mußte auch Dostojewskij Bettelbriefe schreiben, um wenigstens die Rückreise bezahlen zu können
„…, aber wir zitterten jeden Augenblick, dass uns im Hotel die Rechnung präsentiert werde und wir ohne einen Groschen sein könnten. Ein Skandal, die Polizei drohe, und hier wird kurzer Prozess gemacht, wenn es keinen Bürgen oder keine Wertgegenstände zu verpfänden gibt; dabei bin ich nicht allein! Scheußlich! Meine Uhr habe ich noch in Genf bei einem wirklich edlen Menschen versetzt, …Polina hat einen Ring versetzt …
Du schreibst, es sei Dir unbegreiflich, wie man alles so bis zum Letzten verspielen könne, wenn man mit jemandem reist, den man liebt! Freund Mischa, in Wiesbaden habe ich
ein Spielsystem erfunden, habe es erprobt und auf der Stelle zehntausend Francs gewonnen! Gegen Morgen, da ich bereits erregt war, bin ich von dem System abgewichen und habe im Nu verloren. Abends kehrte ich zu meinem System zurück, befolgte es mit aller Strenge und gewann ohne Mühe schnell wieder dreitausend Francs. Sage also selbst, wie sollte man nach einem solchen Erlebnis nicht mitgerissen werden, wie sollte man nicht glauben, bei genauem Befolgen dieses Systems das Glück in den Händen zu halten!
Und ich brauche ja Geld, für mich, für Dich, für meine Frau, für den Roman! Hier gewinnt man spielend leicht Zehntausende! Mit diesem Vorsatz, Euch alle zu retten und schließlich mich selbst, bin ich ja doch hierher gereist, und ich glaube fest an mein System!
[...]…
Von meiner Lage erzähle niemandem. Meine Spielverluste sollen ein Geheimnis bleiben. …“











Der Kurpark schließt dich der Spielbank an - vielleicht, um die aufgebrachten Seelen nach dem Verlust zu beruhigen?




Ein besonders eleganter - nassauer - Löwe


Marktkirche und Rathaus


In der Marktkirche


In der Marktkirche


Spiegelung im Rathaus
Tags: fotographie, lautenistenleben, memories
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