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gesehen: Game of Thrones

Nun isses endlich vorbei! Und mehr, weil ich es bereits angefangen hatte zu schauen als weil ich es gut oder unterhaltsam fände habe ich auch die abschließende Staffel geschaut. Schon bei der ersten Staffel war ich über die Begeisterung erstaunt, die die Serie auslöste. Okay - es sah ein bißchen nach Schach im Fantasy-Format aus, mit irgendwie obskuren Elementen, die mir Reminiszenz an die aktuelle Mode zu sein schien und für die Handlung weder notwendig noch eine Bereicherung zu sein schienen. Damit meine ich die Raben, welche dort Postdienste erledigen wie bei Harry Potter die Eulen, die Schattenwölfe, die als große, süße Wauzis daherkommen und die weißen Wanderer als eine obskure Bedrohung. Bei letzteren wie auch bei den Drachen hatte ich zumindest die Vermutung, sie könnten noch eine Rolle spielen. Angesichts des Hypes hätte ich irgendewas Symbolträchtiges erwartet oder sonst die Handlung Tragendes, aber die wären beliebig austauschbar gewesen. 
Nachdem in der ersten Staffel schon Neugier geweckt wurde und die Szenerie abgesteckt, wurde die Erwartung in den folgenden Staffeln immer weiter gedrückt und spätestens ab dem Ende der vierten Staffel empfand ich die Serie eher als Ärgernis - ich hatte sie angefangen zu schauen und wollte wissen, wie es weitergeht, wenn ich auch kaum noch Hoffnung hatte, daß sich die Handlung interessant entwickeln würde oder wenigstens die Personen interessant würden. Tyron Lannister (Dinslake) ist wahrscheinlich der Favorit der meisten Zuschauer und tatsächlich auch der mit den meisten annehmbaren Szenen und einem Charakter, den man sich anschauen kann. Vorhersehbar, aber in seiner bissigen Biestigkeit oft amüsant. Generell sind die ersten Staffeln noch etwas mehr im Umfeld des Tittensenders HBO angesedelt und es wird offen geflucht, man sieht viel Blut und auch nacktes Fleisch, was noch hier und da die klinisch sterile Atmosphäre durchbricht. In späteren Staffeln weicht diese Atmosphäre dem kinderfreundlich-sterilen Setting, wie es für US-Serien üblich ist.

Die Schauspieler waren mehrheitlich schlecht. Emilia Clarke, welche die Daenerys Targaryen ... äh ... verkörpert (spielen kann man das nicht nennen) beweist eindrücklich, daß ein halbwegs hübsches Gesicht und ein paar Sexszenen nicht ausreichen, um einen Charakter darzustellen, selbst eine relativ simpel gestrickte Gestalt wie die "Drachenmutter". Warum das Mädel, das sie spielt, einen solchen Erfolg haben soll wird angesichts der hölzernen Darstellung nicht klar. Vor allem auch, weil sie auch innerhalb der Geschichte nicht als bedeutsamer Charakter auftritt. Sie scheint beliebig austauschbar. So kann man die Charaktere alle durchgehen und findet holzschnittartig gezeichnete Charaktere, deren Handeln man nicht einmal innerhalb des Umfeldes der Geschichte hinterfragen darf.
Eine Weile hoffte ich noch, die Charaktere würden sich im Fortgang der Serie entwickeln. Ansätze gab es hier und da - aber nichts davon ist zwingend und überzeugend nur, wenn man mehr als guten WIllen mitbringt.
Wenn man also beurteilen soll frage ich mich, was denn so toll an der Serie sein soll? Das Drehbuch ist schlecht, die Schauspieler sind schlecht, die Handlung im Großen wie im Kleinen ist nicht schlüssig - wofür in aller Welt hat die Serie so viele Preise bekommen?
Zugegeben: Dem Frankfurter Unternehmen, welches für die Spezialeffekte zuständig war (Pixomondo), ist es gelungen, eine interessante Szenerie aufzubauen. DIe Titelsequenz ist gelungen und die Titelmelodie ist simpel und hat doch großes Wiedererkennungspotential.

Generell läuft die Serie für mich unter "gute Ansätze am Anfang, die fahrlässig verspielt wurden"


Tags: film, lautenistenleben, memories
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