lautenist

Organspende bis auf Widerspruch

Spahns Organspendegesetz steht nun zur Abstimmung, wonach jeder bis auf Widerspruch Organspender ist. Ich habe einige formelle und prinzipielle Einwände, doch muß man sich zunächst fragen, welchen Zweck das Gesetz haben soll und ob dieser Zweck dadurch erreicht wird. Der Zweck, klar! ist, an mehr Organe frisch Verstorbener zu kommen, indem man nicht mehr die Einwilligung der nächsten Angehörigen einholen muß, wenn kein Spenderausweis vorliegt. Das ist, was gespart wird. Da die Organe nur eine begrenzte Zeit verwendet werden können, ist das kritisch. Hier setzt schon mein erster formeller Einwand an, denn darf man mit der Begründung "es muß schnell gehen" einen Eingriff in das Recht eines Menschen vornehmen? Soweit ich weiß und wie jeder empfindende Mensch hoffentlich nachvollziehen kann endet die Würde eines Menschen nicht mit dem Tod. Wenn ein solcher Verstoß gegen die Menschenwürde nicht generell verfassungswidrig ist. Der praktische Aspekt erscheint mir auch anfällig für Missbrauch zu sein. Ob jeder Widerspruch gefunden wird? Der nächste Einwand ist wieder formell: auf Selbstbestimmung sollte man wohl verzichten, also seine Zustimmung geben, daß Organe entnommen werden. Den Widerspruch zu verlangen ist mieses Handwerk in der Gestaltung eines Gesetzes. Und all das, um die Frage zu vermeiden. Gibt es da keine bessere Lösung?

Error

default userpic

Your IP address will be recorded 

When you submit the form an invisible reCAPTCHA check will be performed.
You must follow the Privacy Policy and Google Terms of use.