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Wochenendbericht

Mein Wochenende begann am Donnerstag damit, daß ich mir den neuen Tarantino-Film angeschaut habe







Die Meinungen über den Film sind ja geteilt und das machte mich neugierig. Zum Schluß waren die Filme von Tarantino, bei allem Kritikerlob, etwas eintönig und berechenbar geworden. Daß Es war einmal in Hollywood von den einen als bester Tarantino aller Zeiten, von anderen als genau das Gegenteil eingestuft wurde, ließ mich auf einen interessanten Film hoffen.


Wer einen Film im Stile von Django, den Basterds oder Kill Bill erwartet hatte wurde enttäuscht. Die Zitatewut Tarantinos ist natürlich ungebrochen, das Staraufgebot im Film riesig und die Handlung reine Nebensache — wieder werden Fixpunkte der Geschichte umgeschrieben, analog dem Tod Hitlers in den Basterds sind es hier die Manson-Morde. Im Doctor Who-Universum geht das nicht und man erkennt, warum es nicht geht. Hier dagegen freut man sich, daß die hochschwangere Sharon Tate nicht grausam ermordet wird. Von der Kritik wird oft eine Nähe zu Pulp Fiction beschworen, was insofern paßt, daß die Geschichte sehr viele skurrile Momente enthält. Also mir hat der Film sehr gut gefallen und ich habe mich über die mehr als 2 1/2 Stunden durchweg gut unterhalten gefühlt.


Ich habe mich allerdings auch gefragt, was wohl Roman Polanski zu dem Film sagt. Eine schnelle Google-Suche brachte kein Ergebnis. Die Tochter Bruce Lees, der in dem Film als rechter Trottel daherkommt, war naturgemäß wenig begeistert von dem Film und darüber, daß ihr Vater lächerlich gemacht wurde.


Der Freitag war ein Datum, auf das ich mich schon sehr lange gefreut hatte. Paul O'Dette spielte in Friedberg im Alten Hallenbad, einem wunderschönen Jugendstilgebäude.




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Das alte Schwimmbad



In der Nachbarschaft finden sich weitere interessante Gebäude



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Das Programm, das Paul spielte, war sicher nicht besonders ungewöhnlich, doch absolut erstaunlich ist, wie Paul das Publikum in Bann schlägt. Und das, obwohl Lautenmusik kaum zum Angeben taugt und mehr durch Tiefe als Virtuosität besticht. Nichtsdestotrotz ist natürlich der handwerkliche Teil der Kunst bei Paul O'Dette makellos. Die Leichtigkeit, mit der er die Musik transportiert verbunden mit der Tiefe des Verständnisses für diese Musik ist nur erstaunlich zu nennen.


Hier eine von Dowlands chromatischen Fantasien — mit das Schwerste, was für diesen Instrumententypus geschrieben wurde.







Aber auch leichte beschwingliche Tänze bringt er vorbildlich











Erstaunt war ich auch über die Zugabe. Normalerweise wählt man da als Musiker ein einfacheres Stück — doch Paul O'Dette spielte Piccinini. ie Passacaglia ist nicht das schwerste Stück, was es von ihm gibt, aber es ist immer nch saumäßig schwer.







Nicht nur ich war begeistert!

Der Samstag war dann dem Jazz gewidmet. Die Sodener Reihe Jazz im Park hatte ihre vorletzte Auflage mit Hot Jazz Rhein-Main.



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Hundertwasserhaus



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Es war noch einmal schwül-heiß. Zum Hot Jazz paßt das auch ....


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Manche benutzten die Musik auch als Untermalung für ernsthaftere Beschäftigung ...










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Sogar das Bier braucht Schatten


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Voll bei der Sache ....



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Nur eine Mütze ...



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Hot Jazz - die Dame im Vordergrund gehört nicht zur Band



Am Sonntag nun hatte ich vor, Thorsten in Idstein mit der Marienvesper zu hören. Wer die Marienvesper nicht kennt:







Es handelt sich um eines der genialsten Werke der Musikliteratur. Monteverdi wechselt zwischen renaissancer Polyphonie und neuer barocker Monodie auf beeindruckende Weise.


Tja — ich hatte etwas getrödelt, aber ich kenne mich ja aus und weiß, wo ich parken muß und somit war ich erst etwa 10 Minuten vor Beginn des Konzerts vor Ort. Dummerweise in der falschen Kirche. Was habe ich mich geärgert!






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Schön ist die Kirche im Ort



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Johann von Nassau zeichnet nicht nur für die Hexenverfolgung, sondern auch für diese Schönheit verantwortlich, die in den Jahren 1665 bis 1677 entstanden



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Rathaus, Hexentum und Marktplatz


















Blick vom Marktplatz in Richtung Unionskirche







Hexenturm











das gräfliche Schloß, heute Schule



Nach einem Abstecher nach Mainz, wo ich nach langen Jahren eine befreundete Familie endlich wieder einmal getroffen habe, blieb mir das Wahlergebnis in Sachsen und Brandenburg nicht erspart. Außer der Moderation des MDR, die allen Ernstes die AfD als bürgerliche Partei bezeichnete regte mich die Reaktion der Politiker auf. Alle fühlen sich als Sieger — zum Kotzen so etwas. Wenn man mehr als ein Viertel der Wähler an Nazis verliert hat man verloren — nicht nur die jeweilige Partei, sondern die Demokratie. Über viele Jahre und Jahrzehnte ging es der Politik unter anderem darum, eine solche Entwicklung zu verhindern. Wie kommt dieses Versagen zustande? Und was machen die Politiker: sondern den immergleichen Dünnsinn ab und danach geht es wieder zur Tagesordnung — alles wie gehabt. Die Nazis werdet Ihr nicht durch Aussitzen los!

Tags: film, fotographie, gedanken, laute, lautenistenleben, memories, thomas mental chaos
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