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literarischer Rückblick auf 2019

literarischer Rückblick auf  2019

Literarisch fand ich das Jahr 2019 sehr ergiebig.
Ich hatte einige der Tipps des Perlentaucher beherzigt, weil er in der Vergangenheit oft meinen Geschmack traf und ich Lust hatte, etwas über meine Grenzen zu schauen und in Neues hinein zu lesen. Dabei bin ich insbesondere auf Ottessa Moshfegh gestoßen. Ich habe ihr bisheriges Werk in diesem Jahr sehr genossen, an erster Stelle kam dabei Eileen, gefolgt von mein Jahr der Ruhe und Entspannung, Homesick for another world (bislang nur in Englisch erhältlich - aber gut auch im Original lesbar) und McGlue als ihrem Erstling (Links gehen in der Regel zum Perlentaucher, Links zu meinen eigenen Eindrücken schenke ich mir hier). Ihr Erzählstil ist geprägt von einem intelligenten Humor, Menschenkenntnis und ungewöhnlichen Konzepten - wer schreibt schon ein Buch, in dem die Protagonisten vor allem schläft?! Ihr muß ich für viele Stunden genußvolle Lektüre danken.
Fräulein Nettes kurzer Sommer von Karin Duve war überraschend ein Highlight. Natürlich hervorragend besprochen geraten üblicherweise moderne Nacherzählungen der Biographie einer historischen Persönlichkeit (Annette von Droste-Hülshoff) eher kitschig. In diesem Fall ist dem allerdings nicht so und dem Buch gelingt es, atmosphärisch dicht einen Auszug einer Biographie (mit einigen künstlerischen Freiheiten) und vielen Bezügen zur heutigen Zeit zu schreiben. Zweifelsohne ein weiteres Highlight des Jahres.
Kate Atkinson war eine zweite Entdeckung, von der ich bislang 2 Bücher gelesen habe (ein drittes steht im Schrank) - besonders die Unvollendete war spitze. Sicher nicht für jeden geeignet, aber auf vielen Ebenen zum Nachdenken anregend und niemals ins Platte abrutschend - wirklich grandios und virtuos ertählt!
Bleibend wird auch die Geschichtensammlung (9 Nächte mit Violeta) von Leonardo Padura sein, die mich dazu angeregt haben, mir für 2020 ein weiteres Buch von ihm in den Schrank zu stellen.
Weiter gelesen habe ich die grandiose Rivers of London-Reihe, bei der ich einiges aufzuholen habe (aber langsam alle gelesen habe). Entdeckungen waren die Südafrika-Krimis von James McClure und die sehr unterhaltsamen Bücher von Mick Herron - auch 2 Serien, die mich begeistert haben und die ich weiterlesen werde.
Erwähnen muß ich auch vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells, das sehr gut geschrieben ist, haarscharf daran vorbei schrammt. von mir als Kitsch beurteilt zu werden - es ist nun mal eine Liebesgeschichte. Die wohl einzige ausgewiesene Liebesgeschichte, die es 2019 geschafft hat, in Erinnerung zu bleiben. Da ich das Buch ziemlich am Anfang des Jahres gelesen habe dürfte das sicher sein. Oliver Bottini hat einen sehr gut recherchierten Krimi vorelegt, der mich sehr angesprochen hatte und Andreas Eschbachs NSA, welches mich trotz der abstrusen Geschichte gepackt hat. Ich würde es "gute Ferienlektüre" nennen: spannend, aber intelektuell nicht überfordernd (so in etwa Dan Brown Level)

Tags: buch, lautenistenleben, memories
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