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Update

Es war nun ein paar Wochen still hier auf diesem Kanal, was an Ereignissen lag, die mich ziemlich beschäftigt hatten.
Eine Meldung erreichte mich, ein Freund, von dem ich seit längerem nichts gehört hatte, läge im Krankenhaus. Es sei sehr ernst.
Daraufhin habe ich die anderen engen Freunde verständigt und versucht, näheres herauszufinden. Einer der Freunde machte es knallhart und ging einfach ins Krankenhaus. Am Tag darauf war ich auch da. Schlimm. Sehr schlimm, einen Freund so zu sehen. 

Ich bekam dann noch lieben Besuch aus Basel, mit dem ich natürlich auch etwas die Gegend hier erkundete.

In der alten Nikolaikirche
In der alten Nikolaikirche
Es dauerte eine Weile, doch dann dämmerte mir, daß der Frankfurter Domschatz keine Person ist ...
Es dauerte eine Weile, doch dann dämmerte mir, daß der Frankfurter Domschatz keine Person ist ...
Worte der Weisheit - zurecht im Domschatz
Worte der Weisheit - zurecht im Domschatz
Die Wiege deutscher Demokratie Die erste demokratische Verfassung für ein einiges Deutschland wurde nach den Auseinandersetzungen mit Napoleons Frankreich hier in der Paulskirche entwickelt. Und hier tagte das erste frei gewählte deutsche Parlament (1848/1849) - die eigentliche deutsche Hauptstadt ist und bleibt Frankfurt. Hier wurden die Könige gewählt und die Kaiser gekrönt, die deutsche Verfassung entwickelt und (mehrfach) die Demokratie niedergeschlagen. Hier war das Herz Deutschlands bis zur preußischen Okkupation
Die Wiege deutscher Demokratie Die erste demokratische Verfassung für ein einiges Deutschland wurde nach den Auseinandersetzungen mit Napoleons Frankreich hier in der Paulskirche entwickelt. Und hier tagte das erste frei gewählte deutsche Parlament (1848/1849) - die eigentliche deutsche Hauptstadt ist und bleibt Frankfurt. Hier wurden die Könige gewählt und die Kaiser gekrönt, die deutsche Verfassung entwickelt und (mehrfach) die Demokratie niedergeschlagen. Hier war das Herz Deutschlands bis zur preußischen Okkupation
Höchster Schloß
Höchster Schloß
Brücke im Hessenpark
Brücke im Hessenpark

Im Anschluß bin ich für einige Tage an die Ostsee in den Nationalpark gefahren.

Ich dachte, mit meinem kleinen Autochen macht es keinen großen Unterschied, ob ich über die Landstraße fahre oder mich auf der Autobahn stresse. Letzteres ist vielleicht ein bißchen schneller, aber deutlich weniger entspannend. Und eine Übernachtung auf dem Weg im schönen Harzstädtchen Wernigerode legte ich ein. 

Schloß Wenigerode
Schloß Wenigerode
Am schiefen Haus Wernigerode
Am schiefen Haus Wernigerode

Durch die schönen Städtchen am Harz und vorbei an Magdeburg (das viel schöner ist als ich es in Erinnerung hatte), ging es durch die Elbauen und mecklenburgische Seenplatte auf den Darß.
Dabei hat sich die Idee, Landstraße zu benutzen bewährt. Es ist deutlich entspannter und man sieht mehr. Auch wenn ich die eigentlich geplanten Fotostopps dann doch nicht gemacht habe. Es findet sich halt selten passend ein Parkplatz und selbst mein Autochen ist zu schnell an einigem vorbei, was eigentlich einen Halt rechtfertigen würde.
Der Darß selbst ist ein Traum — wunderbar war es da. Doch dazu demnächst mehr. 

Haus in Zingst
Haus in Zingst
Schön, daß es im Nationalpark keinen einfachen Zugang zum Meer gibt. So bleiben solch einsame Strände erhalten
Schön, daß es im Nationalpark keinen einfachen Zugang zum Meer gibt. So bleiben solch einsame Strände erhalten
Boddenlandschaft im Nationalpark
Boddenlandschaft im Nationalpark
Boddenlandschaft im Nationalpark
Boddenlandschaft im Nationalpark

Politisch gab es natürlich wieder jede Menge Aufreger — ich komme immer mehr zu dem Schluß, daß der Feind sicher nicht in Moskau sitzt, auch nicht in Teheran, sondern daß der Schurkenstaat, den man bekämpfen müsste, die USA sind. Als Kind der 80er, in denen für mich die USA für Freiheit und ein vorbildliches Lebensgefühl, und natürlich jede Menge, meist liebenswerte Skurrilitäten, standen  war es schwer einzusehen, daß diese Zeiten vorbei sind. Vietnam und die Zeit davor habe ich ja nicht erlebt (genauer erinnere ich mich noch an den letzten Helicopter, der aus Saigon abgeflogen ist. Ich hatte mich damals noch gewundert, wer das wohl gedreht haben mag). Den Sturz des Schahs und das darauf folgende Regime habe ich als Teenager zunächst negativ wahrgenommen (heute sehe ich das differenzierter, hoffe ich). Die Stellvertreterkriege in Angola habe ich in der Tiefe des Problems nicht durchschaut gehabt — Nicaragua war so ein erstes aufklimmen von Skepsis, auch wenn die sich zu dieser Zeit vor allem gegen die Konzerne richtete. Das Umstellen der NATO-Strategie hin zu einer "Vorneverteidigung" (deep strikes) war aus bundesdeutscher Wessi-Sicht noch Nachvollziehbar, während ich den Schwanzvergleich der Nachrüstung strikt ablehnte. Dabei bewahrte ich aber eine positive Grundeinstellung gegenüber den USA. Seitdem die USA aber dazu übergegangen sind, massiv Angriffskriege zu führen und Konflikte zu provozieren, um sich Zugang zu Rohstoffen und Märkten zu sichern, seitdem die USA Foltern, Entführen und Morden (Drohnen, CIA-Gefängnisse, Guantanamo etc.), seitdem die Grundrechte in den USA stark eingeschränkt wurden (patriot act) und in der Folge Demokratie und Freiheit kaum noch Begriffe sind, die man mit den USA in Verbindung bringen kann (die Justiz ist die letzte Bastion, doch da arbeitet Trump dran) ist dieses Bild sehr zerrüttet.  Daß ich mich von den USA(also genauer der Politik und dem System der USA) distanziere ist eines — das ist auch nicht schlecht, da es einen Blick frei von emotionalem Ballast ermöglicht — doch wie sich das politisch auswirken soll ist natürlich eine andere Dimension des gleichen Symptoms.  Zur Zeit befinden sich die USA in Isolation. Wenn die Orange (also Trump) von Verbündeten schwadroniert verkennt er die aktuelle Situation. Die USA sind nur noch ein Markt. Und dank Trump'scher protektionistischer Politik wird dieser Markt zunehmend unattraktiv für ausländische Unternehmen. Zur Zeit scheinen sich die anderen großen Volkswirtschaften wirtschaftspolitisch in einer Art Wartestellung zu befinden und zu hoffen, daß der Spuk vorüber geht. Die desaströse Politik Trumps soll offenbar zu einer Autarkie führen, die in einem Rohstoffe verschlingenden und hoch verschuldeten Land wie den USA nicht funktionieren kann. Traditionell führen die Spannungen, die sich in nahezu allen Fällen ergeben, in denen das versucht wird, zu einem größeren Krieg. Militärisch sind die USA übermächtig — die USA tätigen ca. 40% der weltweiten Rüstungsausgaben. Die Verbündeten wie Deutschland, Frankreich oder England beteiligen sich an den Wirtschaftskriegen der USA, die die Kriege natürlich auch alleine führen könnten, ihnen aber einen Anstrich der Legitimität geben wollten. Ob das heute noch so ist bleibt abzuwarten. Die Versuche Frankreichs, durch die Kriege in Libyen, Mali, Syrien und sonstwo eine Einflußsphäre in Afrika zu schaffen zeigen nur, wie lächerlich europäische Großmachtpolitik inzwischen geworden ist. Europa täte besser daran, sich auf die Verteidigung zu konzentrieren (wobei es derzeit keinen militärischen Feind gibt).  Politisch sind die USA genauso in der Isolation. Bei allen relevanten Fragen der Gegenwart stellen sich die USA außerhalb der Weltgemeinschaft. Egal, ob Klima, Artenschutz, Kultur, ...  Ob da eine Änderung möglich ist? Problematisch ist in allen diesen Bereichen, daß wir alle nicht wissen, ob es hilft, die Amis in Quarantäne zu stecken oder ob es besser wäre, sie doch irgendwie einzubinden. Es scheint noch überwiegende Meinung zu sein, das Problem sei der amerikanische Präsident — er ist es nicht. Es ist ein politisches System, das nur noch vorgibt, die Interessen seiner Bürger zu schützen, aber tatsächlich eine Oligarchie ist.


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