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Buchbesprechung: "Slow Horses" von Mick Herron

Dieser Frühling scheint ein ewiger April zu sein mit seinem ständig wechselnden Wetter. Da bleibe ich auch öfters mal zuhause als eigentlich gedacht und lese. Über eine Empfehlung des Perlentauchers bin ich auf die Serie rund um Jackson Lamb aufmerksam geworden und habe sie mir aufgrund der enthusiastischen Rezension gekauft. 

Zunächst einmal gefällt das clevere Design des Plots, der mit einigen Überraschungen aufwartet und den Leser geschickt an der Nase herum führt. Insofern er sich nicht  in den detailreichen und sehr humorvollen Schilderungen verliert. Mit viel Wortwitz und skurrilen Gestalten, die Herron sich lobenswerterweise im Verlauf der Geschichte auch entwickeln läßt, wird das Buch zu einem Lesevergnügen.
Als Makel (tatsächlich der einzige Kritikpunkt, den ich fand) ist der Einsatz des Zufalls bei der Auflösung des Falls. Natürlich wird der Zufall inzwischen gerne und viel bemüht, um die bei Kritikern so beliebten "story twists" zu erzeugen. Für mich ist es aber immer ein Konstruktionsfehler. Das ist bei den Slow Horses (den lahmen Gäulen) im britischen Secret Service, die so gar nichts mit James Bond gemein haben und im Slough House arbeiten, einer Abteilung, um Versager im Dienst zu entsorgen, eigentlich unnötig. Lobenswerterweise geht bei den Slow Horses viel daneben, was der Story Glaubwürdigkeit verleiht. Die Charaktere sind nicht überzeichnet und dennoch durchaus vielschichtig angelegt, ohne, daß sich die Geschichte in Charakterstudien verliert.

Sprachlich ist das Buch einwandfrei. Viel Wortwitz und cineastisch angelegte Szenerien, ohne schwülstige Beschreibungen, gut in die Handlung integriert, sorgen für Lesefreude und dafür, sich gut in die Handlung hineinversetzen zu können. Dazu trägt sicher auch die gute Übersetzung bei. Ich habe mich an vielen Stellen des Buches gefragt, wie sie wohl im englischen Original sei. Das werde ich bald wohl herausfinden (müssen), da nur der erste Band (Slow Horses) der bislang 5-teiligen Reihe übersetzt wurde.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung. 

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