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gesehen: Geheimnis eines Lebens (Red Joan)

Befürchtet hatte ich eine Verkitschung der Geschichte nach wahren Geschichte von Melita Norwood, die im Alter von 87 Jahren als russische Spionin enttarnt wurde, die in den 40ern Informationen zur britischen Atombombenforschung an die Sowjets weitergab. Natürlich wurde die in Wirklichkeit keineswegs mehr junge Melita im Film sehr viel jünger und hübscher gemacht (Sophie Cookson, die Roxy aus den Kingsmen-Filmen) und die Geschichte in eine Love-Story eingebettet

Die original Melita sah so aus


Im Film dagegen
bzw.


Daß die ältere Joan, wie sie im Film genannt wird, von Judi Dench und die jüngere von Sophie Cookson gespielt wird hat dazu beigetragen, daß ich mir den Film angeschaut habe. Auch die zugrunde liegende Geschichte - warum sie die Informationen weitergegeben hatte fand ich spannend und, daß es Stoff für einen guten Film geben könnte.
Tatsächlich finde ich die Kritiken, die den Film dröge finden und ihm bestens mittelmäßige Kritiken geben ungerechtfertigt harsch. Grade, daß sich die Motivation der Spionin so selbstverständlich aus den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki ergibt, hat mich beeindruckt. Diese Selbstverständlichkeit, mit der sie das Richtige tat. Dagegen wirkt der plumpe Nationalismus der MI5-Agenten lächerlich. Ich möchte nicht zuviel über die Geschichte verraten, nur soviel: sicher kein Agentenfilm a la Bond - zum Glück! Action gibt es wenig und spektakulär ist bestenfalls eine kurze Sexszene von Cookson, die ansonsten vor allem brav und bieder wirkt - die intelligente Frau blitzt selten hervor. Genau wie ihr Temperament. Man muß Cookson zugute halten, daß sie verstehtm, der unauffälligen Spionin Charakter und interessante Facetten einzuhauchen. Problem des Films ist, daß die Geschichte der Melita Norwood eigentlich nicht sonderlich spannend ist und die Autoren des Films es nicht verstanden, die spannenden Elemente gelungen herauszuarbeiten. So ruht der Film ganz auf den fantastischen Hauptdarstellerinnen und der sehr sehenswerten Ausstattung, die die 40er Jahre gelungen wieder erstehen lassen.



Fazit: Gemischte Gefühle: Kein Spitzenfilm, aber bereut, ihn gesehen zu haben habe ich auch nicht

Tags: film, lautenistenleben, memories
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