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Gelesen: Ottessa Moshfegh: Mein Jahr der Ruhe und Entspannung

"Eileen" der gleichen Autorin habe ich ja verschlungen und konnte mich nur mühsam zurückhalten, gleich im Anschluß das neue Buch der Autorin so lesen, um mir ein halbwegs unvoreingenommenes Lesevergnügen zu ermöglichen.
Die Rahmenhandlung einer unter Zuhilfenahme von Psychopharmaka dauerschlafenden Heldin, die sich erhofft, sich dadurch von dem Schmutz und der Oberflächlichkeit der Umgebung zu reinigen versprach, interessant zu werden. Wie soll man einen Dauerschlaf in Sprache setzen? Und den in Beziehung zum Zweck der Übung? 

Ich will den Spaß nicht verderben und hier spoilern. Auch mit diesem Werk gelingt es der Autorin, mich zu begeistern. Sowohl durch poetisch verpackten Tiefsinn als auch durch stilistischen Mut und Witz, auch in der altertümlichen Bedeutung des Wortes.
Mit traumwandlerischer Sicherheit gelingt Moshfegh ein Psychogramm einer (Teil-) Gesellschaft im New York des Jahres 2000, hauptsächlich des Umfelds des blasierten Kunstbetriebs.
Sprachlich durchaus ein Kind der Zeit und dabei sicher in der stilvollen Anwendung der heutigen Sprache beweist Moshfegh, daß Literatur auch im 21.Jahrhundert noch möglich ist. Diese Frau begeistert mich!
Die Übersetzung ist gut gelungen — ich werde mir sicher das ein oder andere Buch von ihr im Original antun, um zu schauen, ob mich ihre Sprachgewalt auch im originalen Englisch derart überzeugt.
Auch dieses Buch bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Ausnahmsweise verlinke ich hier zur Kritik in der FAZ und der Zeit.

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