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gesehen: Clique, The Team, Borgias

YouTube entwickelt sich immer weiter in Richtung "unbrauchbar": immer mehr Werbung und immer öfter entspricht der Inhalt nicht dem, was man eigentlich anschauen wollte. Ich hoffe, zumindest die Trailer werden auch zukünftig sichtbar und werbefrei bleiben, wenn auch diese "Werbung am Anfang" und nun auch noch "Werbung am Ende" nichts Gutes hoffen läßt. Schließlich sollen die Einträge hier auch Erinnerungen für mich sein, auf die ich in ein paar Jahren zurückgreifen kann und mich darüber amüsieren, wundern und vielleicht auch darüber staunen kann, was ich gemacht und gedacht habe.

Ich schaue natürlich immer noch gerne Filme und Serien. Nachdem ich zurück aus der Schweiz kam waren es vor allem zwei Serien, die ich geschaut hatte: Das Team (in zwei Staffeln, auf der Mediathek habe ich es nicht gefunden) und Clique (2 Staffeln, Link führt zur ARD Mediathek - noch müsste die Serie dort abrufbar sein) auf ONE.

Zunächst zu Clique
Am Ende des Tages, genauer des Abends, ist es mir häufig noch zu früh für's Bett und oft meine ich auch einfach, ein bißchen Geräuch zu brauchen, menschliche Stimmen hören und damit vielleicht die Geister der Nacht verscheuchen. Und schaue zu diesem Zweck noch etwas TV. So habe ich zufällig ein kleines Stückelchen von Clique gesehen gehabt und fand es interessant genug, mich etwas über die Serie zu informieren. Daß eine der führenden Autorinnen von Skins die Serie geschrieben hat und die Erfinder von Skins (Bryan Elsley, Jess Brittain) auch dort mitgemischt haben und mit Rachel Hurd-Wood eine fantastische Schauspielerin mitwirkt (Synnøve Karlsen, die eigentliche Hauptfigur, ist auch recht ansehnlich) ließen mich die Serie anschauen.




Das Team mag das Gleiche sein und die handelnden Personen ebenfalls aus der jüngeren Generation gewählt. Es handelt sich aber weniger um eine Generations- oder Milieustudie als um einen Krimi. Sehr gefallen hat mir, daß die handelnden Personen nicht so stereotyp gestaltet waren wie man das von amerikanischen Produktionen kennt. Auch die Geschichte ist sehr gut um den Kriminalfall gewoben. Eigentlich alles toll, wenn sich die Serie nicht etwas verlieren würde in dem Hin- und Her zwischen Charakterbetrachtungen und Krimi. Die gut ausgearbeiteten Geschichten der zwei Staffeln und die interessant gestalteten Charaktere machen die Serie aber allemal sehenswert, auch wenn sie qualitativ nicht an Skins heranreicht (natürlich handelt es sich auch um ein ganz anderes Konzept - ich bin halt über Skins zu Clique gekommen).

Die Serie "Das Team" ist eine europäische Gemeinschaftsproduktion, deren erste Staffel mir bis auf Jasmin Gerat als deutsches Teammitglied recht gut gefiel auch wenn die Geschichte arg konstruiert daherkam.



Als leichte Krimikost zum späten Abend oder Alternative zum Nele Neuhaus-Krimi ist die Serie ansehbar. Bleibende Erinnerungen sind von der ersten Staffel nicht zu erwarten. Die zweite Staffel ist diesbezüglich ganz ähnlich. Nach sehr starkem Anfang verliert sich die Geschichte. Da hätte man mehr draus machen können!
In dieser Staffel gefiel mir das belgische Teammitglied besonders. Ansonsten kommen mir die Charaktere viel zu holzschnittartig rüber. Sehr schade!



Sehr überrascht hat mich die europäische Koproduktion "Borgia", die um Welten besser als die amerikanische Serie mit Jeremy Irons ist.



Es handelt sich um die bislang teuerste europäische Produktion, was sich anhand der aufwändigen Dekorationen und Kostüme, sowie recht ansprechender CGI-Elemente, die das alte Rom, Florenz, Mailand ... wiederauferstehen lassen zeigt. Die Serie ist wunderschön anzuschauen. Natürlich sind auch die Darsteller erste Sahne, allerdings ist die Altersbeschränkung ab 18 gerechtfertigt. Die Sex- und Gewaltszenen sind zwar alle begründet und haben nichts Pornographisches an sich (wie die ab 16 freigegebene amerikanische Version. Dort wird weniger gezeigt, aber es dient weniger der Geschichte als dem Voyeurismus der Zuschauer) und dient nicht der Befriedigung niederer Instinkte des Publikums. Die Geschichte folgt bis auf die letzten Folgen ziemlich den historischen Abläufen, wenn auch das Straffen und Dehnen der Abläufe dramaturgischen Gründen folgen dürfte und am Ende hin dem absehbaren Ende der Serie. Die amerikanischen Produzenten siedelten ihre Variante bereits im falschen Jahrhundert an und die Szenerie ist aus irgendwelchen Jahrhunderten zusammengeklaubt. Man hat den Eindruck "Hauptsache bunt und irgendwie historisch". Begeistert hat mich, daß Cesare Borgia seinen überlieferten Portraits sehr ähnelt.
vs.
Auch Lucrezia Borgia paßt von Wesen und Äußerem sehr gut zu dem historischen Vorbild. "La Bella Farnese" dagegen habe ich kaum erkannt.

vs.

ich will aber nicht zu kritisch sein, denn die Serie unterhält mit einer Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, mit tollen Schauspielern, grandiosen Kulissen, Sex and Gore sind auch hinreichend vorhanden. Und auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Von mir eine ganz klare Empfehlung - die beste Serie, die ich seit langem gesehen habe.

Tags: film, lautenistenleben, memories, trivia
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