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gesehen: Loving Vincent

Wie es der Zufall manchmal will bin ich gestern über die Ausstrahlung von "loving Vincent" auf arte gestolpert - und natürlich hängengeblieben.
Deser Film wählt eine ganz andere Sicht auf die letzten Jahre Vincent van Goghs als "van Gogh", den ich aus den hier benannten Gründen nicht überzeugend fand.

125 Künstler aus aller Welt schufen mehr als 65 000  Ölbilder, die wiederum zu einem großen Ölgemälde-Film über Vincent Van Gogh wurden.
Das ist natürlich beeindruckend. Der Produktionsprozess ist hier dokumentiert.



Das Ergebnis war ein interessantes und ungewohntes Seherlebnis. Bevor ich den Film sah, hatte ich Bedenken, ob ein Film aus Ölgemälden nicht arg gekünstelt wirken würde. Überraschenderweise ist das überhaupt nicht der Fall.
Auch die Schauspieler sind in dem Zusammenspiel von Gemälde, Fotos der Personen (wir wissen von vielen über Fotos, wie die Personen hinter den Gemälden aussahen) und der Darstellung im  Film ausgehend von einem Gemälde über eine Realfilmsequenz, die in Ölgemälde verwandelt wurde, gut gewählt.
Der Aufhänger, anhand derer sich der Film der Person van Gogh und den Umständen seines Todes nähert, ist zwar hanebüchen (der Sohn des Postmeisters Poulin will einen letzten Brief zustellen), doch erlaubt er, sich sowohl dem Charakter Van Goghs zu nähern als auch die Fragwürdigkeiten seines Selbstmordes auszuleuchten, ohne dabei eine Interpretation bzw. Lösung vorzugeben. Sein Tod bleibt mysteriös. Gleichzeitig gelingt es dem Film, den schwierigen Charakter des Malers differenziert darzustellen.

Kurz: ich finde den Film toll und von mir bekäme er volle Punktzahl 5/5

Tags: film, lautenistenleben, memories
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