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gesehen: Good Omens

Terry Pratchett und Neil Gaiman zusammen haben ein Buch geschrieben gehabt: Good Omens. Ursprünglich, noch zu Pratchetts Lebzeiten sollte eine filmische Umsetzung von Terry Gilliam (Monty Python) geschehen. Johnny Depp und Robin Williams hätten ihre Mitwirkung zugesagt.
Nun also eine BBC Mini-Serie von Neil Gaiman mit posthumer Erlaubnis von Sir Terry. Dave Tennent (Doctor Who, Harry Potter) und Michael Sheen (Underworld, Blood Diamond, Königreich der Himmel) übernahmen die Hauptrollen.
Der Trailer sah vielversprechend aus - und versprach, der schrägen Vorlage zu entsprechen


Ich will den Inhalt nicht weiter spoilern.

Die Realisierung der Serie leidet unter den gleichen Problemen wie die Realfilmadaptionen von Terry Pratchetts Büchern. Technisch gut gemacht, die schrägen Ideen teilweise genial auf Film übertragen, gute Schauspielerleistungen - und trotzdem will der Funke nicht überspringen. Das ist ähnlich wie bei Filmen mit Luis de Funès, dessen Filme oft herrlich schräg und überdreht waren, aber für meinen Geschmack einen Tick zu weit gingen, nicht inhaltlich! Der Umgang mit der Apokalypse ist durchweg amüsant und gespickt mit mehr oder weniger deutlichen Anspielungen. Es ist wohl vor allem ein unsteter Erzählrhythmus, der sicher beabsichtigt, die Handlung zu verstärken, die Einordnung des gesehenen aber erschwert. Das alleine erklärt meine gemischten Gefühle noch nicht, denn wirklich krass ist das nicht und an Aufmerksamkeitsstörung leide ich auch nicht. Die deutsche Synchronisation fand ich übel. Beispielsweise gibt es natürlich Probleme, bedeutungsschwere Namen zu übersetzen. Wohl allgemein üblich ist inzwischen, Namen nicht zu übersetzen, auch wenn sie Bedeutung transportieren. Aus Anathema Device wird inkonsequent übersetzt Anathema Apparat (es hätte Bannstrahl Apparat sein müssen), der Witchfinder Sergeant Shadwell wird zum Hexenjäger Shadwell, Agnes Nutter wird zu Agnes Spinner etc.
Ich werde mir die Miniserie noch einmal anschauen - dann auf Englisch. Und bin überzeugt, sie wird mir dann besser gefallen!
Tags: film, lautenistenleben
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